Die Sperrung der Neudrossenfelder Skateranlage für Scooterfahrer hatte bereits im Herbst für Schlagzeilen gesorgt und den Protest mancher Eltern hervorgerufen. Doch der Tüv und andere Experten haben das Vorgehen der Gemeinde inzwischen bestätigt. Das Befahren mit Scootern sei einfach zu gefährlich, weil die Radien der Poolanlage nicht für Roller ausgelegt seien. Aus haftungsrechtlicher Sicht könne das Verbot nicht aufgehoben werden.

Anlage kostet rund 80 000 Euro

In der jüngsten Sitzung präsentierte Bürgermeister Harald Hübner (CSU) dem Gemeinderat den Entwurfsplan der Firma Blackriver aus Schwarzenbach/Saale. Dieser sieht vor, direkt neben der Skaterbahn eine spezielle Anlage für Scooterfahrer zu errichten. Kostenpunkt: 80 000 Euro.

Die Erweiterung stelle zwar eine freiwillige Leistung dar, dennoch würde sie die Attraktivität der Gemeinde steigern und das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche verbessern, sagte Hübner und: "Die Verwaltung muss darauf hinweisen, dass aufgrund des Investitionsbedarfs in den kommenden Jahren eine Beanstandung des gemeindlichen Haushalts durch die Rechtsaufsichtsbehörde erfolgen könnte."

"Pistole auf die Brust gesetzt"

Tatsächlich entbrannte zu diesem Punkt eine Diskussion, die im Satz von Björn Sommerer (FuG) gipfelte: "Wir wollen uns jetzt, wo wir noch nicht einmal einen Haushalt haben, nicht die Pistole auf die Brust setzen lassen." Sommerer machte zudem klar, dass man in der Zeit der Corona-Pandemie vorsichtig mit Investitionen sein müsse. Schließlich lehnten die FuG-Räte, die sich in der Vergangenheit für die Zulassung von Scootern auf der Skateranlage stark gemacht hatten, das Vorhaben ab.

Auch Gemeinderat Franz Klatt (SPD) und Thomas Erlmann (WG Waldau) konnten sich nicht für eine schnelle Errichtung einer "kleineren Schwester" erwärmen.

Am Ende gab es dennoch eine knappe Mehrheit von neun Stimmen für den Bau der Scooteranlage. Die Arbeiten sollen noch im Frühling vonstatten gehen.

Noch eine Krippengruppe

Weiter diskutierten die Räte über die Kinderbetreuungseinrichtungen. So soll die "Kunterbunt" um eine Krippengruppe erweitert werden. Noch im vergangenen Jahr hatte die Fachaufsichtsbehörde des Landkreises keinen Bedarf festgestellt, doch nun sind bereits 51 Kinder unter drei Jahren angemeldet. Nur 14 von ihnen könnten im Herbst in den Kindergarten wechseln.

Die Gesamtkirchenverwaltung machte klar, dass die räumlichen Voraussetzungen fehlen. Die Verwaltung empfahl deshalb, bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus eine weitere Containerkrippe zu installieren. Kosten: 60 000 bis 80 000 Euro für zwölf Monate. Der Aufbau ist in dieser Summe nicht enthalten.

Möglich wäre eine Aufstockung der Container-Krippengruppe an der Kindertageseinrichtung "Haselbusch", aber auch die Grünfläche vor dem Gebäude der Kita "Kunterbunt" kommt in Betracht. Die dritte Variante ist eine Umsiedlung der bisher schon bestehenden Containergruppe vom Gelände der Kindertagesstätte "Haselbusch" und der Neubau eines Container für zwei Gruppen auf dem Bolzplatz oberhalb der Neudrossenfelder Schule. Die Fachaufsichtsbehörde befürwortete eine Interimskrippe vor der Kita "Kunterbunt". Die Gemeinderäte stimmten einhellig zu.