Der Name ist Programm bei der Band "Provinz". Die vier jungen Musiker kommen aus der baden-württembergischen Provinz und wollen auch bewusst in der Provinz auftreten. Ihr fast ausverkauftes Konzert am Freitagabend bei den Plassenburg-Open-Airs war also quasi ein Heimspiel. Ein erfolgreiches dazu, denn die Newcomer rockten den Schönen Hof, und die Stimmung war so gut, dass die Fans, die auf die Plassenburg gepilgert waren, nichts auf den Stühlen hielt. Ab dem ersten Lied wurde getanzt - und dazu benötigte es nicht eigens die Aufforderung "Tanz für mich".

Die Musiker von "Provinz" stammen aus Vogt im Landkreis Ravensburg. Mit Indie-Pop hat sich die Band eine Musikrichtung ausgesucht, die zwar den Durchbruch schaffen kann, die jedoch deutlich vom Mainstream abweicht. Seit 2017 gibt es "Provinz", gesungen wird ganz bewusst in Deutsch. Herz der Band sind die beiden Cousins Vincent Waizenegger und Robin Schmid, erzählte Frontman Robin in herzerfrischender Weise auf der Plassenburg. Später kam Cousin Nummer drei, Moritz Bösing, dazu. Und schließlich noch Schlagzeuger Leon Sennewald, der mit dem Frontman im Jahr 2018 Abitur gemacht hat.

Mit dem Bandnamen greifen Vincent, Moritz, Robin und Leon ihre Herkunft auf. "Ich will nicht in die Großstadt, ich hab Angst, mich zu verlieren" singen sie in ihrem aktuellen Hit "Großstadt" und trafen damit auch auf der Plassenburg den Nerv der Stunde.

Nach dem Abitur wollten die vier jungen Musiker musikalisch voll durchstarten. Sie hatten Träume und beteiligten sich an Förderwettbewerben. Vor zwei Jahren bekamen sie den ersten Plattenvertrag. Doch gerade in dem Moment, als der Erfolg Fahrt aufnahm, kam der Lockdown. Die Touren wurden ausgebremst. Die vier Musiker ließen sich dennoch den Wind nicht aus den Segeln nehmen, und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Vielleicht trafen die ehrlichen Texte genau in diesem Moment den Nerv der Jugend. Mitten im Corona-Sommer wurde die Band zum Chartstürmer.

Die Youngsters lieben die ehrliche, handgemachte Musik, die die Sorgen und Gedanken der Generation Z zum Thema macht. Mit dem aktuellen Charthit "Hymne gegen euch" eröffnete die Band ihr Konzert auf der Burg. "Was wenn ich dir sage, du bist nicht alleine, du bist wütend und wirfst keine Steine. Sie sagen, die Jugend ist deprimiert, sie sei an Politik nicht interessiert", sangen die Kulmbacher laut mit. Ab dem ersten Akkord hatten die Musiker das Publikum in ihren Bann gezogen. Die Kulmbacher tanzten, groovten und sangen mit. Natürlich durften Songs wie "Neonlicht" aus dem Album "Wir bauten uns Amerika" nicht fehlen. Mit "Du wirst schon sehen, Schatz", einem Lied das eigentlich schon vor zwei Jahren entstanden ist, erzählte die Band die eigene Geschichte. Natürlich spielten die Newcomer auch "Rot sind deine Augen", den Stimmungshit "Diego Maradona" oder den unter die Haut gehenden Song "22 Jahre", ein Lied für alle Mütter dieser Welt. Die Kulmbacher ließen Handylichter aufleuchten, bliesen Seifenblasen und genossen einfach die herrliche Stimmung auf der Burg.