In der Dorferneuerung Fröhstockheim sieht Bürgermeister Burkhard Klein eine große Chance für die Entwicklung des Gemeindeteils. In der gemeinsamen Sitzung der Teilnehmergemeinschaft (TG) Fröhstockheim und des Gemeinderats hatte Klein auch auf die erheblichen und in den Jahren gestiegenen Investitionen durch die Gemeinde hingewiesen. Darüber wurde nun in der öffentlichen Gemeinderatssitzung informiert.

Nicht nur der Ausfall der Straßenanliegerbeiträge von etwa 600 000 Euro im Gegenteil zur Städtebauförderung Rödelsee ist demnach zu kompensieren, sondern auch noch ein Anstieg der Kostenbeteiligung der Gemeinde um rund eine Million Euro. Dies könne zum einen nur durch ein Darlehen in dieser Höhe über den Zeitraum von zwei bis drei Jahren finanziert werden.

Die darüber hinaus anfallenden Kosten von etwa 900 000 Euro und weiteren rund 500 000 Euro (Straßenzug Johannisbrunnenweg, Mainbernheimer Weg, Hauptstraße nach Bauende Richtung Kreisstraße) und einiges mehr müssten finanztechnisch überhaupt erst noch behandelt werden.

Höhere Investitionen

Die mittelfristige Finanzplanung der Gemeinde sei von einer Eigenbeteiligung der Gemeinde von etwa 700 000 Euro ausgegangen, die so auch in die Finanzplanung eingestellt war. Bei einer ursprünglich wesentlich geringeren Gesamtsumme der Maßnahmen und den weiteren sinnvollen oder sich gar ergebenden notwendigen Maßnahmen im Laufe des Verfahrens, wird dieser Rahmen nach Angaben der Verwaltung um bis zu 1,4 Millionen Euro überschritten.

Insgesamt sei es so, dass die Gemeinde pro Kopf erheblich mehr in die Dorferneuerungsmaßnahme Fröhstockheim investiert als in die schon sehr umfangreiche Städtebauförderung Rödelsee. Zudem müssten die Anlieger in Fröhstockheim – anders als noch in Rödelsee – nicht unmittelbar Beiträge zur Maßnahme leisten.

Schließlich sei noch zu berücksichtigen, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch noch die Neugestaltung des Kirchplatzes ansteht, für die Bürgermeister Klein ein Sonderkontingent von 200 000 Euro an Zuschüssen vom Amt für Ländliche Entwicklung erreicht hat. Aber auch hier wird die Gemeinde noch einen nicht unwesentlichen finanziellen Beitrag leisten müssen.

Hausanschlüsse mit im Visier

Das Ingenieurbüro Röschert wurde vom Gemeinderat in der jüngsten Sitzung für die notwendige Objektplanung für die Wasserver- und Abwasserentsorgung beauftragt. Die Gemeinde lässt im Rahmen der schon begonnenen Sanierung des Abwassersystems auch weitere Sanierungen beziehungsweise Reparaturen im Bereich der Hauswasseranschlüsse machen.

Ob und inwieweit dies über Beiträge beziehungsweise Gebühren abgerechnet werden können, muss in der Verwaltung erst noch genau überprüft werden. Ein Austausch der Wasserleitungen insgesamt ist nach Aussagen seitens des Ingenieurbüros Röschert nicht erforderlich.

Arbeiten vergeben

Der wirtschaftlichste Anbieter für diese Arbeiten ist die Firma Hoch- und Tiefbau Müller GmbH mit einem Angebotspreis von rund 99 680 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Vergabe zu. Auch für weitere Sanierungs- oder Reparaturarbeiten beim Abwassersystem erhielt die Firma den Zuschlag für den Angebotspreis von rund 160 500 Euro. Die Gemeinde lässt zudem von der gleichen Firma für rund 94 000 Euro Leerrohre für künftige Glasfaseranschlüsse in jedes Anliegergrundstück verlegen. Diskussionsbedarf gibt es noch beim Modell der Straßenlampen.

Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) benötigt die schriftliche Zusage der Gemeinde Rödelsee, dass der notwendige Kostenanteil von der Gemeinde finanziert wird. Die Gemeinde Rödelsee sicherte die Kofinanzierung von 1,36 Millionen Euro zur Dorferneuerungsmaßnahme zu – unter der Bedingung, dass auch das ALE seinen Beitrag in Höhe von 64 Prozent der abzurechnenden Gesamtkosten leistet.