Ein kurzer Tweet mit einem noch knapperen Hashtag hat am Wochenende ausgereicht, um die Gemüter auf Twitter zu erhitzen: Das Polizeipräsidium Mittelfranken hielt seine Follower über Social Media auf dem Laufenden, wann immer ein neuer Einsatz anstand. Eine angedrohte SEK-Stürmung fanden die Nutzer aber weniger lustig.

Unter dem Hashtag "Twittermarathon" hatte das Präsidium zwölf Stunden lang nonstop gepostet. Das Fazit: Über 600 Einsätze waren in dieser Zeit in der Einsatzzentrale koordiniert worden, insgesamt 110 Tweets veröffentlichte die Polizei darüber. Auch andere Präsidien nutzen dieses Format immer wieder, um Einblicke in die Polizeiarbeit zu gewähren.

Polizei Mittelfranken empört mit Tweet über Cannabis-Gestank

Während des sogenannten "Einsatztwitterns" ist den Beamten aus Mittelfranken am Samstagabend (6. August 2022) jedoch ein Fauxpas unterlaufen: Ein Anrufer hatte der Polizei mitgeteilt, dass es in dem Nürnberger Mehrfamilienhaus, in dem er wohnt, jeden Abend nach Cannabis rieche. "Da Geruchsbelästigungen eine schlimme Sache sind, schauen wir uns das mal an", kündigte das Präsidium daraufhin in einem Tweet an.

Dieser war außerdem mit dem Hashtag "SEK kommt" versehen. Ein zusätzlicher Zwinker-Smiley sollte zwar deutlich machen, dass es sich dabei um einen Scherz handelte, einige Twitter-Nutzer fanden den Post aber gar nicht lustig. Über 200 Antworten und mehr als 20 Retweets hat der Tweet mittlerweile ausgelöst: "Sagt mir bitte, dass jemand euren Account gehackt und damit seine privaten, provozierenden Trollspielchen getrieben hat", schreibt ein User beispielsweise.

"Fünf Jahre Knast für das halbe Gramm müssen drin sein", scherzt ein Nutzer. Eine weitere Kommentatorin bewertet das Verhalten des Anrufers und der Polizei dagegen als "gemein und dumm". Ihre Nachbarn würden auch regelmäßig Cannabisgeruch im Treppenhaus wahrnehmen, hätten aber dank einer simplen Nachfrage erfahren, dass sie medizinisches Cannabis konsumiere. "Sie rufen keine Leute herbei, die mir und meiner Familie Angst machen und mit dem SEK drohen."

Ein anderer Nutzer findet den Tweet "maximal peinlich" und eine weitere Userin bringt ihre Empörung noch knapper auf den Punkt: "Echt jetzt?!" In einem nachfolgenden Tweet erklärte die Polizei übrigens, dass in der Wohnung tatsächlich Marihuana gefunden und sichergestellt wurde. Den Bewohner erwarte nun eine Anzeige, das SEK musste daür aber nicht anrücken.

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