• Was löst der Impfstoff im Körper aus?
  • Das Immunsystem ist lernfähig
  • Was sind lebende und tote Impfstoffe?
  • Was ist bei den Vektor- und mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 anders?
  • Warum sind Nebenwirkungen gut?

Obwohl es die Schutzimpfung, wie wir sie kennen, in Europa bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt, ist sie seit der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 tatsächlich in aller Munde. Viele haben Angst vor der Nadel. Was im Körper nach dem kurzen Einstich wirklich passiert, erfährst du in diesem Artikel.

Was bezweckt eine Impfung?

Impfstoffe erfüllen nur einen Zweck: den Körper immun gegen Gefahren von außen zu machen, wie Prof. Dr. Lars Dölken, leitender Virologe an der Uniklinik Würzburg, erklärt. „Grundsätzlich versucht ein Impfstoff, dem Immunsystem beizubringen, was es als fremd erkennen soll, um Erkrankungen durch Infektionserreger zu vermeiden.“

Dem Körper werden also Fremdstoffe vorgestellt, die er vorher nicht kannte, damit er sich darauf einstellen kann. Und diese bekommt er durch die kleine Nadel. Abhängig vom Impfstoff werden die Informationen in unterschiedlichen Formen injiziert.

Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus Abwehrzellen, Signalstoffen und Geweben, die miteinander kommunizieren.

Immunsystem ist lernfähig

Jeder gesunde Mensch wird mit einer „Grundausstattung“ an Informationen zur Abwehr von Viren geboren. Die körpereigene „Datenbank“ wird aber im Laufe des Lebens automatisch erweitert. „Babys und Kleinkinder verlassen sich zuerst einmal auf das sogenannte angeborene Immunsystem. Dann beginnt das 'Training'“, erklärt Dölken.

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Während das Immunsystem besonders im Kindesalter lernt, hat der erwachsene Körper Probleme damit, neue Gefahren zu erkennen und verlässt sich auf das Gelernte. „Das ist auch der Grund dafür, dass Kleinkinder eher mit COVID-19 zurechtkommen“, weiß Dölken.

„Das fertig entwickelte Immunsystem glaubt, ohnehin schon alles zu wissen. Deshalb muss man dem Abwehrsystem Erwachsener mithilfe der Impfung zum Beispiel die Corona-Viren näher bringen, ergänzt der Mediziner.

Lebende und tote Impfstoffe

Impfstoffe basieren auf verschiedenen Herangehensweisen. Vor COVID-19 gab es nur Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe. Bei der Lebendimpfung werden abgeschwächte Krankheitserreger injiziert, die zwar noch aktiv sind, aber keine Krankheit auslösen.

„So lernt das Immunsystem die Erreger kennen und kann Abwehrstoffe aufbauen. Diese Art der Stoffe kommt zum Beispiel bei Impfungen gegen Masern, Röteln, Windpocken, aber auch exotischen Erregern wie Gelbfieber zum Einsatz“, so Dölken.

Bei der sogenannten Totimpfungen hingegen werden abgetötete Viren oder Virenbestandteile verwendet. Zu dieser Variante gehören zum Beispiel Impfstoffe gegen Influenza. Der Nachteil ist, dass sie nicht so lange wirken und die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden muss. Wobei die Intervalle unterschiedlich sind. FSME-Impfungen sollten alle paar Jahre wiederholt werden, Impfungen etwa gegen Tetanus oder Diphterie ungefähr nach 10 Jahren. Der Impfschutz von Lebendimpfungen hingegen hält nach vollständiger Grundimmunisierung sehr lange an, zum Teil sogar ein Leben lang.

Neue Impfstoffe gegen COVID-19

Um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, sind zwei Arten von Impfstoffen dazugekommen. „Zum einen werden Vektorimpfstoffe geimpft“, erklärt Dölken. „Dabei werden die körpereigenen Zellen dazu angeregt, Corona-Proteine zu bilden“, so der Arzt. So lernt das Immunsystem das gefährliche Virus kennen, das uns seit vergangenem Jahr einschränkt. Vektoren werden eingesetzt, um Immunantworten auszulösen. Dabei wird dem Körper „vorgegaukelt“, dass er sich mit COVID-19 infiziert hat. Auf dieser Funktionsweise basieren die Impfstoffe von Astrazeneca, Sputnik sowie Johnson & Johnson.

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Die von Biontech/Pfizer und Moderna entwickelten Impfstoffe hingegen funktionieren genbasiert. Auch sie enthalten keine Krankheitserreger, auch keine Bestandteile davon. „Durch die sogenannten mRNA-Impfstoffe wird die RNA des Proteins des COVID-19-Virus geimpft“, erklärt Dölken. Danach bilden die körpereigenen Zellen dieses Protein nach. „Das entspricht im Endeffekt einer Corona-Infektion und es sorgt für Breitenschutz“, so Dölken.

Wie lange die Impfstoffe gegen COVID-19 wirken, ist noch nicht endgültig erforscht. Der volle Impfschutz tritt laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), wie übrigens bei allen anderen Impfungen auch, nach zehn Tagen bis zwei Wochen ein.

Haben alle Impfstoffe Nebenwirkungen?

„Jede Impfung kann Nebenwirkungen haben. Die meisten Leute haben nur einen Tag Schmerzen am Arm oder fühlen sich unwohl“, erklärt Professor Dölken. Auch Fieber könne die Folge sein. „Das ist nicht schlimm, muss sogar so sein“, beruhigt der Arzt, „denn das bedeutet lediglich, dass der Körper eine Immunreaktion zeigt.“

Dölken vergleicht die Reaktion mit Fieber bei Grippe, das wir alle kennen. Auch bei solchen Erkrankungen zeigt der Körper durch die Erhöhung der Temperatur, dass er etwas tun muss. „Fieber ist eine Immunantwort, zu der es durch die Impfung kommen soll. Es ist also eine positive Reaktion“, so Dölken.

Weitere Informationen zu Impfungen findest du beispielsweise auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI).

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