Wenn es auf der Wiese vor Kloster Banz nach süßem Popcorn und gegrillten Bratwürsten riecht. Wenn kilometerlange Autokolonnen bergauf und -ab an der Straße parken, und wenn Gesang und Gitarrenklänge durch den Wald den Berg hinunter flattern, dann sind die "Songs an einem Sommerabend" auf der Wiese bei Kloster Banz zu Gast.

Heuer schon zum 28. Mal, aber immer noch ist es etwas Besonderes. Die drei großen alten Herren der deutschen Liedermacherszene, Hannes Wader, Reinhard Mey und Konstantin Wecker, zusammen auf einem Konzert zu hören, ist schon allein etwas Außergewöhnliches. Werden diese noch durch andere Ausnahmekünstler wie den Klavierkabarettisten und Meister des intelligenten Humors, Bodo Wartke, oder die bezaubernde Anna Depenbusch flankiert, dann können es nur die "Songs" sein.

Nachwuchs legte vor

Vor dem Hauptkonzert spielten die "Neuen von den
Songs". Drei Nachwuchskünstler und ein Duo, die den Förderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung überreicht bekamen und etwas aus ihrem Programm spielten. Überzeugend, erfrischend, melancholisch (Desiree Klaeukens), rockig (Cynthia Nickschas), lustig (Martin Zingsheim) und herrlich zynisch (Simon & Jan) stimmten sie die Zuschauer auf ein großartiges Wochenende ein.

Mit solchen Musikern ist die Zukunft der "Songs" vom Künstlerischen her gesichert. Vom Planerischen und Finanziellen noch nicht ganz. Um die Zukunft der "Songs" ging es somit, als der Vater der Veranstaltung, Ado Schlier, vielleicht zum letzen Mal, denn er will sich zurückziehen, die Bühne betrat. Moderator Matthias Brodowy glaubt jedenfalls an die Zukunft der "Songs": "Ich habe mir nächstes Jahr Anfang Juli freigehalten."

Als er nach einer seiner Moderation von der Bühne kam, sagte er - halb fragend - zu seinem Gegenüber: "Läuft." Eine Untertreibung: Das Publikum lachte mit Bodo Wartke und Melanie Haupt, lauschte andächtig Dominik Plangger oder ließ sich von Anna Depenbusch fesseln.

Auf Decken einmailge Momente erleben

Während Reinhard Mey sein Lied "Alter Freund" mit dem Refrain: "Wein, Wein, Wein, alter Freund Wein..." spielte, konnte man Szenen beobachten, die es so wohl nur bei den "Songs" gibt: Unter dem roten Licht der halbkugelförmigen Bühne liegen auf einem Flickenteppich aus Decken und Isomatten friedliche Menschen. Wie ein riesiges Mosaik zieht sich dieser Teppich den Berg vor der Bühne hinauf. Und in jedem kleinen Mosaikteil spielen sich Banzer Momente ab: Einige trinken den besungen Wein, andere liegen unter dem Flackern von Kerzen im Arm ihres Partners und manche singen mit.