Sein neues Werk "Avonmore", das an sein Megaseller-Album "Avalon" anknüpft und sich zugleich stilistisch darüber hinaus wagt, stand dabei gar nicht so sehr im Mittelpunkt, wie die Highlights aus seiner Zeit mit Roxy Music, vor allem im zweiten Teil des Konzerts. Der langjährige Roxy-Gitarrist Neil Hubbard trug seinen Teil gut hörbar dazu bei. Auch seine Hommage an Bob Dylan mit dessen Evergreen "Don´t Think Twice, It´s Alright" so wie der Lennon-Klassiker "Jealous Guy" steigerten sich mit dem unnachahmlichen Timbre in der Stimme der Pop-Ikone zu wahren Gänsehaut Nummern.

Die hervorragend besetzte neunköpfige Band, in der die elegante, hochschwangere Saxophonistin Lucy Wilkins solistisch herausragte, trug wesentlich zu dem überaus gelungenen Konzertabend bei.
Der Dandy des Pop machte seinem Namen alle Ehre, erschienen auch die Songs seines aktuellen Albums live sowohl sehr relaxed als auch mit soundtechnisch experimentellen Einschüben innovativ up to date. Lässige Coolness und smartes Entertainment kennzeichnen den ehemaligen Kopf von Roxy Music auch heute noch, gerade weil seine Songs im Konzert gar nicht so weichgespült klingen wie auf Platte.

Der musikalische Cocktail aus melancholischen Hymnen über Liebe und Verlust zu lässigem Disco-Pop mit einem Schuss Smooth-Funk verfehlte seine Wirkung auch in der Meistersingerhalle nicht, da auch die Solisten in der Band reichlich Gelegenheit fanden, sich zu präsentieren. Im Chor zeigte besonders Bobby Gordon ihre Stimmgewalt. Mit "Smoke get's in your Eyes" als emotionalen Treibsatz konnte Bryan Ferry sich im Laufe des Konzerts immer weiter steigern. Eine exaltierte Version von "More Than This" entlud sich in einem Rausch aus Titeln der Ära mit Roxy Music von "Do The Strand" bis zum extatischen "Love Is The Drug". Standing Ovations!