Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Minischweinen, auch Minipigs genannt. Ende Mai 2022 sind insgesamt sechs Ferkel geboren, zwei Männchen und vier Weibchen. Wie die Stadt Nürnberg berichtet, seien die Jungtiere inzwischen schon sehr aktiv und für Besucherinnen und Besucher gut zu sehen.

Die jungen Minischweine seien kurz nach der Geburt nur etwa 15 Zentimeter groß und damit kaum größer als eine Teetasse. Im englischen Sprachraum werden sie daher auch als „Teacup Pigs“ bezeichnet. Insgesamt hält der Tiergarten aktuell acht Minischweine – neben den sechs neugeborenen Ferkeln eine Sau und einen Eber. Die Minipigs bekommen im Tiergarten in der Regel einmal im Jahr Nachwuchs. Die Tragzeit beträgt wie auch bei anderen Hausschweinerassen drei Monate, drei Wochen und drei Tage.

"Stupsnase und Kulleraugen": Afrikanische Schweinepest gefährdet Nürnberger Teacup-Nachwuchs 

"Mit ihrer Stupsnase, den Kulleraugen und der runden Stirn bedienen die Minipigs das Kindchenschema und werden von vielen Besucherinnen und Besuchern als besonders niedlich angesehen. Das Niedliche der kleinen Schweine ist auch immer wieder Anlass, sich die Tiere als Haustier, sogar für die Wohnung, anzuschaffen. Für eine artgerechte Haltung brauchen die Tiere allerdings ein Außengehege. Neben ausreichend Platz im Garten sind auch Schattenplätze notwendig. Schweine sind intelligente, soziale Tiere und sollten nicht einzeln gehalten werden", informiert die Stadt Nürnberg. 

Aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) dürften die Minipigs im Tiergarten Nürnberg derzeit nicht gefüttert und gestreichelt werden. Die ASP sei eine Viruserkrankung, die für Menschen und andere Tierarten  ungefährlich, für Schweine aber tödlich sei. "Ursprünglich trat sie bei wildlebenden Schweinearten in Afrika auf. Das Virus gelangte dann vermutlich über Zecken nach Georgien und hat sich von dort weiter ausgebreitet", so die Stadt Nürnberg. Im September 2020 habe sich der erste Fall bei einem Wildschwein in Brandenburg, im Juli 2021 bei Hausschweinen im selben Bundesland bestätigt.

Inzwischen sei die Seuche auch in anderen Bundesländern angekommen. In Bayern sei bislang noch kein Fall aufgetreten. Übertragen werde das Virus durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, über Blut oder wenn die Schweine Fleischprodukte fressen - wie weggeworfene Wurstbrötchen im Wald. Das Virus könne mehrere Wochen auf einem Tierkadaver überleben oder über Werkzeuge, Fahrzeugreifen, Schuhe und andere Kleidungsstücke zu einem neuen Wirt gelangen. So bestehe die Gefahr, dass auch Schweine in menschlicher Obhut mit dem Virus in Kontakt kommen, heißt es aus Nürnberg.