Wenn Wilhelm Uhlig über das Entstehen des Skulpturenrings im Kurpark erzählt, strahlt er vor Freude. "Es war eine beglückende Entwicklung - ich hatte völlig freie Hand", sagt er über den kreativen Prozess, der dem Aufstellen der Figuren im Dezember 2011 vorausgegangen war. Sieben Bronzeplastiken stehen seither auf einem runden Sockel aus Granit, eine achte Plastik, "die Liegende", kam einige Zeit später hinzu. Nun legte der Bildhauer einen Bildband vor: "Der Skulpturenring im Kurpark Bad Staffelstein".

Tausende Fotos gesammelt

Drei Jahre hat das Ehepaar Ulla und Wilhelm Uhlig zahllose Bilder gesammelt und mit Texten ergänzt. Tausende Fotos galt es zu sichten, zu sortieren und die besten auszuwählen. Das Gestalten des Buches machte den beiden Freude.
Herausgekommen ist ein Buch, das es zu lesen und anzusehen lohnt.

Der kleine Skulpturenkreis im Kurpark, der etwas von Stone henge hat und ein wenig an ein Amphitheater erinnert, ist ein Glücksfall für Bad Staffelstein. Die acht Plastiken stehen der Stadt für 40 Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung. "Ich bin glücklich über diese Lösung", sagt der Künstler, der im Januar 85 wird. Er habe durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Staffelstein seine fränkische Heimat neu entdeckt und lieben gelernt, fährt er fort.

Nachdem 2009 etliche Skulpturen des Nürnberger Bildhauers mit internationalem Renommee im Innenhof von Kloster Banz zu sehen waren, entstand die Idee, einige dieser Plastiken in der Burgkunstadter Alten Vogtei aufzustellen. Der damalige Landrat Reinhard Leutner (CSU) regte im April 2010 in einem Brief an, die Bronzefiguren mit Unterstützung der Friedrich-Baur-Stiftung im Staffelsteiner Kurpark aufzustellen. Ein halbes Jahr später standen die Figuren.

Die Dinge finden zueinander

Doch ganz so einfach, wie es sich anhört, war die Entstehungsgeschichte nicht. "Mein erster Gedanke war, keine barocken Figuren im Kurpark aufzustellen", sagt Wilhelm Uhlig, "ich wollte etwas Spirituelles schaffen - und dafür waren nach meiner Vorstellung mehrere Figuren nötig". Der Brief sei für ihn zunächst eine Enttäuschung gewesen, denn er hatte an eine Bleibe für seine Figuren in einem Museum gedacht, nicht an schmückende Figuren für einen Kurpark. Seine erste Reaktion sei deshalb gewesen: "Die habe ich nicht, und mache ich auch nicht."
Doch dann habe er sich den Kurpark angesehen.

Der Staffelberg fiel ihm ins Auge, und er dachte an dessen keltische Vergangenheit. Nun fand er auch eine Fläche, die ihm gefiel. Der archaische Ort Stonehenge mit seinem verwitterten Steinkreis kam ihm in den Sinn. Das regte ihn an, entsprach seiner Art zu schaffen, und so begann er zu arbeiten. Auch in den Ferien, am Strand in Dänemark, ließ ihn der Gedanke an eine kreisförmige Anlage nicht mehr los. Seine Frau und er zeichneten Kreise mit verschiedenen Radien in den Sand; mit angeschwemmtem Holz simulierten sie die Figuren. "Als junge Leute vorbeikamen, bat ich sich sie, an Stelle der Attrappen sich hinzustellen. Wie sich herausstellte, waren es Kunststudenten aus Kiel, die meinen Wunsch gern erfüllten."

Zurückgekehrt aus dem Urlaub prüfte er mit einem Lageplan, ob sich die Idee eines Kreises im Kurpark verwirklichen lasse - und das Ergebnis begeisterte ihn. Also machte er sich ans Werk und vollendete einige Plastiken, die als Gipsmodelle vorhanden waren.

Das Buch ist eine runde Sache

Der nun vorliegende Bildband beschreibt das Werden und Wachsen des Skulpturenrings sehr schön. Die Fotos, die zu allen Jahreszeiten entstanden sind, laden zum Besuch des Parks ein. Zeichnungen und Zeitungsartikel runden das Buch ab.

"Der Skulpturenring im Kurpark Bad Staffelstein" ist bei Benedict Press, Münsterschwarzach, erschienen (ISBN 978-300-047666-2). Das großformatige Buch mit 96 Seiten und zahlreichen Bildern kann beim Kur- und Tourismus-Service Bad Staffelstein zum Preis von 19,80 Euro erworben werden.