• Symptome der Sommerdepression
  • Mögliche Ursachen
  • Behandlungsmöglichkeit
  • Zukünftige Entwicklung

Sommerdepressionen sind im Gegensatz zu den Winterdepressionen kaum erforscht und werden somit in vielen Fällen nicht erkannt. Damit Betroffene schnelle Hilfe finden, ist es jedoch wichtig, Anzeichen zu erkennen und im Anschluss richtig zu handeln.

Anzeichen und Ursachen einer Sommerdepression

Bekannt ist das Phänomen der Sommerdepression seit fast 40 Jahren, dennoch gibt es bisher nur wenige Studien dazu. Die meisten vorhandenen begrenzen sich auf den Zeitraum der Neunziger und der frühen 2000er. Es gibt folglich noch deutlichen Forschungs- und Aufklärungsbedarf. Bei der Sommerdepression handelt es sich um eine sogenannte saisonal-affektive Störung (SAD). Dies bedeutet, dass die Stimmung stark von den Veränderungen der Jahreszeiten abhängig ist. Während die Winterdepression mittlerweile vielen bekannt ist, sieht es bei der Sommerdepression anders aus. Doch ihre Behandlung ist ebenso wichtig und ernst zu nehmen wie jede andere Form der Depression.

Symptome äußern sich häufig durch Unruhe, zudem leiden Betroffene oft unter Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust; teils kann sich aggressives Verhalten äußern. Im Vergleich zu ihren Leidensgenossen mit einer Winterdepression ist das Suizidrisiko höher, wie eine Studie belegen konnte. Für Betroffene einer sommerlichen SAD geht etwa der soziale Druck, sich in der Sonne vergnügen zu müssen, einher. Aus diesem Grund ist es keine Seltenheit, dass sie sich vorwiegend im Haus aufhalten. Die Symptome fallen stärker auf, da die meisten im Sommer vermehrt an der frischen Luft sind, sich entspannt und fröhlich verhalten.

Während die winterliche SAD vorwiegend durch den Lichtmangel begründet ist und infolgedessen weitestgehend wirksam mit einer Lichttherapie behandelt werden kann, sieht es bei der sommerlichen Variante anders aus. Hier spielen mehrere Umweltfaktoren wie die häufigen hohen Temperaturen, die Feuchtigkeit und/oder eine hohe Pollenbelastung eine Rolle.

Betroffene einer sommerlichen SAD und die Behandlung

Von einer SAD betroffen sind im Allgemeinen mehr Frauen als Männer. Vermutet wird, dass etwa 4 bis 6 % der Bevölkerung von einer Sommerdepression betroffen sind. Derzeit gibt es allerdings noch keine spezielle Behandlungsmöglichkeit. Die Erkrankung wird mit naheliegenden Methoden bekämpft. So werden etwa Gesprächstherapien, Medikamente, der Einsatz von Klimaanlagen oder der Verzicht auf herausfordernde Aktivitäten wie Reisen empfohlen. 

Vermutet wird, dass die mit dem Klimawandel einhergehende zunehmende Hitze in Zukunft dafür sorgen wird, dass die Fallzahl der Menschen mit einer Sommerdepression ansteigen wird. Angesichts dessen könnte die Entwicklung von praktischeren Behandlungsmethoden für die Forschung an Bedeutung gewinnen, sodass bald konkretere Therapieformen zur Verfügung stehen.

Stellst du bei dir oder einer Person in deinem Umfeld Symptome einer Sommerdepression fest, ist es wichtig, dass du dir Hilfe suchst beziehungsweise der anderen Person eine Hilfestellung gibst, denn eine Depression ist der Regel behandelbar. Nach einem Gespräch mit einer Fachperson könnten dir etwa Medikamente, vor allem Antidepressiva vom Typ der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), verschrieben werden. Außerdem kann eine Psychotherapie bei der Behandlung helfen. Je nach Schweregrad deiner Erkrankung kommt entweder eines davon oder auch beides zum Einsatz.

Fazit

Die Unbekanntheit und Seltenheit der Sommerdepression sorgt dafür, dass viele der Betroffene sie nicht erkennen. Zudem erschwert die Komplexität der Auslöser eine konkrete Diagnose. Ein öffentliches Bewusstsein für diverse psychische Leiden, wie es auch die sommerliche SAD ist, ist wichtig, um den Betroffenen den Umgang damit zu erleichtern und mehr Verständnis hervorzurufen.