Im "Wollkörbla" in Michelau läuft es seit geraumer Zeit alles andere als gut. "Gestern Morgen war ich dann so frustriert, weil einfach niemand kommt." Die meiste Zeit sei die 62-jährige Monika Riedel alleine in ihrem Laden. Weil sie so geknickt war, habe sie dann nach Meinung eines Users einen "mutigen und ehrlichen" Facebook-Post verfasst, in dem sie sich den Frust von der Seele redet.

"Ich habe den Laden schon rund 25 Jahre", erklärt sie gegenüber inFranken.de. "Aber so schlecht wie die letzte Zeit war es noch nie." Daran sei jedoch nicht nur die Pandemie schuld. "Anfangs war Corona wie Urlaub für mich, ich habe das fast genossen. Wenn der Grund nicht so schlimm gewesen wäre, hätte ich mich fast gefreut", erzählt Riedel. Trotzdem hießen zwei Jahre Pandemie auch zwei Jahre ohne Einnahmen: "Und die Pandemie ist längst nicht alles."

"Jeder will immer": Michelauer Laden-Betreiberin bemängelt Verhalten der Kundschaft

"Die Geschäfte gehen ja überall nicht", weiß Riedel auch von ihren Kolleg*innen im Einzelhandel. Mittlerweile würden auch Supermärkte alles verkaufen, was man so braucht. "Und das Internet macht es mir auch einfach schwer. Jeder will immer, dass es Geschäfte wie meines noch gibt, aber trotzdem bestellen alle", sagt die Laden-Besitzerin. "Und wenn man abends nicht einmal 20 Euro in der Kasse hat, merkt man das." 

Dabei habe die Einzelhändlerin einen 150 Quadratmeter großen Laden mit allem, was man zum Stricken, Häkeln, Nähen oder für andere derartige handwerkliche Arbeiten brauchen kann. "Aber man arbeitet dann eben umsonst", beklagt sich die 62-Jährige. Für sie selbst bleibe kaum etwas übrig, "das geht eben auch nur, wenn man es gern macht." Trotzdem hat Riedel vor allem Angst um ihren Laden, auch wenn sie sicher ist: "Ich werde das schaffen."

Vor allem wünsche sie sich, "dass einfach wieder ein wenig mehr Kunden kommen." Wirklich Umsatz generieren wollte und könne sie durch das Geschäft niemals, "aber wenn am Tag nur drei oder vier Kunden kommen, wird es schwer." Sie freue sich auch immer über die Leute, die nur vorbeikommen und etwas plaudern. In den sozialen Netzwerken hat die 62-Jährige aus Michelau viel Zuspruch erhalten, "da habe ich gar nicht mit gerechnet. Ich wollte kein Mitleid erregen, sondern nur mal sagen, was eigentlich los ist."