Von 1000 Versicherten in den Städten und Landkreisen Bayreuth und Kulmbach sind täglich 40 krank gemeldet. Das geht aus dem neuesten Gesundheitsreport der DAK hervor, den die Krankenversicherung heute in Bayreuth vorgestellt hat. Mit einem Krankenstand von vier Prozent liegt die Region Bayreuth/Kulmbach damit deutlich höher als der bayerische Durchschnitt von 3,4 Prozent.

Ähnlich hoch liegen in Bayern die Landkreise Hof und Wunsiedel mit ebenfalls vier Prozent und der Landkreis Coburg mit 3,9 Prozent. Positiver Spitzenreiter im Freistaat sind Starnberg mit 2,7 Prozent sowie Stadt und Landkreis München mit 2,8 Prozent. Der DAK-Gesundheitsreport könne durchaus als repräsentativ angehen werden, da er in etwa zehn Prozent der Bevölkerung abbildet, sagte Maria Steinlein, Leiterin des DAK-Servicezentrums in Bayreuth.

Während sich die Zahlen über den Krankenstand 2013 im Vergleich zu 2012 nicht signifikant verändert
hätten, habe es bei den Diagnosen große Unterschiede gegeben. Die größte Steigerung machte die DAK mit rund 29 Prozent für Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Bronchitis aus. Auch die Zahl der psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände haben 2013 im Vergleich zum Vorjahr um über 25 Prozent zugenommen. Zurückgegangen, und zwar gleich um 15 Prozent, waren dagegen Krankschreibungen aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen.


Unterstützung bei der Prävention

Der gleich gebliebene Krankenstand im Raum Bayreuth/Kulmbach habe verschiedene Aspekte, sagte die Bayreuther DAK-Chefin Maria Steinlein. Während Kurzzeit-Krankheiten wie Erkältungen für Arbeitgeber in der Regel leichter zu bewältigen sind, bedeuteten längere Erkrankungen wie seelische Leiden meist größere Probleme. Bayernweit seien die Fehltage durch psychische Erkrankungen seit dem Jahr 2000 um 68 Prozent angestiegen. Deshalb unterstützte die DAK auch Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und zeige Wege auf, wie sie die Beanspruchung ihrer Mitarbeiter durch effektive Prävention besser ausgleichen können.
Nach dem Worten von Professor Manfred Wolfersdorf, dem Ärztlichen Direktor des Bezirkskrankenhauses, leiden aktuell bundesweit 8,1 Prozent der Deutschen an einer Depression. Und gerade die Depression habe mit durchschnittlich 73 Tagen noch immer die meisten Arbeitsunfähigkeitstage. "Depression ist eine bedrohliche Erkrankung, die immer ernst genommen werden muss", so Wolfersdorf. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass Depressionen behandelbar sind.

In ihrem aktuellen Gesundheitsreport hatte die DAK auch die Situation der sogenannten "Rushhour-Generation" untersucht. Damit ist die Lebensphase der 25- bis 39-Jährigen gemeint, in der sich die vielfältigsten Anforderungen von Beruf und Familie ballen. Die Kasse hat dafür den Krankenstand ihrer Mitglieder untersucht und bundesweit 3000 Frauen und Männer repräsentativ befragt. Ergebnis war: Obwohl viele Männer und Frauen ab 25 Jahren wegen Mehrfachbelastung unter Druck stehen, wirke sich das kaum bei den Krankschreibungen aus. Im Gegenteil: 25- bis 39-Jährige fielen im Job seltener aus als jüngere Kollegen und sind kürzer krank geschrieben als die Älteren.

Als problematisch bezeichnete es Maria Steinlein, dass erwerbstätige Eltern meist weniger auf ihre Gesundheit achten. Laut DAK-Studie machen viele Mütter und Väter im Spagat zwischen Job und Kindern Abstriche bei sich selbst. Berufstätige Eltern würden weit weniger Sport treiben, weniger schlafen und hätten nicht genug Zeit für sich selbst.