• Lauf an der Pegnitz: Metzgerei schließt nach fast 100 Jahren
  • Inhaberin Gabriele Bührer: "Schaffe ich einfach nicht mehr"
  • Lichtblick für Kunden: Wurstwaren des familiengeführten Unternehmens weiterhin erhältlich
  • Letzter Öffnungstag bereits am Donnerstag (30. September 2021)

Nach fast 100 Jahren schließt die familiengeführte Metzgerei Perl in Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) ihre Türen für immer. "Mir geht es gesundheitlich nicht so gut. Außerdem führe ich den Laden seit über 30 Jahren, ich gehe jetzt in Rente", begründet Gabriele Bührer, Inhaberin in der vierten Generation, ihre Entscheidung gegenüber inFranken.de. "Die 14 Stunden, die ich am Tag arbeite, schaffe ich einfach nicht mehr."

Lauf an der Pegnitz: Metzgerei Perl muss nach knapp 100 Jahren für immer schließen

Leicht gefallen sei ihr die Entscheidung keineswegs. "Natürlich ist das schwer", sagt sie. Besonders in Hinblick auf die Familientradition. "Aber in zwei oder drei Jahren würde es mir genauso schwerfallen, aufzuhören." Also schließe sie das Geschäft schon jetzt. Der 30. September wird der letzte Tag sein, an dem die Metzgerei öffnet.

Einen Lichtblick gebe es für die Kund*innen dennoch: "Unsere Wurstwaren sind weiterhin erhältlich im Fleischladen beim Laufer Schlachthof. Da wurden sie auch produziert", erklärt Bührer. Zur Metzgerei gehört außerdem ein Catering-Service, der von Tochter Katja und deren Mann Tobias Eckert geführt wird. Auch diesen wird es künftig allerdings nicht mehr geben.

Bratwürste, Stadtwurst und geräucherte Leberwurst – wie viele Kilogramm davon die letzten 100 Jahre über die Ladentheke gingen, kann die Familie Bührer nicht sagen. Aber gerade die fränkischen Bratwürste seien ein "echter Geheimtipp, die besten der Stadt und weit über die Region hinaus beliebt". Seit jeher würden sie nach dem Familienrezept von Uropa Perl hergestellt und ständig perfektioniert, erklärt Bührer.

Familiengeführte Metzgerei Perl: Kundschaft bedauert Schließung - "tut sehr vielen leid"

Georg Perl gründete die Gaststätte Perl mit angrenzender Metzgerei etwa im Jahr 1928, erklärt Gabriele Bührer. "Während des Kriegs verpflegten amerikanische Truppen ihre Soldaten von hier aus", erinnere sich demnach noch Werner Perl, einer der Söhne, der heute 92 Jahre alt ist. Schließlich habe Fritz Perl zusammen mit seiner Frau Betty das Fleischereifachgeschäft übernommen und es vor gut 30 Jahren an Tochter Gabriele und ihren Mann Thomas Bührer übergeben.

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Die Eheleute hätten das Geschäft mit "viel Engagement und Hingabe" entwickelt. Das Sortiment sei "ständig erweitert und den Verbrauchergewohnheiten angepasst" worden, so die Inhaberin. "Es gingen neben Fleisch- und Wurstwaren auch zum Beispiel ofenfertige Gerichte, Canapés oder fränkische Geschenkkörbe über die Ladentheke. 1997 habe das Ehepaar die Fleisch- und Wurstproduktion in den Laufer Schlachthof verlagert. 

Sie danke "allen Kunden für die treue Unterstützung in den letzten 30 Jahren", so Bührer. "Als wir den Betrieb von meinen Eltern übernommen haben, gab es noch keinen Supermarkt in Lauf. Das Einkaufsverhalten hat sich verändert und auch Fachkräfte und Nachwuchs sind rar", sagt sie. Die letzten Tage gehe sie mit einem wehmütigen Gefühl in ihre Metzgerei. Die Kundschaft bedauere die Schließung der Metzgerei ebenfalls. "Es tut vielen sehr leid, wir haben auch viele Stammkunden", erklärt Bührer. "Aber sie können ja unsere Ware trotzdem noch kaufen", betont sie.

Anfang September kürte das Metzgerhandwerk Bayern erstmalig die Metzgerei mit dem besten Grillfleisch. Zwei fränkische Metzgereien sicherten sich dabei die ersten beiden Plätze beim Sonderwettbewerb "Best Ribeye".

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