FCN fordert den VfB Stuttgart: In Nürnberg brennt der Baum! Nach der 0:2-Heimniederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden ist der Club auf den Relegationsplatz abgerutscht. Inzwischen beschäftigt man sich ernsthaft mit einem möglichen Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga. "Natürlich müssen wir uns als seriöse Kaufmänner in der jetzigen Situation auch mit diesem Szenario beschäftigen", sagte unlängst Finanz-Vorstand Niels Rossow gegenüber der Bild.

FCN in der Krise: Bei Niederlage droht Absturz auf den letzten Platz

Nach zuletzt sieben Zweitligapartien ohne Sieg ist der FCN nach unten durchgereicht worden - und der neue Coach Jens Keller steht bereits im dritten Spiel gehörig unter Druck. Am Montag (20.30 Uhr) ist der Club beim Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart zu Gast - Kellers Ex-Verein als Spieler und Trainer. Verlieren die Nürnberger, droht im schlimmsten Fall sogar der Absturz auf den letzten Tabellenplatz. Vielleicht kommt dem Club dabei zupass, dass auch der Tabellendritte aus Schwaben etwas kriselt.

Doch wer von beiden schießt sich am Montag aus der Krise? Für Keller jedenfalls wird das Gastspiel in seiner Geburtsstadt etwas ganz besonderes: "Der Verein hat mich in meiner Karriere am meisten geprägt", sagte Keller, der als Spieler und Coach einen Großteil seiner Karriere in Stuttgart verbrachte. "Ich arbeite aber für den FCN und fokussiere mich nur darauf. Beim VfB hat sich inzwischen auch fast alles verändert."

Vor dem Match am Montagabend äußerte Keller auch Verständnis für den Ärger der FCN-Fans. "Der Unmut der Fans ist absolut nachvollziehbar, weil man mit anderen Erwartungen in diese Saison gegangen ist", sagte Keller. Wie schnell sich die Stimmung drehen kann, weiß Keller selbst. Erst zwei Pflichtspiele hat er mit dem FCN absolviert, das 0:0 im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth und das 0:2 gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden. 180 Minuten reichten bereits aus, um im ebenfalls kritischen Umfeld des Traditionsclubs erste Zweifel am 49-Jährigen zu schüren. Auch Keller helfen nur Ergebnisse. Bei seinem Ex-Club will er damit anfangen.

FCN: So könnte der Club gegen Stuttgart auflaufen

  • System: 4-4-2
  • Tor: Mangels Alternativen wird Felix Dornebusch das Club-Tor hüten, auch wenn der eilends verpflichtete Keeper gegen Wiesbaden keine gute Figur machte.
  • Abwehr: Im Zentrum werden wohl Lukas Mühl und Asger Sörensen auflaufen, Margreitter fehlt weiter verletzt. Spannender wird es auf den Außenpositionen. Enrico Valentini wird wahrscheinlich spielen, die Frage ist nur, auf welcher Seite. Beginnt Valentini links, läuft rechts wohl Oliver Sorg auf. Geht Valentini auf die rechte Seite, könnten Tim Handwerker oder Fabian Nürnberger den Part links übernehmen.
  • Mittelfeld: An Kapitän Hanno Behrens führt natürlich kein Weg vorbei. Er gilt im Zentrum als gesetzt. Wahrscheinlich läuft Johannes Geis neben Behrens auf, auch wenn der Standardspezialist gegen Wiesbaden enttäuschte. Als Alternativen stünden Lukas Jäger oder Patrick Erras bereit. Auch der junge Adam Gnezda Cerin könnte eine Chance bekommen. Auf der linken offensiven Seite dürfe Keller Robin Hack oder Sebastian Kerk beginnen lassen. Iuri Medeiros wäre rechts eine weitere Option.
  • Sturm: Michael Frey ist erste Wahl im Angriff. Daneben oder hängend dahinter könnte Nikola Dovedan beginnen. Möglich auch, dass Felix Lohkemper seine Chance von Beginn an bekommt. Will Keller noch mehr umbauen, stünde Mikael Ishak bereit.

Beim VfB könnte Daniel Didavi sein Comeback feiern. "Von der Verletzung ist Stand jetzt nichts übrig geblieben. Auch für meine Sehne, mit der ich letztes Jahr viele Probleme hatte, war es gut. So bin ich komplett schmerzfrei", sagte der 29-Jährige am Donnerstag.

Didavi hat wegen einer Muskelverletzung in der Wade seit zwei Monaten nicht mehr gespielt und dem VfB in den vergangenen sechs Spielen der 2. Liga gefehlt. Vier der Partien verlor der VfB. Seit Montag ist er wieder im Mannschaftstraining.

VfB: So könnte Stuttgart gegen den FCN auflaufen

  • System: 4-3-3
  • Tor: Stammtorhüter des VfB Stuttgart ist Gregor Kobel. Die Leihgabe aus Hoffenheim wird gegen den FCN das Schwabentor hüten.
  • Abwehr: Da Abwehrchef Marc-Oliver Kempf noch gesperrt ist, bilden wahrscheinlich erneut Holger Badstuber und Nathaniel Philipps die Innenverteidigung des VfB. Auf der linken Abwehrseite hat sich Routinier Gonzalo Castro etabliert. Auf der rechten Seite gilt das für Pascal Stenzel.
  • Mittelfeld: Atakan Karazor muss wohl erneut auf der Bank Platz nehmen, da sich Wataru Endo auf der Sechs festgespielt hat. Das Dreiermittelfeld komplettieren wahrscheinlich Santiago Ascacibar sowie Orel Mangala.Sollte Didavi auflaufen können, wird voraussichtlich Mangala weichen müssen.
  • Sturm: Im Angriff könnte VfB-Trainer Tim Walter Veränderungen vornehmen. Silas Wamangituka ersetzt wohl Philipp Förster, der gegen Sandhausen enttäuschte. Rechts dürfte Nicolas Gonzales den Vorzug vor Roberto Massimo erhalten. Im Sturmzentrum könnte Hamadi Al Ghaddioui Ex-Nationalspieler Mario Gomez vertreten.

mit dpa