• Ergebnisse der Bundestagswahl 2021 in Nürnberg im Live-Ticker
  • Wenig Emotionen auf CSU-Wahlparty - doch Freude bei den Direktkandidaten
  • CSU-Kandidat Michael Frieser nennt Unions-Ergebnis "desaströs" - freut sich aber über Gewinn des Direktmandats
  • Sebastian Brehm (CSU) kann Ganserer (Grüne) und Heinrich (SPD) überraschend weit hinter sich lassen 

Bei der Bundestagswahl 2021 in Nürnberg wählten die Bürger*innen in den Wahlkreisen Nürnberg Nord und Nürnberg Süd ihre*n Direktkandidat*in und mit der Zweitstimme eine Partei. Ein Drittel der Erwachsenen durfte allerdings nicht wählen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die CSU in beiden Kreisen das Direktmandat erlangt. Die Ergebnisse der diesjährigen Wahl war mit Spannung erwartet worden, da die 18-jährige CSU-Vorherrschaft in der Frankenmetropole zu wackeln drohte. In unserem Live-Ticker zur Bundestagswahl in Nürnberg findet ihr alle überraschenden Ergebnisse der Erst- und Zweitstimmen in den Wahlkreisen sowie Reaktionen. 

Bundestagswahl 2021 in Nürnberg: Das sind die Ergebnisse in den Wahlkreisen Nord und Süd/Schwabach

Im Wahlkreis Nürnberg-Nord (244) standen insgesamt 13 Kandidaten und Kandidatinnen zur Wahl. Die Analyseportale erwarteten eigentlich ein spannendes Triell zwischen Tessa Ganserer (Grüne), Sebastian Brehm (CSU) und Gabriela Heinrich (SPD). Bei der Bundestagswahl 2017 hatte sich Brehm mit 31,3 Prozent der Erststimmen gegen Heinrich (25,6 Prozent) durchgesetzt. Eine Übersicht über die Kandidaten mit Kurzporträts und Zielen findet ihr hier.

Wahlkreis Nürnberg Nord - Ergebnisse 2021

Im Wahlkreis Nürnberg Süd (245) wurde ein knappes Duell zwischen dem Schwabacher Thomas Grämmer (SPD) und Rechtsanwalt Michael Frieser (CSU) erwartet. Bei der Bundestagswahl 2017 war SPD-Kandidat Martin Burkert (SPD) mit 26,5 Prozent klar unterlegen, der CSU-Mann hatte 35,6 Prozent geholt. 

Wahlkreis Nürnberg Süd - Ergebnisse 2021

Live-Ticker aus Nürnberg zur Bundestagswahl: CSU holt Direktmandate - so lief der Wahltag

Montag, 27.09.2021

+++ 10.16 Uhr: In den Wahlkreisen Nürnberg Nord und Nürnberg Süd hat die CSU bei der Bundestagswahl 2021 wiederholt beide Direktmandate geholt - entgegen aller Prognosen kam es nicht zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Auszählung aller Stimmen holte Sebastian Brehm (CSU) im Norden 28,4 Prozent vor Tessa Ganserer (Grüne) mit 22,4 Prozent. In Nürnberg Süd/Schwabach gewann Michael Frieser (CSU) mit 34,4 Prozent vor Thomas Grämmer (SPD) mit 24,2 Prozent - und damit mit über 10 Prozenpunkten Vorsprung. 

"Vielen herzlichen Dank für Ihre Wiederwahl in den Deutschen Bundestag! Ich werde mich auch in den kommenden vier Jahren für Nürnberg einsetzen. Das ist mein Versprechen an all die Wähler, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben", schrieb Brehm kurz nach Mitternacht bei Facebook mit dem Gefühlszustand "fantastisch". Michael Frieser richtete sich mit einer Videobotschaft unter dem Motto "Nürnberg bleibt schwarz. Im Norden wie im Süden" an seine Anhängerschaft. "Ich bin sehr stolz darauf, den Wahlkreis Nürnberg-Süd erfolgreich verteidigt zu haben", so Frieser. "Ich danke für all die Unterstützung, die einem zuteil wurde", so Frieser und richtete die Dankesworte inbesondere an sein Wahlkampfteam. "Nürnberg weiß und hat seinen Beitrag geleistet", so Frieser weiter, ein "echter Linksrutsch" habe verhindert werden können.

Nach der Bundestagswahl vertreten nun diese sechs Kandidat*innen Nürnberg in Berlin.

Sonntag, 26.09.2021

+++ 21.19 Uhr: Die Stimmen zur Bundestagswahl 2021 in Nürnberg sind nahezu fertig ausgezählt. Das sind die Ergebnisse:

  • Im Bundestagswahlkreis Nord (Stand: 21.16 Uhr) hat Sebastian Brehm sein Direktmandat mit 28,6 Prozent der Stimmen verteidigt. Tessa Ganserer kam mit 22,4 Prozent und Gabriela Heinrich (21,9 Prozent) auf Platz 2 und 3. 
  • Im Bundestagswahlkreis Nürnberg Süd/Schwabach hält Michael Frieser (CSU) sein Direktmandat mit 34,4 Prozent der Stimmen, Thomas Grämmer (SPD) wurde von 24,4 Prozent der Wahlberechtigten gewählt. Rang 3 belegt Sascha Müller (Grüne) mit 12,1 Prozent. 
  • Bei den Zweitstimmen hat Nürnberg ebenfalls meheheitlich konservativ gewählt. Die CSU erreicht 26,5 Prozent, die SPD liegt mit 21,7 Prozent etwas dahinter. Die Grünen erreichen 19,3 Prozent, die FDP 9,6 Prozent. Schlusslicht bilden AfD (7,9 Prozent) und Linke (5,1 Prozent). Besonders AfD und Linke haben stark verloren in Nürnberg, die Grünen haben deutlich zugewonnen.

Damit verabschieden wir uns von euch aus dem Live-Ticker und wünschen einen schönen Abend. 

+++ 20.45 Uhr: SPD-Direktkandidat Thomas Grämmer war in den vergangenen Wochen als möglicher Überraschungssieger seines Wahlkreises Nürnberg Süd/Schwabach gehandelt worden. Doch Grämmer liegt bereits zu weit hinter Michael Frieser (CSU), um das Mandat noch zu erlangen - und kann auch über die Liste nicht einziehen. Der gelernte Erzieher sieht den Wahlabend trotzdem mit Freude - den Ergebnissen im Bund sei Dank. "Natürlich ist Berlin in die Ferne gerückt für mich, aber wenn man sich ansieht, wo wir als SPD herkamen, haben mir uns deutlich gesteigert und konnten mit unseren Ideen und Themen überzeugen, das ist ein Erfolg." Wo die Koalitionsverhandlungen hingingen, müsse man sehen - "in der Elefantenrunde wurden ja gerade bereits deutlich, dass die Ansichten unterschiedlich sind." Die Stimmung auf der SPD-Wahlparty sei auf jeden Fall gut, er wolle nach einem kurzen Abstecher zu seinem Ortsverband Schwabach auch noch zurück zu den Parteikolleginnen und -Kollegen. 

+++ 20.25 Uhr: Oberbürgermeister Marcus König (CSU) zieht ein weitgehend positives Fazit zur Bundestagswahl 2021 in Nürnberg. "Die Wahlbeteiligung in Nürnberg ist gestiegen, liegt bei 76 bis 77 Prozent, ein gutes Zeichen für die Demokratie", sagte König gegenüber inFranken.de. Er freue sich, das man "anscheinend viele Kandidaten von den demokratischen Parteien im Parlament sitzen habe", zählt neben Brehm, Frieser, Ganserer und Heinrich auch FDP-Direktkandidatin Katja Hessel auf, die aller Voraussicht nach wieder nach Berlin geht. Hingegen beunruhige ihn das Ergebnis der AfD im Süden und im Norden mit aktuell jeweils über zehn Prozent. Man müsse daran arbeiten, "hier wieder Wähler" zurückzugewinnen. Aber "heute ist ein Tag für die Demokratie, viele sind zur Wahl gegangen und das ist gut so", sagt König. 

+++ 20.04 Uhr: "Wir liegen bundesweit bei 11,2 Prozent, ich denke, es wird sogar noch ein paar Punkte nach oben gehen", glaubt Marco Preißinger, Spitzenkandidat für die FDP im Wahlkreis Nürnberg Süd. "Ich würde mir für meinen Wahlkreis wünschen, dass wir an den Bundestrend kommen", sagt er zu inFranken.de. Für eine Ampel-Koalition zeigt sich Preißinger überraschend aufgeschlossen. "Es kommt auf die Inhalte an, Kompromisse gehören zu einer Demokratie", sagt er. Man stehe aber zu den Punkten, die Christian Lindner formuliert habe. "Zum Abweichen ist es heute zu früh."

+++ 19.49 Uhr: Michael Frieser (CSU) nennt die aktuellen Werte trotz seines Vorsprungs im eigenen Wahlkreis ein "desaströses Ergebnis". Man habe es verpasst, die "konträren Positionen im Wahlkampf deutlich zu machen". Er und Brehm müssten auch in den "großstädtischen Wahlkreisen in Nürnberg gute Nerven bewahren". Er sei "erstmal glücklich, dass man möglicherweise einen deutlichen Linksruck in Deuschland verhindern konnte". Sein Parteikollege Brehm, der im Wahlkreis Süd ums Direktmandat kämpft, spricht ebenfalls von einem "schlechten Ergebnis", auch für die CSU in Bayern sei das Ganze "nicht zufriedenstellend". 

+++ 19.35 Uhr: In beiden Wahlkreisen in Nürnberg liegen die Kandidaten der CSU nach aktuellem Stand vorne. Sebastian Brehm führt im Wahlkreis Nürnberg Nord mit 28,8 Prozent vor Gabriela Heinrich (SPD, 22,9 Prozent) und Tessa Ganserer (Grüne, 19,7 Prozent). Bei den Zweitstimmen liegt die CSU mit 27,1 Prozent vor der SPD mit 22,3 Prozent. In Nürnberg Süd führt Michael Frieser (CSU) mit 34 Prozent vor Thomas Grämmer (SPD) mit 23,8 Prozent (Stand: 19.15 Uhr). Überraschend: AfD-Kandidat Matthias Vogler belegt den dritten Rang vor Sascha Müller (Grüne) mit 10,7 Prozent. In beiden Wahlkreisen wurde allerdings erst rund ein Drittel der Stimmen ausgezählt. 

+++ 18.38 Uhr:
Der Tisch des CSU Ortsverbands Nürnberg Südstadt zeigt sich nach der ersten Hochrechnung erleichtert. "Auf jeden Fall besser als die Vorausprognosen", sagt Enrico Döhring. "Wir können es noch schaffen." Er gibt vor allem der medialen Darstellung Armin Laschets die Schuld am Ergebnis. "Die Skandale von Scholz wurden nicht so stark behandelt", findet er. Er hoffe, dass die "Grünen nun den Mut finden, Jamaika zu machen" und legt Hoffnung in die FDP, die "sicher eher zu uns tendiert". Das Gerücht, das Markus Söder (CSU) nach gescheiterten Verhandlungen doch noch Kanzler werden könnte, glaubt er nicht. "Er hat gesagt, er bleibt in Bayern und dabei sollte man es belassen", sagt Döhring und widmet sich dann einem Bauernbrot mit Obatzda.

+++ 18.10 Uhr: Kaum Reaktionen bei der CSU in Nürnberg. Hochrechnung bei 25 Prozent, Gleichstand, offenbar kaum ein Grund zur Freude - obwohl die Prognosen die Union noch weiter hinten sahen. Das einzige Klatschen im Saal ist zu vernehmen, als es heißt, Rot-Rot-Grün hätte keine Mehrheit. Woran es lag, wird Paul Ziemiak in der ARD gefragt. "Am Kandidaten", sagt ein Parteimitglied am Tisch und schaut entnervt an die Decke.

+++ 17.46 Uhr: Auf der Wahlparty der Grünen in einem Trendlokal am Nürnberger Kornmarkt stehen die Champagnerflaschen schon am Eingang - als Deko. Ob es wirklich etwas zu feiern gibt, weiß auch Sascha Müller, Direktkandidat im Wahlkreis Nürnberg Süd nicht.

"Wir haben gestern bis zum Schluss gekämpft und sind jetzt demütig vor dem, was kommt." Sein Wahlkreis, in dem ihm Prognosen kaum Chancen ausrechnen, sei nicht der stärkste Kreis der Grünen in Bayern. Er hoffe trotzdem auf Direktstimmen, auch wenn er "über die Liste mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit" in den Bundestag einziehen werde. Das sieht Müller auch als gewissen Nachteil gegenüber SPD-Konkurrent Thomas Grämmer, der das Direktmandat bräuchte, um nach Berlin zu kommen. Insgesamt wolle man "oben mitspielen", es sei der richtige Anspruch der Grünen gewesen, die Kanzlerin stellen zu wollen.

+++ 16.28 Uhr: Die Wahlbeteiligung zur Bundestagswahl 2021 lag um 16 Uhr laut Nürnberger Wahlamt bei 64 Prozent. Das sind zwei Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der Bundestagswahl 2017, wie die Behörde gegenüber inFranken.de erklärt. "Wir können aber natürlich nur schätzen, wie hoch sie letztlich ist, weil die Briefwahlstimmen ja noch oben draufgerechnet werden müssen", sagt Wahlamtsleiter Wolf Schäfer. Die Stadt rechnet dieses Mal alleine mit über 140.000 Briefwahlstimmen, bereits vor zehn Tagen wurde der Rekord an jemals beantragten Briefwahlunterlagen gebrochen. 

+++ 15.48 Uhr: An der FOS 2 in Nürnberg-Grossreuth sind alle Parkplätze belegt, die Stadt hat bereits einen Einweiser bestellt. Der Grund: Hier werden am laufenden Band Briefwahlstimmen sortiert, geprüft und in die Urne gesteckt. Stephan Raab, der im Nürnberger Zukunftsmuseum arbeitet, macht den ehrenamtlichen Job bereits seit zehn Jahren. Als Wahlvorsteher muss er den Überblick behalten, Kollegen und Kolleginnen in kritischen Fällen beraten und falsch einsortierte Umschläge aussortieren.

"Farben zuordnen ist bisweilen schwierig", sagt Raab mit Ironie in der Stimme. Trotz den Massen an Briefwahlumschlägen ist Raab zufrieden. "Die Stadt Nürnberg hat mehr Briefwahlbezirke eingerichtet, deswegen haben wir dieses Mal sogar etwas weniger zu tun." Dass jemand doppelt wählt, könne durch ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem quasi ausgeschlossen werden. "Das Wahlamt teilt uns mit, welche Wähler schon im Wahllokal gewählt haben, mit deren Nummern gleichen wir jeden Wahlschein ab," erzählt Raab. Ab 18 Uhr werden die Stimmen ausgezählt. Rückverfolgt werden auf Personen, können sie nicht. Denn stimmt mit den Umschlägen alles, wandern die Stimmen im verschlossenen blauen Umschlag direkt in die Urne.

+++ 15.36 Uhr: Bei der Bundestagswahl 2021 zeichnet sich im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 bisher eine höhere Wahlbeteiligung in größeren Städten in Bayern ab. Laut einem Sprecher des Wahlamtes wählten in Nürnberg bis 12 Uhr 31 Prozent der Stimmberechtigten. Um diese Zeit lag die Wahlbeteiligung am Wahlsonntag 2017 um zwei Prozent niedriger. In Nürnberg werden die Briefwahlstimmen - anders als in München und Würzburg - nach und nach "anteilig eingerechnet", wie der Sprecher der dpa sagte.

In den anderen größeren Städten in Bayern gibt es ein ähnliches Bild: In der Landeshauptstadt München hatten bis 13 Uhr am Sonntagmittag schon deutlich mehr 60 Prozent der Wähler und Wählerinnen ihre Stimme abgegeben. Dort ist der Anteil der Briefwähler schon mit eingerechnet. Ein ähnlicher Wert war bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2017 erst zwischen 15 und 16 Uhr erreicht worden.

Ähnlich sah es in Würzburg aus. Das Wahlamt der Stadt meldete bis 10 Uhr etwa 9 Prozent Beteiligung in den Wahllokalen - zusätzlich zu 54 Prozent Briefwählern. Damit lag die Beteiligung nach Angaben eines Sprechers dort insgesamt am Vormittag schon deutlich über 60 Prozent. Zwischenstände aus anderen Bundesländern deuten teilweise auf eine etwas höhere Wahlbeteiligung hin.

+++ 14.30 Uhr: In Nürnberg läuft die Bundestagswahl am heutigen Sonntag bisher ruhig ab. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken gegenüber inFranken.de. "Uns sind bislang keinerlei Störungen bekannt", so der Sprecher auf Nachfrage. Die Stadt Nürnberg hatte trotz Sorgen über Fake-News zu einer vermeintlichen 3G-Pflicht in Wahllokalen und vermehrten Attacken auf Impfzentren in Bayern, darauf verzichtet, Polizeikräfte zur Bewachung der Wahlräume anzufordern. "Unsere Wahlvorstände sind erfahren und die Polizei ist eh den ganzen Tag auf halb acht", hatte der Nürnberger Wahlamtsleiter Wolf Schäfer im Vorfeld gegenüber inFranken.de geäußert. 

+++ 13.12 Uhr: In der Nürnberger Kopernikusschule nahe des Maffaiplatz im Wahlkreis Nürnberg Süd/Schwabach ist - anders als am Rennweg - kein Chaos zu sehen. Es laufe ruhig und geordnet, manchmal "stockt es ein bisschen, weil wir in unserem Raum nur drei Kabinen haben und das Hygienekonzept einhalten müssen", sagt ein junger Mann, der die erste Schicht als Wahlvorsteher übernommen hat. Er wird gegen 12.30 von SPD-Stadtrat Gerhard Groh abgelöst.

Groh ist ein alter Hase, war schon häufig bei Wahlen als Helfer aktiv. "Es ist staatsbürgerliche Pflicht, wenn man politisch aktiv ist, dass man am Wahltag nicht auf dem Sofa sitzt und andere arbeiten lässt", erklärt Groh gegenüber inFranken.de. Er sitzt, ganz corona-gerecht hinter einer Spuckvorrichtung aus Plastik und hakt Person um Person aus seiner Liste ab. Rund 300 von 900 Menschen in diesem Stimmbezirk haben per Brief abgestimmt, sein Kollege hat trotzdem "nicht das Gefühl, dass es weniger als sonst wären."

+++ 11.13 Uhr: Verwirrung in Nürnberger Wahllokal: Wahlberechtigte sind verärgert. Im Wahllokal an der Bismarckstraße 20 im Nürnberger Stadtteil Rennweg ist es heute Vormittag zu kuriosen Szenen gekommen. Weil offenbar Wahlräume nicht richtig ausgeschildert wurden, irrten dutzende Menschen über das Gelände der ansässigen Grund- und Mittelschule und durch deren Gänge. Wie ein Paar inFranken.de erzählt, habe die Organisation die beiden so viele Nerven gekostet, dass sie überlegten, ihre Stimme nicht abzugeben. "Ich wähle jetzt halt nicht", so eine Dame mit Kurzhaarschnitt im grünen Blazer im Pausenhof der Schule. "Wir finden das Zimmer nicht. Alle irren hier rum, das ist wirklich ganz schlecht gemacht." Auch die Wahlhelfenden hätten keine Unterstützung geben können.

"Wir waren im Obergeschoss, da hieß es nur, wir sind hier falsch." Im ersten Stock bietet eine Frau mit grauen Locken den verwirrten Anwohnenden Hilfe. "Ja, das ist heute ein Problem. Aber es ist auch lustig. Und man kommt ins Gespräch", sagt sie gegenüber inFranken.de. Nach langer Suche hat jetzt auch das Pärchen aus dem Pausenhof ihren Raum gefunden. "Jetzt haben wir's endlich", sagt die Dame und entschließt sich, doch noch zu wählen. In der Bismarckschule sind trotz Briefwahlrekord viele Menschen persönlich gekommen. "Warum? Ganz einfach: Ich wohn hier 50 Meter weg", sagt ein Mann im grauen Shirt mit eckiger Brille in Begleitung einer älteren Frau. Unentschlossen sei er aber nicht. "Ich wusste schon lange, was ich heute wähle."

+++ 10.05 Uhr: Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat gewählt. Zusammen mit seiner Frau Karin Baumüller-Söder tauchte heute Vormittag gegen 10 Uhr im Wahllokal in der Grundschule Theodor-Billroth-Schule in der Billrothstraße in Nürnberg auf, wie ein News5-Video zeigt. Der CSU-Chef trug hierbei wie häufig bei Auftritten in der Öffentlichkeit eine FFP-2-Maske mit Bayern-Wappen. "Sie können ihren eigenen Stift nehmen oder einen von hier", sagte ein Wahlhelfer am Eingang des Wahllokals zu Söder. "Ich nehm den Schwarzen", sagte Söder in Anspielung auf seine Hoffnung auf einen Sieg der Union - der allerdings auch laut den neuesten Umfragen heute nicht bevorsteht. 

Im Anschluss ließen sich Söder und seine Frau beim Einwerfen ihrer Stimmzettel fotografieren. Dabei wurde extra die "Stimmzetteltonne" in der Mitte des Raums positioniert, "Jetzt wird alles gut", sagte Söder nach der Abgabe. "Es gibt keinen schwierigeren Tag als den Wahltag", erklärte der 54-Jährige. Der bestehe vor allem aus Warten. "Es ist immer das Gleiche. Man wartet und wartet und wartet und hofft, irgendein gutes Signal zu bekommen, macht sich Gedanken." Söder und seine Frau würden aber bei Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vorbeischauen, der heute Geburtstag habe. "Joachim Herrmann ist immer ein Optimist, das hilft ein bisschen bei der Stimmung", sagte Söder. Er gibt zu, etwas "angespannt" zu sein, denn "es wird knapp". 

+++ 09.00 Uhr: Zwar dürfte Lukas Küffners Piratenpartei nach den aktuellen Umfragen kaum Chancen haben, in den Bundestag einzuziehen. Doch der Direktkandidat für Nürnberg-Nord ruft auf Twitter am Sonntagmorgen trotzdem dazu alle Menschen dazu auf, ihr Stimmrecht zu nutzen. "Die Wahllokale haben ab jetzt geöffnet. Bitte macht Gebrauch von eurem demokratischem Recht und geht wählen", schreibt Küffner auf seinem Twitter-Account. Auch kurz vor der Wahl sind viele Wahlberechtigte noch unentschlossen, wie aktuelle Umfragen zeigen. 

+++ 08.15 Uhr: In Nürnberg haben seit 8 Uhr die Wahllokale zur Bundestagswahl 2021 geöffnet. Deutsche Staatsbürger*innen mit Hauptwohnsitz in Nürnberg spätestens seit dem 15. August 2021 sind heute aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In den beiden Wahlkreisen Nürnberg Nord und Nürnberg Süd/Schwabach wird ein knapper Kampf um die Direktmandate erwartet. Seit 2002 hat die CSU stets beide Direktkandidaten gestellt. Doch Prognosen geben auch SPD und Grünen gute Chancen. inFranken.de berichtet in diesem Ticker den gesamten Wahltag live aus Nürnberg. Wir fangen Stimmen ein, geben einen Blick über die Lage vor Ort und präsentieren euch natürlich auch die fortlaufenden Ergebnisse sowie alle Reaktionen der Parteien sowie der Kandidaten und Kandidatinnen. 

+++ 08.00 Uhr: Die FDP Nürnberg will mit einem humorigen Video bei Twitter für eine Stimme bei den Liberalen werben. In dem 25-sekündigen Clip ist eine Schildkröte zu sehen, die nicht so ganz in ihren Unterschlupf in einem Garten will. Mit bayerischem Dialekt verkündet der Sprecher des Tieres, er wolle ins Wahllokal: "Stimma für die FPD". Doch dann fällt der Schildkröte ein, sie habe schon per Brief abgestimmt, das Tier verschwindet hinter der Hecke. 

Freitag, 24.09.2021: 

+++ 15.30 Uhr: Die Bundestagswahl in Nürnberg bricht 2021 alle Rekorde. Briefwahl kann noch bis heute Abend um 18 Uhr im Wahlamt am Unschlittplatz 7a beantragt werden. Allerdings sollte man sich weder beim Antrag noch beim Versenden auf die Post verlassen, wie Wolf Schäfer, Leiter des Nürnberger Wahlamts in diesem Artikel von inFranken.de erklärt. 

Weitere Informationen zur Bundestagswahl findet hier am Wahlwochenende und den gesamten Wahltag durchgehend hier auf unserem Portal. 

Spannend wie lange nicht mehr: Wer gewinnt die Bundestagswahl 2021? Hier findest du die aktuellen Hochrechnungen und Ergebnisse bundesweit. 

Vorschaubild: © Daniel Krüger / inFranken.de