Während des Lockdowns ist das Thema Einsamkeit wichtiger denn je. Der Mensch ist ein soziales Wesen und fürchtet sich davor, alleine zu sein. Die geltenden Kontaktbeschränkungen verschärfen diese Angst.

Die Wissenschaft hat seither viele negative Effekte von Einsamkeit festgestellt. So zeigt beispielsweise eine aktuelle britische Langzeitstudie, die in der Fachzeitschrift "Lancet Psychology" veröffentlicht wurde, dass Einsamkeit ein Schlüsselfaktor für Altersdepressionen ist. Doch kann der Mangel an sozialen Kontakten auch positive Effekte haben?

Einsamkeit trainiert die Vorstellungskraft - Teile des Gehirns profitieren

Im Jahr 2019 führte ein kanadisches Forscherteam der McGill Universität in Montreal eine Studie zum Thema Einsamkeit durch. Bei der Auswertung von ungefähr 40.000 Gehirnscans stellten sich dabei interessante Befunde heraus: Bestimmte Hirnareale können auch vom Alleinsein profitieren.

In einem spezifischen Bereich der Gehirnrinde - der Grauen Substanz - konnte das Forscherteam bei Einsamen eine besonders starke Vernetzung feststellen. Die Graue Substanz ist unter anderem für die Vorstellungskraft, die Vorausplanung und die Erinnerung zuständig. 

Das Alleinsein und die Verringerung von sozialen Kontakten kann die Vorstellungskraft trainieren. Wenn man alleine ist, schwelgt man eher in Erinnerungen oder macht sich Gedanken über die Zukunft - die beteiligten Hirnareale sind dabei intensiver und länger aktiv. Außerdem profitiert das Ruhezustandsnetzwerk. 

Einsamkeit bleibt für die psychische Gesundheit gefährlich

Das Forscherteam der McGill Universität in Montreal macht deutlich: Positive Effekte von Einsamkeit müssen noch genauer erforscht werden. Ein Fakt bleibt allerdings, dass Einsamkeit ein schweres Risiko für die mentale Gesundheit sein kann. Die Vorstellungskraft ist kein Ersatz für tatsächliche soziale Kontakte.

Im Gegenteil zeigt eine Studie der Universität von Versailles aus dem Jahr 2019, dass einsame Menschen bis zu 2,5 Mal häufiger an psychischen Krankheiten leiden. Dazu gehören zum Beispiel Depressionen oder Zwangs- und Angststörungen. Die Auswirkungen von Einsamkeit sollten also grundsätzlich nicht unterschätzt werden.

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