Herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt: Der 1. FC Nürnberg musste am vorletzten Spieltag der Saison 2019/20 eine bittere Niederlage einstecken. All die Euphorie nach dem 0:6-Erfolg am vergangenen Dienstag gegen Wehen Wiesbaden schien dahin. Gegen den Aufstiegsmitfavoriten VfB Stuttgart ging der FCN so richtig baden. Am Ende stand es 0:6 im eigenen Stadion. 

Hatte der Club am Spieltag zuvor das miese Torverhältnis mit dem 0:6-Erfolg noch ordentlich aufpoliert, ist dies nach der Pleite gegen die Schwaben wieder passé. Gegen Holstein Kiel muss also unbedingt ein Sieg her, um die Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Die direkten Konkurrenten der Franken haben zwar - Glück für den Club - ebenfalls wichtige Punkte liegen lassen, doch der KSC sitzt dem Club weiterhin im Nacken.

34. Spieltag wird über Klassenerhalt, Relegation und Abstieg entscheiden

Dem Karlsruher SC gelang zuhause gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld ein 3:3- Unentschieden, während Wehen Wiesbaden auswärts gegen Darmstadt mit 3:1 verlor. Mit einem Unentschieden des Clubs und einem Sieg des KSC - dann hätten beide Mannschaften 37 Punkte - dürften die Franken aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf dem Relegations-Abstiegsplatz landen. 

Der Club steht aktuell mit 36 Punkten vor dem letzten Spieltag am kommenden Sonntag auf Tabellenplatz 15 und hat zwei Punkte Vorsprung auf den Karlsruher SC, der aktuell mit 34 Punkten auf dem Abstiegs-Relegationsplatz rangiert. Auf den direkten Abstiegsplätzen in die dritte Liga befinden sich derzeit Dynamo Dresden sowie Wehen Wiesbaden mit jeweils 31 Punkten. Bayerns Ministerpräsident und bekennender Club-Fan Markus Söder äußerte sich im Interview mit inFranken.de zu den Chancen für den Klassenerhalt.

Während der VFB Stuttgart mit seiner Torgala den direkten Wiederaufstieg in die 1. Liga praktisch perfekt gemacht hat, hat der 1. FC Nürnberg den direkten Abstieg in die dritte Liga vermeiden können. Dank Schützenhilfe bleibt die Keller-Elf trotz der Heimpleite auf Rang 15. Silas Wamangituka (11. Minute), zweimal Atakan Karazor (26./63.), Sasa Kalajdzic (41.) und Nicolas Gonzalez (52./76.) drückten mit ihren Toren den Klassenunterschied zwischen den Bundesliga-Absteigern aus. 

Schlechte Leistung des FCN gegen Stuttgart

Der Club leistete bei den Gegentoren auch noch Mithilfe. Das begann mit Georg Margreitter, der das 0:1 mit einem schlimmen Ballverlust einleitete, den der starke Wamangituka ausnutzte. Den Eckball vor dem 0:2 verursachte Tim Handwerker völlig unnötig. Vor dem 0:3 verlor Fabian Nürnberger den Ball. Nach der Pause fielen die Nürnberger total auseinander, den Schwung des 6:0 in Wiesbaden konnten die Franken nie aufnehmen. Der VfB war in allen Mannschaftsteilen überlegen. Wamangituka und Gonzalez machten Druck über die Außenbahnen. Und im Zentrum überzeugte der in dieser Saison lange verletzte Mittelstürmer Kalajdzic nicht nur wegen seiner Torpremiere im VfB-Trikot.

Das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo geht als Tabellenzweiter mit drei Punkten Vorsprung und einer um elf Tore besseren Tordifferenz auf den 1. FC Heidenheim in den letzten Spieltag. Gegner in Stuttgart ist dann Darmstadt 98. Nach dem Abpfiff feierten die VfB-Profis bereits wie Aufsteiger.

dn/mit dpa