Während den Kommunen Entschädigungsleistungen pro Kilometer Stromtrasse in Aussicht gestellt werden, fänden die Belange der Eigentümer und Bewirtschafter bislang gar keine Berücksichtigung, kritisierte auch BBV-Direktor Wilhelm Böhmer von der Bezirksgeschäftsstelle in Bamberg.

Böhmer monierte außerdem, dass die neue Gleichstromtrasse wesentlich weniger Rücksicht auf die Belange der Bauern nehme, als dies bei bestehenden früheren Trassen der Fall gewesen sei. Die Land- und Forstwirte fürchteten besonders den Verluste wertvoller Flächen, aber auch Einschränkungen bei der Bewirtschaftung.

Stets zur Energiewende bekannt

Böhmer und Greif stellten dabei klar, dass sich der Bauernverband stets zur Energiewende bekannt habe.
Besser als die riesigen Energieparks in Norddeutschland, von wo der Strom nun mit Hilfe der geplanten Leitung nach Süden transportiert werden müsse, sei allerdings die dezentrale Energieerzeugung vor Ort, zumal dann auch die Wertschöpfung in der Region bleibe. "Deshalb sollten auch künftig verstärkt die Chancen einer regionalen Energieerzeugung sowie dezentraler Speichertechnologien geprüft und genutzt werden", forderte Greif.

Extreme Wettersituationen

Im Rückblick auf 2013 sprachen die Vertreter des Berufsstands insgesamt von einem "sehr schwierigen Jahr" aufgrund der extremen Wettersituation. Wenn Oberfranken auch größtenteils vom schlimmen Hochwasser verschont geblieben sei, hätten das nasse Frühjahr und die anhaltenden Niederschläge die Aussaat um Wochen verzögert. Dennoch könnten die Bauern in der Region unter den gegebenen Bedingungen mit den Mengen und Qualitäten der Getreide- und Rapsernte noch einigermaßen zufrieden sein.

"Preisentwicklung enttäuschend"

Ganz im Gegenteil dazu nannte BBV-Direktor Wilhelm Böhmer die Preisentwicklung von Getreide und Raps enttäuschend. Von einem relativ guten Niveau ausgehend, hätten sich die Getreide- und Rapspreise während des zurückliegenden Jahres bis zur Ernte weit nach unten entwickelt. Von einer Erholung könne bis heute nicht gesprochen werden. Derzeit entwickelten sich die Raps- und Getreidepreise eher seitwärts - mit einer leichten Tendenz nach unten.

Nicht nur wegen der Stromtrasse sehen die Bauern die Fläche in Gefahr. Bayernweit seien in den zurückliegenden zehn Jahren rund 8500 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren gegangen. Pro Woche verschwinde damit die Fläche von vier durchschnittlichen Familienbetrieben. Das zentrale Thema des Berufsstandes für das laufende Jahr laute deshalb: "Sicherung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen".

Außerdem soll der Bevölkerung heuer die große Bedeutung der Landwirtschaft in Oberfranken durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit ins Bewusstsein gebracht werden. So werden auch in der Region bei einem "Wochenende der Landwirtschaft" am 14. und 15. Juni zahlreiche bäuerliche Familienbetriebe ihre Hoftore öffnen, um den Menschen zu zeigen, wie gesunde Lebensmittel produziert werden. Präsident Greif: "Wir wollen den Menschen zeigen, dass es besonders der landwirtschaftliche Berufsstand ist, der den Freistaat so lebenswert macht. Kein anderer Berufsstand ist so eng mit der Heimat verbunden wie die Land- und Forstwirte."