• Alkoholische Getränke wie Wein und Co. kommen ungefiltert bei deinem Baby an
  • Ein regelmäßiger Alkoholkonsum kann erhebliche Folgen für das ungeborene Baby mit sich bringen, aber auch bereits geringe Mengen sind bedenklich
  • Schwangere sollten daher in allen drei Trimestern konsequent auf Alkohol verzichten

Du bist schwanger? Herzlichen Glückwunsch! Dir steht eine spannende Zeit bevor. Eine Zeit voller Vorfreude und einzigartiger, emotionaler Momente. Aber auch eine Zeit der Entbehrung. Denn in der Schwangerschaft gilt es, für zwei Menschen zu sorgen. Damit gehen auch Veränderungen im Leben einher. Denn alles, was du tust, wirkt sich auch auf dein Baby aus. Und alles, was du isst und trinkst, kommt bei deinem Baby an. Kaffee solltest du beispielsweise - wenn überhaupt - nur noch in Maßen trinken. Die geliebte Salami, den leckeren Rohmilchkäse oder das köstliche Sushi solltest du von deinem Speiseplan streichen. Rauchen ist in der Schwangerschaft ebenfalls tabu. Und Alkohol? Auch auf Wein, Sekt, Bier und Co. solltest du in den nächsten Monaten verzichten.

Warum Wein, Sekt & Co. in der Schwangerschaft tabu sein sollten

Alkohol berauscht. Und zwar nicht nur dich, sondern auch dein ungeborenes Baby. Sogar in viel höherem Maße. Denn alkoholische Getränke wie Wein gehen über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf des Babys über. Wenn du ein Glas Wein trinkst, trinkt es sozusagen mit. Allerdings kann die fetale Leber Alkohol noch nicht selbstständig abbauen. Bis der Alkohol aus dem Blut deines Kindes verschwindet, dauert es daher viel länger als bei dir. Dein Baby hat nicht "nur" genauso viel Alkohol im Körper wie du selbst. Es ist dem Alkohol auch noch länger ausgesetzt.

Dass das nicht gut ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, was Alkohol eigentlich ist - nämlich ein Zellgift. Er kann weitreichende, negative Auswirkungen auf die Zellteilung, die Organbildung, das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns des Ungeborenen haben. Besonders anfällig für das Zellgift ist das zentrale Nervensystem des Kindes. Alkohol stört dort den Eiweißaufbau. Ein gestörter Eiweißaufbau kann dazu führen, dass nur eine verminderte Zellenanzahl angelegt werden kann. Und eine verminderte Zellenanzahl kann schwerwiegende Folgen haben wie etwa Gedächtnis- und Konzentrationsschwächen, Wahrnehmungsstörungen oder motorische Defizite beim Kind. Außerdem können die Sensibilität und die kognitive Leistungsfähigkeit dadurch beeinträchtigt werden.

Nicht nur Hochprozentiges entfaltet eine solch toxische Wirkung. Alle alkoholischen Getränke wirken sich auch auf dein ungeborenes Baby aus. Auch wenn es schwerfällt, da du es  vielleicht liebst, zum Essen ein Glas Wein zu trinken: In der Schwangerschaft solltest du unbedingt darauf verzichten.

Fetales Alkoholsyndrom (FAS): die konkrete Gefahr bei Alkoholkonsum in der Schwangerschaft

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kommen in Deutschland jährlich über 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen zur Welt. Die Schädigungen können das Wachstum, die Organe und/oder das zentrale Nervensystem betreffen. Unter diesen Schädigungen leiden die Betroffenen ihr Leben lang.

Der Oberbegriff für alle Erkrankungen, die bei Kindern durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft entstehen können, lautet Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD).

Die schwerste Form der Fetalen Alkoholspektrumstörungen wird als Fetales Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet. Bei FAS sind sowohl das Wachstum und die Organe als auch das zentrale Nervensystem beeinträchtigt. Es liegen also Defizite in allen drei Bereichen vor. FAS tritt nach Expertenschätzung bei rund 10 Prozent aller Kinder mit pränatalen Alkohol-Folgeschäden auf.

Auch kleine, gelegentliche Mengen Alkohol können erhebliche Auswirkungen haben

Inwiefern ein Baby, dessen Mutter in der Schwangerschaft zum Beispiel Wein trinkt, beeinträchtigt zur Welt kommt, hängt neben dem Alkoholkonsum von weiteren Faktoren ab. Das Alter der Mutter spielt ebenso eine Rolle, wie genetische Faktoren und die konkreten Trinkgewohnheiten der Schwangeren. Nicht jeder Schluck Alkohol führt direkt zu Schädigungen.

Aber: Die Gefahr, dass ein Baby bei Alkoholkonsum der Mutter mit einer Behinderung geboren wird, ist und bleibt reell. Ab welcher Menge es gefährlich wird, kann nicht gesagt werden. Es gibt keinen Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Hier mangelt es aus ethischen Gründen an Studien. Wer möchte schon eine Studie durchführen oder daran teilnehmen, wenn die Untersuchungen Auswirkungen auf das spätere Leben des ungeborenen Kindes haben könnten! Wissenschaftler*innen sind sich jedoch einig, dass bereits geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft Schäden verursachen können. Schließlich gelangt jedes Glas Wein ungefiltert zum Baby.

Um es also noch einmal deutlich zu sagen: Mütter, die in der Schwangerschaft Alkohol konsumieren, riskieren die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes! Denn FAS lässt sich ganz einfach vermeiden, indem Schwangere während allen drei Trimestern konsequent auf Wein und Co. verzichten.

Du hast Alkohol getrunken, als du noch nicht wusstest, dass du schwanger bist?

Du hast letzte Woche ein Gläschen Wein getrunken, als du noch nicht wusstest, dass du schwanger bist? In diesem Fall musst du dir keine Gedanken machen. In der frühen Schwangerschaft gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip.

Das bedeutet: In dieser Phase der Schwangerschaft können mögliche Schäden an der Eizelle entweder noch ausgeglichen werden - oder die Entwicklung wird gestoppt und der Embryo geht noch vor der Einnistung in der Gebärmutter ab. Dann kommt es zu einer (meist unbemerkten) frühen Fehlgeburt.

Wenn du also gerade einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hältst, kannst du unbesorgt sein. Das Gläschen Wein hat deinem Baby nicht geschadet. Von nun an solltest du aber auf Alkohol verzichten und keinen Wein mehr trinken. Denn das Alles-oder-nichts-Prinzip greift nur in der Phase zwischen der Befruchtung und der Einnistung der Eizelle, also etwa bis zur 5. Schwangerschaftswoche.

Fazit: In der Schwangerschaft solltest du komplett auf Wein und Co. verzichten

Natürlich führt nicht jeder Schluck Wein direkt zu Schädigungen bei deinem ungeborenen Kind. Dennoch sollte Alkoholkonsum - selbst gelegentlicher - keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Auch wenn dein Baby vielleicht keine bleibenden Schäden haben wird: Dass auch die kurzfristige, berauschende Wirkung des Zellgiftes nicht gut für ein Baby ist, ist unbestritten. Schwangere sollten daher in allen Trimestern konsequent auf Alkohol verzichten. Nur so stellst du sicher, dass sich dein ungeborenes Kind bestmöglich entwickeln kann.