Einfach parken und das E-Auto lädt von selbst. Induktives Laden kennt man schon vom Smartphone und jetzt kommt es mit 11 kW für Autos auf den Markt. Wie die Technik funktioniert, was sie kostet und was noch fehlt, damit sie im Alltag ankommt.
Bereits seit Mitte September können Käufer des elektrischen Porsche Cayenne ein kabelloses Ladesystem mitbestellen, wie Porsche mitteilt. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Das E-Auto muss einfach über einer fest installierten Bodenplatte geparkt werden, woraufhin der Ladevorgang automatisch startet.
Müssen E-Autofahrer also bald keine Kabel mehr einstecken und ist dies ein neuer Durchbruch bei der Ladetechnologie? „Letztlich ist es eine Frage des Komforts“, sagt ADAC-Sprecher Fabian Faehrmann auf Nachfrage von inFranken.de. Beim induktiven Laden könne man sich schließlich vor allem das Ein- und Abstecken sowie das Aufwickeln des Ladekabels sparen. Wann sich generell der Wechsel auf ein Elektroauto vom ersten Tag an finanziell rechnet, hat ein Experte kürzlich gegenüber der Mediengruppe Bayern erklärt. Bis zu 6.000 Euro Zuschuss gewährt der Staat aktuell beim Kauf oder Leasing eines Elektroautos. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat unserer Redaktion einen häufigen Denkfehler von Familien mit Kinder erklärt.
So funktioniert induktives Laden beim E-Auto
Beim induktiven Laden erzeugt eine Spule in der Bodenplatte ein Magnetfeld, woraufhin eine im Unterboden des Autos platzierte Empfängerspule die Energie zurück in Strom umwandelt. Das Porsche-System besteht laut Hersteller aus drei Bauteilen: der Vorrüstung am Fahrzeug, einer Empfangseinheit im Unterboden und der Bodenplatte am Stellplatz. Letztere ist wetterfest und kann auch im Freien platziert werden.
In puncto Sicherheit ist das System mit Bewegungssensoren und einer Fremdkörpererkennung ausgestattet. Falls sich also eine Katze unter das Auto schleicht oder ein Metallteil auf der Platte liegt, wird der Ladevorgang unterbrochen.
Die Technik hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt
Neu ist diese Technik nicht: Für den 530e iPerformance bot BMW bereits 2018 induktives Laden an, damals jedoch nur mit 3,2 kW und rund 85 Prozent Wirkungsgrad. Seitdem hat sich einiges getan: Mit 11 kW sei die induktive Ladeleistung inzwischen mit einer normalen Wallbox vergleichbar, sagt Prof. Florian Risch, der am Fraunhofer IISB in Hallstadt bei Bamberg das E|Road-Center für kontaktlose Energieübertragung leitet.
Außerdem werde mit Hochdruck an 22 kW und mehr sowie an der dazugehörigen Standardisierung gearbeitet. „Induktives Laden ist technisch so weit entwickelt, dass es im Alltag eine komfortable Alternative zur klassischen Wallbox ist“, so Risch.
Kabelloses Laden beim Porsche Cayenne hat seinen Preis
Laut Porsche-Konfigurator kommt man für das Porsche-System auf einen saftigen Aufpreis von knapp 7.000 Euro. Ausgeliefert wird die Bodenplatte frühestens Ende November 2026 und wer das System später nutzen möchte, muss die Vorrüstung ab Werk für 226,10 Euro mitbestellen, da sie sich nicht nachrüsten lässt.