Einstimmig wurde der Wirtschaftsplan 2021 für das Klinikum Kulmbach und die Fachklinik Stadtsteinach verabschiedet. Er hat ein Gesamtvolumen von 181 723 009 Euro und liegt damit um rund sechs Millionen Euro über dem Volumen des Vorjahres. Landrat und Verbandsvorsitzender Klaus Peter Söllner begründete die verspätete Verabschiedung des Wirtschaftsplans 2021 mit der Corona-Pandemie und der fehlenden Entgeltverhandlung: "Durch den langanhaltenden Lockdown von Dezember 2020 bis Mai 2021 können erst jetzt Aufwendungen und Erlöse in etwa abgeschätzt werden."

Die Entgeltverhandlung 2021 findet erst in diesem Monat statt. Die Ergebnisse konnten deshalb noch nicht im Wirtschaftsplan berücksichtigt werden. Der Verbandsvorsitzende wies darauf hin, dass der Wirtschaftsplan unter der Prämisse erstellt wurde, dass ein weiterer Lockdown mit Freihaltung von Kapazitäten und Aussetzen von planbaren Eingriffen in den kommenden Monaten ausbleibt. Eine finanzielle Belastung für die Stadt Kulmbach und den Landkreis Kulmbach ist auch weiterhin nicht notwendig, weil alle Investitionen am Klinikum und der Fachklinik aus Eigenmitteln und mit Fördergeldern finanziert werden.

Wie Verbandsvorsitzender Klaus Peter Söllner und Geschäftsführerin Brigitte Angermann aufzeigten, sieht die neue Tarifeinigung im Bereich des Öffentlichen Dienstes für das Jahr 2021 eine durchschnittliche Erhöhung von rund 1,4 Prozent ab April 2021 vor. Zusätzlich wurde eine Pflegezulage von 70 Euro ab März 2021 eingeführt, die sich im Jahr 2022 automatisch auf 120 Euro erhöht. Die Intensivzulage wurden von 46,02 Euro auf 100 Euro pro Monat und die Wechselschichtzulage von 105 auf 155 Euro pro Monat angehoben. Landrat Klaus Peter Söllner dazu: "Damit hat die Pflege auch eine höhere Wertigkeit erfahren." Bei den Ärzten beträgt die Erhöhung der Entgelte zwei Prozent.

Für das Klinikum Kulmbach wird es immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden. Geschäftsführerin Brigitte Angermann: "Zu beobachten ist, dass mit der Entscheidung, die Pflege auszugliedern und voll zu bezahlen, alle Krankenhäuser versuchen, zusätzliches Pflegepersonal einzustellen, was den Arbeitsmarkt noch mehr belastet." In den vergangenen Jahren wurden viele Maßnahmen ergriffen, um dem Pflegemangel entgegenzuwirken.

Am 1. September haben 31 Mitarbeiter die Ausbildung zum Pflegefachmann und zur Pflegefachfrau begonnen. Darunter sind auch sechs Vietnamesen. Außerdem werden seit Beginn des letzten Monats 11 Pflegefachhelfer in Kooperation mit der Pflegeschule in Stadtsteinach ausgebildet. Durch die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten hat das Klinikum Kulmbach erstmals mehr als 100 Auszubildende (106).

Insgesamt sind am Klinikum mit der Fachklinik derzeit 1752 Bedienstete beschäftigt. Damit ist das Klinikum weiterhin größter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Region.

Das Klinikum Kulmbach steht, wie Geschäftsführerin Brigitte Angermann ausführte, weiterhin gut da: "Dies ist auch Ausdruck der hervorragenden Arbeitsleistung aller Mitarbeiter im Unternehmen." Verbandsvorsitzender Klaus Peter Söllner verwies auf den ausgezeichneten Ruf des Klinikums.

Der nunmehr 9. Bauabschnitt am Kulmbacher Klinikum, mit dessen Rohbauarbeiten im Mai 2021 begonnen wurde, liegt weiter voll im Zeitplan. Die Räte des Zweckverbandes Klinikum Kulmbach vergaben dafür am Freitag weitere Gewerke mit einem Gesamtvolumen von rund 6,5 Millionen Euro. Erfreulich für die Region, denn die Aufträge gingen alle an Unternehmen im Kulmbacher Landkreis.