Prognosen sind gefragt in diesen Tagen - und das nicht nur, was den Ausgang von Fußballspielen angeht. Wer sich etwa die Wettervorhersage für das anstehende Wochenende betrachtet, mag frohlocken: Sonnenschein und angeblich bis zu 30 Grad verheißen die Auguren. Ideale Voraussetzung für eine der Großveranstaltungen unter freier Wolke: das Altstadtfest.

"Wir wissen aus den Vorjahren, wie entscheidend die Witterung ist", sagt auch Helmut Völkl, der Leiter des Tourismus & Veranstaltungsservice (TUV). Das Wetter habe auf den Zuspruch des Festes sogar noch einen größeren Einfluss als der Umstand, ob Altstadtfest und Bayreuther Bürgerfest (startet ab 6. Juli), wie in diesem Jahr wieder, terminlich entzerrt sind.


Firmenlauf ist eine Bereicherung

Als Bereicherung empfindet der Tourismuschef den Altstadtfirmenlauf, veranstaltet von der Sparkasse Kulmbach-Kronach. "Der hat sich in der Tat als Besuchermagnet erwiesen, die Leute stehen in großer Zahl an der Strecke - ein schöner Einstieg in das Sonntagsprogramm."
Rückblickend fiel laut Völkl die Bilanz der Straßenzugbeauftragten für 2017 alles in allem positiv aus. "Wir haben keine großen Klagen gehört, auch wenn das Wetter vor allem am Samstag leider nicht so ganz mitgespielt hat." Wobei es in diesem Jahr einen Veranstaltungsort weniger gibt, denn der "Büttnerwinkel" ist wegen Bauarbeiten - um im Fußballerjargon zu bleiben - unbespielbar (siehe Artikel unten).


Ein Rückzug ist zu vermelden

Und es gibt einen Rückzug zu vermelden: Ronny Hübner, Straßenzugbeauftragter für die Obere Stadt, ist nicht mehr mit von der Partie. Die Begründung? "Wir haben es in den vergangenen drei Jahren gemacht. Aber für mich steht der Zeitaufwand nicht mehr im Verhältnis zum Ertrag", sagt er.
Auch was die Fußballübertragungen auf dem Marktplatz angeht, so haben Hübner und seine Firma CP Event den Auftrag abgegeben. In ihre Zeit fielen zwei Welt- und eine Europameisterschaft. "Hier gilt das gleiche wie für unser Engagement in der Oberen Stadt: Es lohnt nicht. Die Besucherzahlen gehen überall zurück, das ist Fakt. Beim Public Viewing vor vier Jahren zur WM hatten wir noch rund 1000 Leute in der Stadt, bei der EM hat sich das Interesse merklich abgekühlt, da war es bisweilen extrem mau."

Helmut Völkl verwundern diese Aussagen. "Keiner wird gezwungen, sich am Altstadtfest zu beteiligen. Ich möchte aber anführen: Wenn das Stadtfest so gar kein Geschäftsmodell wäre, das funktioniert - dann frage ich mich schon, warum wir vom TUV über all die Jahre immer mit den gleichen Partnern zusammenarbeiten und diese Partner auch immer mitmachen? Daher denke ich schon, dass sich ein Überschuss erwirtschaften lässt und es sich auch für die Straßenzugbeauftragten rechnet. Es liegt natürlich an jedem Einzelnen, was er aus seinem Areal macht." Die neue Verantwortliche für die Obere Stadt ist übrigens Cornelia Rieger, Pächterin der "Sohle".


Viele Helfer für die Sicherheit der Party-Gäste

Nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg und dem Anschlag von Nizza sind die Kommunen landauf, landab bei Veranstaltungen mit neuen Vorgaben konfrontiert. Auch in Kulmbach, wo Helmut Völkl, der Leiter des Tourismus & Veranstaltungsservice, ein 80-seitiges Sicherheitskonzept für das Altstadtfest auf seinem Schreibtisch liegen hat.
"Wir sind gehalten, das umzusetzen, und die Stadt gibt dafür sehr viel Geld aus", so Völkl, der dabei natürlich nicht allein auf weiter Flur steht. "Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz - alle werden einbezogen und sind aufgefordert, jeweils Stellungnahmen dazu abzugeben."
Das Konzept am Wochenende, das in seinen Grundzügen auch bereits in den Jahren zuvor galt, sehe unter anderem den Einsatz von 16 Security-Mitarbeitern vor. Diese seien in allen Straßenzügen unterwegs - mit klaren Aufgabenstellungen. Helmut Völkl: "Sie müssen zum Beispiel wissen, was zu tun ist, wenn eine Bude Feuer fängt oder es zu körperlicher Gewalt kommt."
Die sogenannte Nizza-Problematik (in der französischen Stadt hat am 14. Juli 2016 ein Attentäter mit einem Lkw auf der Promenade des Anglais 86 Menschen getötet und mehr als 400 zum Teil schwer verletzt) hatte laut Völkl zur Folge, dass überall bei Veranstaltungen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft wurden. Beim Altstadtfest würden zum Beispiel an neuralgischen Punkten wie Obere Stadt, Buchbindergasse oder Fischergasse die Zufahrten mit zwei Tonnen schweren Pflanzkübeln blockiert. Allerdings sei dies keine komplette Absperrung, sondern es gehe darum, ein beschleunigtes Zufahren zu verhindern. "Die Rettungsdienste müssen ja noch durchkommen."
Des weiteren weist Völkl auf die Beschilderung der Fluchtwege hin, von denen für jedes Areal zwei vorhanden sein müssen und die heute aufgestellt werden. Natürlich sei auch die Polizei vor Ort, die vor allem ein Augenmerk auf das Geschehen nach dem offiziellen Veranstaltungsende haben werde. Am Freitag und Samstag sollen Ausschank und Musik früh um 2 Uhr beendet sein, am Sonntag bereits um 23 Uhr (Musik) und 24 Uhr (Ausschank).