Frauen haben laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) im vergangenen Jahr fast fünf Mal so häufig Medikamente gegen Migräne und Kopfschmerzen verschrieben bekommen, wie Männer.

Drei Millionen Menschen leiden täglich an Schmerzen im Kopf

Kopfschmerzen gelten inzwischen als Volkskrankheit. Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden allein in Deutschland zehn Millionen Menschen an einer Migräne und mindestens drei Millionen unter täglichen Kopfschmerzen.

Über 200 verschiedene Kopfschmerzarten - Migräne meist ungefährlich

Experten unterscheiden über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Die Migräne ist die zweithäufigste Kopfschmerzart und zählt zu den primären Kopfschmerzformen, die selbstständig und ohne erkennbare Ursache auftritt. Die meisten Formen der primären Kopfschmerzen sind laut Angeben der TK jedoch ungefährlich.

Bei einem Migräneanfall werden sogenannte "vasoaktive Peptide", die aus Aminosäuren bestehen, explosionsartig freigesetzt. Die speziellen Entzündungsstoffe erweitern die Gehirngefäße, diese schwellen an und entzünden sich.

Viele verschiedene Ursachen für starke Kopfschmerzen

Die Ursache für extreme Schmerzen im Kopf können laut dem Umweltbundesamt in falscher Ernährung, hormonellen Schwankungen, Stress, Schlafmangel oder Verspannungen liegen.

Einnahme von Schmerzmitteln: Höchstens zehn Tage im Monat

Schmerzmittel können meist schnell Abhilfe leisten. Dennoch sollte man nicht zu oft zu den Medikamenten greifen, denn diese können bei zu häufiger Einnahme die Kopfschmerzen noch verschlimmern. DieDKMGempfiehlt, an nicht mehr als zehn Tagen im Monat das Migränemittel "Triptan" einzunehmen.

Frauen erhielten fünf Mal so häufig Migränemedikamente wie Männer

Dem Gesundheitsreport 2019 zu folge erhielten Frauen 2018 durchschnittlich fast fünfmal so viele Medikamente gegen Migräne und Kopfschmerzen im Vergleich zu Männern. Die sogenannten "Triptane" sind nicht rezeptfrei. Diese werden bei besonders starken Kopfschmerzen verschrieben.

Bei 1000 Versicherten bekamen im Schnitt 25 Frauen Präparate gegen Migräne verordnet. In der Gruppe der Männer waren es lediglich fünf.

Frauen mittleren Alters besonders betroffen

Frauen im Alter zwischen 45 und 54 Jahren sind besonders häufig von dieser Entwicklung betroffen. In dieser Altersgruppe bekommen durchschnittlich 32 von 1000 Versicherten ein Migräne-Medikament verschrieben, das "Triptane" enthält.

Bei den Männern bekommen es sechs von 1000 Versicherten verschrieben. Deutlich geringer fällt der Anteil bei den über Sechzigjährigen aus: Durchschnittlich 19 Frauen und vier Männer erhalten im Alter zwischen 60 und 64 Jahren ein Rezept für Kopfschmerz- und Migränemedikamente. Ähnlich niedrig ist die Zahl der 15- bis 19-Jährigen (20 Frauen und fünf Männer).

Migräne-App reduziert die Kopfschmerztage

Experten der Schmerzklinik Kiel und Wissenschaftler der TK haben eine App entwickelt, die die Kopfschmerztage deutlich reduzieren soll. Demnach litten die Nutzer rund drei Tage im Monat weniger an Kopfschmerzen, als ohne die Benutzung der App.

Die App beinhaltet unter anderem einen digitalen Kopfschmerkalender und kann dabei helfen, den vom Arzt erstellten Behandlungsplan einzuhalten. Die Migräne-App gibt es kostenlos zum Download für Android-Geräte im Google Play Storeund im App Store für Apple-Geräte.

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