Update vom 06.05.2020: Ermittlungsgruppe sucht Zeugen

Nach der Massenschlägerei von 40 Jugendlichen in Nürnberg haben die Ermittler noch keine Erkenntnisse über die Motive. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe der Polizei soll jetzt die Handys auswerten, die die Beamten bei den Verdächtigen sichergestellt haben, da sich diese möglicherweise per Chat zu der Schlägerei verabredet haben, wie es am Mittwoch (6. Mai 2020) hieß. Zeugen hatten den Beamten berichtet, dass die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren am Dienstagabend unter anderem mit Eisenstangen aufeinander einprügelten.

Diese Arbeitsgruppe soll auch mögliche Zusammenhänge mit einem Vorfall klären, der sich ebenfalls am Dienstag den 05.05.2020 um 19:15 Uhr am Hauptbahnhof in Erlangen ereignete. Ein 43-Jähriger Mann war dort laut Polizeibericht von einer Gruppe von zehn Jugendlichen attackiert worden, als er sie auf die noch geltenden Corona-Beschränkungen hinwies. Die jungen Männer schlugen nach Zeugenaussage auf den Geschädigten ein, so dass dieser kurz zu Boden stürzte. Anschließend flüchteten die Täter in unbekannte Richtung. Der Angegriffene wurde durch die Auseinandersetzung leicht verletzt.

Bei den Beteiligten handle es sich um eine bunt gemischte Truppe mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, sagte ein Polizeisprecher. Diese könnten noch keiner bekannten Szene zugeordnet werden. Auch ein familiärer Zusammenhang sei nicht erkennbar. Jetzt werden weiterhin Zeugen zu den verschiedenen Vorfällen gesucht. Diese können sich unter der Rufnummer 0911/2112-6115 an die Polizei wenden. 

Ursprüngliche Meldung vom 05.05.2020: Massenschlägerei in Nürnberg

Am Dienstagabend löste eine Gruppe Jugendlicher einen größeren Polizeieinsatz in der Nürnberger Königstorpassage aus. Zehn Personen wurden in Gewahrsam genommen. Bereits gegen 18:00 Uhr fiel am Dienstag laut Polizeibericht eine Personengruppe aus etwa 40 Jugendlichen im Alter von 14-17 Jahren im Bereich der Adam-Klein-Straße auf.

Zeugen hatten beobachtet, wie es zu einer Schlägerei zwischen den Personen gekommen war, bei der auch Eisenstangen verwendet worden sein sollen. Beim Eintreffen der Polizei sind mehrere Beteiligte geflüchtet. Ein Teil der Gruppe flüchtete vor den hinzugerufenen Polizeikräften und fuhr mit der U-Bahn zum Fürther Hauptbahnhof. Dort sprangen mehrere Jugendliche in den Gleisbereich und rannten davon, als sie Polizeibeamte am Bahnhof bemerkten. 

16-jähriger schlägt auf Polizisten ein

Gegen 20:00 Uhr fiel ein Teil der gleichen Gruppierung erneut auf - diesmal in der Königstorpassage. Die Polizei war unmittelbar nach der Mitteilung eines Passanten mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort und konnte so offensichtlich eine erneute, größere Schlägerei verhindern. Die 45 Beamten - unter anderem der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte - nahmen die Personengruppe für die Dauer der Identitätsfeststellung vorläufig fest.

Hierbei schlug ein 16-Jähriger einem 29-jährigen Beamten mit der Faust gegen den Kopf. Der Polizist wurde dabei leicht verletzt, blieb jedoch weiter dienstfähig. Während des Einschreitens der Beamten hatten zudem mehrere Beteiligte versucht, bereits in Gewahrsam genommene Jugendliche zu befreien. Insgesamt nahmen die Beamten zehn Jugendliche in polizeilichen Gewahrsam.

Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass sich die Jugendlichen gezielt für eine Schlägerei verabredet haben. Die Beamten leiteten mehrere Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung sowie des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ein. Außerdem wird nun intensiv geprüft, ob die Jugendlichen im Verlauf des Abends weitere Straftaten begangen haben. Auch die Ermittlungen zu den Hintergründen der geplanten Auseinandersetzung dauern an.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 5. Mai 2020 und wurde in der Zwischenzeit um neue Erkenntnisse ergänzt.