Die neuen Corona-Mutationen bereiten der deutschen Regierung Sorgen. Nun tritt vermehrt eine weitere Infektionskrankheit in den neuen Bundesländern auf. Immer mehr Wildschweine erkranken entlang der deutsch-polnischen Grenze an der Afrikanischen Schweinepest. 400 tote Tiere wurden bereits nachgewiesen.

Die Afrikanische Schweinepest ist zwar für den Menschen ungefährlich, führt jedoch zu enormen wirtschaftlichen Folgen, wenn eine Weiterverbreitung nicht gestoppt wird. Mittlerweile sind sprunghafte Verschleppungen über mehrere hundert Kilometer keine Seltenheit mehr. Die Stadt Würzburg bereitet sich deshalb für einen möglichen Ausbruch im Stadtgebiet vor.

Durchfahrtschleuse zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest

Im Jahr 2020 wurde entschieden, einen Wildabwehrzaun und eine Durchfahrtschleuse zu beschaffen, um eine Infektionsausbreitung einzudämmen. Der Zaun wurde bereits in einem Gemeinschaftsprojekt mit vier weiteren Landkreisen in Angriff genommen. Die Beschaffung der Durchfahrtschleuse erfolgte nun durch die Stadt Würzburg.

In enger Kooperation zwischen dem Amt für Zivil- und Brandschutz und dem Fachbereich Verbraucherschutz, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung konnte die Durchfahrtschleuse organisiert werden. Im Krisenfall muss die Schleuse in kürzester Zeit dort aufgebaut werden, wo die toten Tiere gesammelt werden und eine Verschleppungsgefahr durch die Bergung der Tiere hoch ist.

Ende Januar fand eine Einweisung durch einen Spezialisten an der Feuerwehrwache des Amts für Zivil- und Brandschutz statt. Dabei wurde den Spezialmannschaften der Veterinärämter, der Feuerwehr und des THW des Landkreises Würzburg erklärt, wie der einstündige Aufbau der Schleuse funktioniert. Die Schulung erfolgte unter Einhaltung eines Hygienekonzepts. 

Erfolgreiche Projektumsetzung

Die Teilnehmenden testeten auch die Nutzung und die Effektivität der Durchfahrtschleuse. Diverse Düsen und Lanzen verteilen einen speziellen Desinfektionsschaum auf dem Auto, das nach einer kurzen Einwirkzeit wieder für die normale Nutzung zur Verfügung steht. Der Schaum soll das Fahrzeug von Erregern befreien.

Kommunalreferent Wolfgang Kleiner bedankte sich für die schnelle und erfolgreiche Umsetzung des Projekts zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, wie die Stadt Würzburg berichtet. Der Veterinäramtsleiter Dr. Lieven Pool bittet abschließend darum, "dass die Bevölkerung bei Spaziergängen in der freien Natur vorgefundene Wildschweinkadaver lediglich aus der Distanz betrachtet und dem Veterinäramt meldet". Die dazu passende App ist die „Tierfund-Kataster“-App