Landkreis Kitzingen Seit 50 Jahren gibt es den Lions -Club Kitzingen. Sicherlich ein Grund zum Feiern. In diesen Zeiten ist das Feiern aber alles andere als selbstverständlich. Präsident Dietrich Oechsner und seine Mitstreiter müssen sich einiges einfallen lassen.

Seit wann sind Sie Präsident des Lions- Clubs Kitzingen?

Oechsner: Seit Anfang Juli. Die Präsidentschaft geht immer ein Jahr lang.

Warum nur so kurz?

Oechsner: Wir sind 37 Mitglieder im Club und wollen die Verantwortung auf alle Schultern verteilen. Jeder hat seine individuellen Stärken und die kann er während seiner Präsidentschaft am besten einbringen.

Seit wann sind Sie Mitglied im Lions- Club?

Oechsner: Seit 1994. Mein Vater war auch schon dabei. Er ist leider verstorben, bevor ich Mitglied wurde.

Wie wird man Mitglied?

Oechsner: Man wird berufen. Oder anders formuliert: Man wird gefragt, ob man dabei sein möchte.

Und Sie wollten?

Oechsner: Auf jeden Fall. Ich habe keinen Moment gezögert. Für mich ist das eine Ehre. Die Bewegung kommt ja aus den USA und da heißt das Motto: „we serve“. Ins Deutsche übersetzt passt da am besten: „Wir helfen und unterstützen.“

Wem wollen Sie helfen?

Oechsner: Denjenigen, denen es nicht so gut geht in unserer Gesellschaft. Die meisten Hilfsprojekte sind im Landkreis Kitzingen angesiedelt, es gibt aber auch internationale Hilfsprojekte, die wir gerne unterstützen.

Wer entscheidet, wohin das Geld fließt?

Oechsner: Immer die Gemeinschaft. Der jeweilige Präsident hat ein Vorschlagsrecht.

Und wo kommt das Geld her?

Oechsner: Von unseren vielfältigen Veranstaltungen. Die bekannteste dürfte der Lions-Markt in der Kitzinger Rathaushalle sein. Wir laden aber auch zu Vorträgen oder Konzerten ein. In diesem Jahr ist das natürlich schwieriger als sonst.

Ihr Mitglied Rudolf Rammig hatte ein großes Carmina-Burana-Konzert in Dettelbach geplant. Chöre aus Würzburg und Frankfurt sollten im Frühjahr auftreten. Was ist daraus geworden?

Oechsner: Wir hatten schon jede Menge Karten verkauft, dann kam Corona und wir mussten das Konzert schweren Herzens absagen. Wir wollen im nächsten Frühjahr einen neuen Anlauf starten. Die Karten behalten ihre Gültigkeit.

Das Jubiläum hätte zu kaum einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können.

Oechsner: Oder umgekehrt (lacht). Corona ist zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt gekommen. Seit März haben wir keine Veranstaltungen durchführen können, auch der Lions-Markt im Herbst wird nicht stattfinden können. Bei den Hygienebestimmungen macht das keinen Sinn. Der Markt lebt von seiner Atmosphäre, von den Gesprächen und Begegnungen in der Rathaushalle. Aber wir haben uns schon eine Alternative überlegt.

Die wie aussieht?

Oechsner: Wir überlegen, den Markt online zu gestalten. Ist nicht das Gleiche, aber für viele vielleicht doch ein Anreiz. Wir brauchen ja auch gewisse Einnahmen, um spenden zu können. Der Erlös vom Lions-Markt war da immer ein wichtiger Bestandteil.

Dann findet heuer auch keine Weihnachtsaktion statt?

Oechsner: Doch. Wir werden auch dieses Jahr im Dezember Familien und bedürftige Person in Stadt und Landkreis Kitzingen besuchen und ihnen ein vorweihnachtliches Geschenk machen. Die Gelder haben wir innerhalb des Clubs bereitstellen können. Im Oktober soll außerdem ein Fachvortrag zum Thema „Schwarze Löcher“ in der Alten Synagoge stattfinden. Auch da kommen hoffentlich noch einmal Spendengelder zusammen.

Das Jahr Ihrer Präsidentschaft ist alles andere als leicht. Sie haben deshalb zum Abschluss einen Wunsch frei zum 50. Geburtstag Ihres Clubs.

Oechsner: Dann wünsche ich mir das, was sich im Moment wohl die meisten Menschen wünschen: Dass wir Corona bald in den Griff bekommen, um wieder gemeinsam und sorgenfrei feiern zu können.