Am Samstag (11. Juni) wurde der Polizei Mittelfranken ein Pferd auf der A9 Richtung Berlin gemeldet. Das Tier befand sich zwischen der Anschlussstelle Allersberg und dem Autobahndreieck Nürnberg/Feucht.

Beim Eintreffen der Streife vor Ort stand der Verkehr bereits auf allen drei Fahrspuren und ein Stau hatte sich gebildet, berichtet die Polizei Mittelfranken auf ihrem Facebook-Account.

Pferd verursacht Stau auf A9: Paar spendet ihm Äpfel als "Nervennahrung"

Das Pferd, auf dem sich noch ein Sattel befand, stand neben der Fahrbahn im Grünstreifen und wurde bereits von einem Mann am Zaumzeug festgehalten. Dieser hatte das Pferd zuvor eingefangen und von der Autobahn geführt.

Ein offensichtlich tierfreundliches Paar, das sich ebenfalls im Stau befand, spendete umgehend zwei Äpfel als Nervennahrung für die entlaufene Stute, welche umgehend und genüsslich vom Tier verspeist wurden. Ein im Dienstfahrzeug befindlicher Nylonstrick wurde kurzerhand als Führstrick eingesetzt.

Der Mann, der sich um das Pferd kümmerte, war eigentlich mit Bekannten unterwegs zum Flughafen Nürnberg, um diese zu ihrem Urlaubsflieger zu fahren. Da der Mann das Vertrauen des Pferdes gewinnen konnte, und es sich von ihm beruhigen ließ, wurde er gebeten, bis zum Eintreffen der Pferdebesitzerin, welche durch Beamte der Verkehrspolizei Feucht ausfindig gemacht werden konnte, vor Ort zu bleiben und sich um das Pferd zu kümmern.

Polizei dankt dem "Pferdeflüsterer"

Die Pferdebesitzerin traf nach Angaben der Polizei gegen 16.30 Uhr am Einsatzort ein, konnte ihr entlaufenes Pferd glücklich in einen Pferdeanhänger laden und in den heimatlichen Stall zurückbringen.

Nachdem das Pferd erfolgreich verladen war, wurde der „Pferdeflüsterer“ durch eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Feucht zum Flughafen Nürnberg gefahren, da sich seine Bekannte mit dessen Pkw bereits selbst auf den Weg dorthin gemacht hat, um ihren Flieger noch rechtzeitig zu erreichen.

"Dem Mann gebührt ein herzlicher Dank, da er durch sein beherztes Eingreifen Schlimmeres verhinderte und das Pferd über die gesamte Zeit beruhigte, was zeitweise gar nicht so einfach war", schreibt die Polizei Mittelfranken in ihrem Facebook-Post.

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