Nach Jahren der Überlegungen und verschiedenster Planungen traf die außerordentliche Mitgliederversammlung des 1. FC Kupferberg am Freitagabend im Sportheim eine zukunftsweisende Entscheidung. Einstimmig wurde nach ausgiebiger Diskussion der Vorschlag des Bauausschusses abgesegnet: Das jetzige Rasen-Hauptspielfeld soll mit Gesamtkosten von 600 000 Euro zu einem Kunstrasenplatz mit Flutlicht umgestaltet werden.


Deckungslücke: 50 000 Euro

Hinzu kommen noch Kosten für eine neue Bande, Umzäunung und Pflasterweg auf dem FC-Fußballgelände, die nicht förderfähig sind. Es verbleibt lediglich eine Deckungslücke von maximal 50 000 Euro, die langfristig finanziert werden muss.

Die Antragsunterlagen werden schnellstmöglich erstellt und beim Bayerischen Landesportverband (BLSV) eingereicht, betonte Vorsitzender Stefan Kollerer. Der BLSV-Verteilerausschuss tage im Oktober. Er rechne damit, dass über das FCK-Projekt positiv entschieden und ein vorzeitiger Baubeginn erteilt werde. Dann könnte mit der hohen 50-prozentigen Bezuschussung aus dem Katastrophen-Fonds, den zugesagten Spenden und Eigenleistungen mit der Neugestaltung im kommenden Jahr begonnen werden.

"Wir mussten diese Versammlung anberaumen, denn es geht um eine maßgebliche Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte. Seit Dezember 2011 nach dem Schachteinsturz haben wir durch die Sperrung des gesamten Areals auf der anderen Seite des Wirsberger Weges kein Trainingsgelände und kein Kleinspielfeld mehr", erläuterte Kollerer. Der FCK habe in den letzten Jahren deshalb nur mit Provisorien beim SV Mannsflur und der Fortuna Untersteinach sowie auf der Schulwiese in Kupferberg arbeiten können, wofür er den beiden Nachbarvereinen sehr dankbar sei.

In der Zwischenzeit seien viele Alternativen wie Hartplatzneubau, Verbreiterung der Schulwiese zum Normalplatz oder Kunstrasenkleinfeld und Kunstrasen auf der Pfarrwiese intensiv geprüft worden. Widerstände bei der Schulwiese, zu hohe Kosten für Erdarbeiten und der höhere Pflegeaufwand für zwei Spielfelder ließen aber nur eine Alternative finanzierbar und zukunftsfähig erscheinen. Deshalb so Kollerer, sei im April 2016 der Bauausschuss unter dem Vorsitz von Wilhelm Michel gegründet worden, der in vielen Treffen unter fachmännischer Betreuung von Diplom-Ingenieur Erich Luthardt den jetzigen Vorschlag erarbeitete.

"Wir sind in einer guten Planungsphase und haben mit Unterstützung der Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und Inge Aures, von Landrat Klaus Peter Söllner und BLSV-Kreisvorsitzendem Lothar Seyfferth die einmalige Chance, eine 50-prozentige Förderung vom BLSV zu bekommen. Zuschüsse geben auch der Landkreis und die Stadt Kupferberg. Zudem gelang es uns, Großsponsoren an Land zu ziehen, denn weitere staatliche Mittel gibt es nicht.


"Ein Alleinstellungsmerkmal"

Gedacht ist noch daran, über Patenschaften und Spendenaufrufe weitere Gelder für die fehlenden acht bis zehn Prozent zu bekommen", erklärte Werner Stapf. Der Redner machte deutlich, dass der 1. FC Kupferberg mit dem Kunstrasenplatz ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten Oberland hat und den Platz in der Vorbereitungszeit auch vermieten kann. Auch sah Stapf die Chance, mit Kunstrasen die Jugendarbeit wieder aufzubauen. Nicht außen vor ließ er, dass ein solcher Belag nach 15 bis 20 Jahren erneuert werden muss. Dies müsse mit Einnahmen aus Vermietungen und Ersparnissen durch geringere Pflegekosten gegenfinanziert werden.

Erich Luthardt unterstrich, dass Kunstrasen auch mit Blick auf die Pflegekosten die wirtschaftlichste Lösung ist.


"Die Jugend mehr begeistern"

Der frühere Vorsitzende Uwe Schorlemmer hielt ebenfalls ein Plädoyer für diese Lösung: "Ich stand der ganzen Sache anfangs skeptisch gegenüber, doch mit Flutlicht, neuen Pflasterwegen, Bewässerung und neuer Umzäunung bekommen wir hier am Sportheim eine schmucke Anlage." Hans Pöllein wandte ein, dass die Zukunft des FCK doch nur die 1. Mannschaft sei. Dem hielt Schorlemmer entgegen: "Wir müssen und werden miteinander die Jugend wieder mehr für Fußball begeistern."

Vorsitzender Kollerer stieß ins gleiche Horn: "Wir können mit Kunstrasen im Jugendbereich sehr viel erreichen und zum Zentrum werden. Derzeit sind unter der Federführung des FC Marktleugast zehn Vereine erforderlich, um jeweils ein Jugendteam je Altersgruppe zu stellen." Kollerer kündigte an, dass der 1. FC Kupferberg im Erwachsenenbereich das Spieljahr 2017/18 mit dem TV Guttenberg angehen wird.


"Schulden überschaubar"

Mitglied Jürgen Holhut sagte, der Verein müsse interessant gestaltet werden, und die Versammlung entscheide hier und heute darüber, wie der FC in die Zukunft gehe. Der Verein werde die genannte Summe aufnehmen müssen, denn ohne Schulden gehe es nun mal nicht. Der Betrag sei überschaubar, könne in zehn Jahren getilgt sein. "Wenn wir das Ganze mit 50 000 Euro Schulden schaffen, dann sollten wir es machen", unterstrich Peter Krautschuk. Werner Stapf meinte: Wir müssen versuchen die fehlenden 50 000 Euro durch weitere Spenden und Sponsoren gegen Null zu drücken."


"Aufstieg bringt mehr Einnahmen"

Bürgermeister und Kassierer Alfred Kolenda bestärkte die Mitglieder: "Der FC hat Einnahmen aus dem Blütenfasching, Theater und so weiter. Nötig sind mehr Einnahmen im Sportheim, um den erforderlichen Anteil zu erwirtschaften. Unsere Erste steht kurz vor dem Wiederaufstieg in die Kreisliga, das bringt mehr Zuschauer und damit Einnahmen."

Auch Spieler Daniel Witzgall plädierte für die Investition in den Kunstrasenplatz, zumal es in der jüngsten Vergangenheit oft "wahnsinnige Trainingsprobleme" gegeben habe.