Es geht weiter beim Weinbauverein Nenzenheim: Nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, dass für den Traditionsverein kein neues komplettes Vorstandsteam zusammen kommt, gab es am Samstag bei der Jahreshauptversammlung das große Aufatmen: Der Vorstand ist wieder komplett, zwei neue Gesichter sind mit dabei, drei Posten wurden intern vertauscht. Es fehlt allerdings noch an Mitgliedern für den Festausschuss.

Zwei Jahre lang hatte der Weinbauverein Nenzenheim keine Jahreshauptversammlung mehr halten können, ebenso lange war der Vorstand über den Turnus hinaus länger im Amt. Alles wegen Corona. Die Kontaktbeschränkungen hatten auch dafür gesorgt, dass es weder 2020 noch in diesem Jahr ein Weinfest gegeben hat – ein Dilemma für Iphofens größten Stadtteil.

Eine Weinprinzessin ohne Weinfest

Die amtierende Weinprinzessin Lisa Belz, die noch vor dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gekürt wurde, ist mittlerweile die Hoheit mit der längsten Amtszeit – allerdings ohne Weinfest. Und ob sie im kommenden Jahr, wenn am Wochenende rund um den ersten Mai normalerweise wieder ein großes Zelt auf dem Festplatz aufgestellt werden würde und tausende Besucherinnen und Besucher aus einem rund 50 Kilometer breiten Radius nach Nenzenheim strömen, auf der Bühne stehen wird und die 43. Ausgabe der Veranstaltung eröffnen wird – fraglich.

Zumindest hat der Weinbauverein bei seiner Versammlung im Feuerwehrsaal wieder eine Führungstruppe gefunden. Der bisherige Vorsitzende Alexander Hansch wechselt wieder in das Amt des Kassiers. Dieses hatte der neue Vorsitzende Günter Kahl auch schon einmal inne. Um den Vorsitz hatte sich auch die bisherige Schriftführerin Michelle Krämer beworben, gab sich dann aber auch mit dem Amt des zweiten Vorstands zufrieden. Dritter im Bunde ist ihr Gatte Tobias Krämer. Neue Schriftführerin ist Erika Wolf, deren Mann Sebastian sich auch für den Festausschuss, in den der Weinbauverein und der Sportverein gleichermaßen acht Personen entsenden, hat aufstellen lassen. In diesen gehen auch Alexander Hansch und Günter Kahl. In der Versammlung erklärte sich zudem Roland Därr bereit dazu, einen Ausschussposten zu übernehmen, während die restlichen am Samstag vakant blieben. Kassenprüfer sind Thomas Zink und Christina Hartmann.

Eventuell wird es wieder eine Alternative

Bleibt die Frage nach dem Fest an sich: Der Verein hatte sich nach dem Feier-Verbot im vergangenen Jahr in den vergangenen Monaten mit einer "Essen-to-go"-Veranstaltung im Frühjahr und einer hybriden Feier als Mischung zwischen Abholungsangebot und Präsentreffen im September in Erinnerung gehalten.

Der scheidende Vorsitzende Alexander Hansch erklärte der Versammlung, dass man auf jeden Fall den Plan "Zeltweinfest 2022" weiter verfolgen werde, aber angesichts der Pandemielage freilich nicht wisse, inwieweit sich dieser umsetzen lasse. Eventuell müsse man sich Alternativen überlegen. Denn auch wenn die Vereinskasse noch durch die Rücklagen aus früheren Jahren gut gefüllt ist, hat der Verein, der aktuell 98 Mitglieder zählt, laufende Kosten.