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Ambulanter Pflegedienst: Wer bekommt ihn, was kostet es und was wird erledigt?

Ein ambulanter Pflegedienst stellt die Pflege zu Hause sicher. Doch was genau wird übernommen und wie viel Geld steht zur Verfügung?
Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt im Alltag zu Hause.
Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt im Alltag zu Hause. Foto: CC0 / Pixabay / AlexanderGrey
  • Der Pflegegrad entscheidet über den Umfang der Leistungen
  • Für jeden Grad gibt es eine festgesetzte Summe an Geld
  • Davon kann ein ambulanter Pflegedienst beauftragt werden

Die Pflegebedürftigkeit fällt immer unterschiedlich aus, weshalb das Leistungsangebot ambulanter Pflegedienste breit aufgestellt ist. Wir erklären dir, wie es sich zusammensetzt und wem welche Leistungen zustehen. 

Was ist ein ambulanter Pflegedienst?

Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt pflegebedürftige Personen sowie die Angehörigen bei der Pflege im heimischen Umfeld. Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt im Alltag, sodass die pflegenden Angehörigen die Pflege oder den Beruf besser organisieren können. Das Leistungsangebot ambulanter Dienste umfasst dabei verschiedene Bereiche. Dazu gehören beispielsweise körperbezogenen Pflegemaßnahmen. Betroffene werden bei der Pflege des eigenen Körpers unterstützt, genau wie bei der Aufnahme von Nahrungsmitteln.

Auch pflegerische Betreuungsmaßnahmen bei der Gestaltung des Alltags oder der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte werden angeboten. Die häusliche Krankenpflege ist ein weiterer Punkt, dazu gehört die Arzneimittelgabe oder der Wechsel von Verbänden. Zusätzlich werden die Pflegebedürftigen sowie die Angehörigen rund um pflegerische Fragestellungen beraten und es gibt Unterstützung bei der Vermittlung von Fahrdiensten oder der Organisation von Essenslieferungen.

Auch bei der Führung des Haushalts wird Hilfe angeboten, unter anderem beim Kochen oder Reinigen der Wohnung. So ermöglicht es eine ambulante Pflege, dass pflegebedürftige Menschen in der eigenen Umgebung wohnen bleiben können.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen haben umfangreiche Auswahlmöglichkeiten bei der Gestaltung und der Zusammenstellung des individuellen Leistungsangebotes in der mobilen Pflege. Je nach Pflegegrad wird ein Budget durch die Pflegeversicherung zur Verfügung gestellt, dass für die Pflege ausgegeben werden darf. 

Wichtig ist dabei zu beachten, dass die mobilen Pflegedienste von der Pflegekasse zugelassen sein müssen, damit Leistungen abgerechnet werden dürfen. Wird der Leistungsbetrag für die ambulante Pflege nicht komplett ausgeschöpft, dann kann der übrige Betrag beispielsweise verrechnet werden, um eine zusätzliche Kostenerstattung für Leistungen zur Unterstützung im Alltag zu beantragen.

Insgesamt stehen zwei verschiedene Arten von ambulanter Pflege zur Auswahl: Pflegebedürftige der Pflegegrade zwei bis fünf dürfen selbstständige Pflegekräfte in Anspruch nehmen. Einzelpflegekräfte, die einen Vertrag mit der Pflegekasse abschließen, können pflegebedürftige Personen individuell betreuen. Darüber hinaus gibt es die klassischen ambulanten Betreuungsdienste. Die Betreuungsdienste helfen bei der häuslichen Betreuung und der Haushaltsführung unter der Leitung einer verantwortlichen Fachkraft.

Wer bekommt ihn und was kostet es?

Ab dem Pflegegrad zwei werden durch die Pflegeversicherung ambulante Pflegesachleistungen übernommen. Dazu gehören die Ausgaben für eine Inanspruchnahme eines Dienstes für Pflegemaßnahmen rund um den Körper, verschiedene Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung. Je nach Pflegegrad sind die Kosten mit einem Höchstbetrag gedeckelt. Bei Pflegegrad 1 erhältst du bis zu 125 Euro pro Monat. Ab Pflegegrad 2 sind es 724 Euro, bei Pflegegrad 3 bereits 1363 Euro, bei Pflegegrad 4 bereits 1693 Euro und bei Pflegegrad 5 sind es insgesamt 2095 Euro.

Um festzustellen, wie pflegebedürftig eine Person ist, werfen Gutachter oder Gutachterinnen einen genauen Blick auf die individuellen Lebensbereiche. Dabei werden sechs Module bewertet: Mobilität, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie deren Bewältigung und die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Die begutachtete Person wird in jedem Modul mit Punkten bewertet. Dabei geht es vor allem um den Grad der Selbstständigkeit. Die Bewertung erfolgt in der Regel anhand eines Punktesystems zwischen null (die Person kann Aktivitäten ohne Hilfsmittel durchführen) und drei (die Person kann die Aktivität nicht durchführen, auch nicht in Teilen). Dadurch wird der Grad der Beeinträchtigung sichtbar. Die Punkte fließen in unterschiedlicher Gewichtung zu einer Gesamtpunktzahl zusammen, welche für eine der fünf Pflegegrade steht.

Fazit

Der Ablauf bei mobiler Pflege ist dabei immer gleich: Zunächst wird durch die Pflegekasse der Grad der Beeinträchtigung festgestellt. Anschließend nimmst du Kontakt zu einem ambulanten Pflegedienst auf und sprichst die individuell benötigten Leistungen ab. Diese sollten sich im zur Verfügung stehenden Budget bewegen.

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