Kostenfreie Parkplätze mitten in der Innenstadt: ein Traum für jeden Autofahrer. – Realität für Radler, die in Kitzingen Station machen. Am Marktplatz, im ehemaligen Sporthaus Hasenknopf, gibt es seit Mitte August eine Fahrradgarage. Etwa 60 Räder finden dort auf 120 Quadratmetern Platz – wenn die Garage denn gefunden wird. Darin liegt im Moment nämlich noch das Problem. 

Selbst wenn die Radler wissen, dass es die Garage gibt, dauert es, bis sie das Rad-Parkhaus entdecken. Ein Problem, von dem auch Frank Gimperlein, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins Kitzingen weiß. Die provisorische Garage war eine schnelle und spontane Lösung, nachdem sich viele Gewerbetreibende über parkende Räder vor Schaufenstern und Ladeneingängen bei Gimperlein beschwert hatten. Für eine ausgeklügelte Beschilderung fehlte aber bisher einfach die Zeit. "Die Garage hat noch Kinderkrankheiten", gibt Gimperlein zu. Aber die sollen im nächsten Jahr behoben werden.

Garage ist keine langfristige Lösung

Bis zum Sonntag, 4. Oktober, können die Räder noch in der Garage abgestellt werden. Dann wird über den Winter geschlossen. Im März soll das Parkhaus wieder für Radtouristen geöffnet werden. "Für das nächste Jahr ist ein Beschilderungskonzept geplant", verspricht Gimperlein. Dann auch mit der richtigen Garagen-Adresse auf den Schildern. Ein Fehler, der Gimperlein bei den ersten Plakaten geärgert hat: Auf ihnen war eine falsche Adresse angegeben. Das ist bei den neuen Plakaten berichtigt. Noch mehr aber ärgert ihn das Gemotze der Leute: "Da tut man was für Kitzingen und dann regen sie sich nur über die falsche Ortsangabe auf."

Kein Fehler ist dagegen ein zentraler Fahrradparkplatz in der Kitzinger Innenstadt. Laut Gimperlein kam die Unterstellmöglichkeit gut an. "Es muss sich halt erst herumsprechen", sagt er. Dabei hilft auch die Kitzinger Tourist-Information. Leiterin Vanessa Feineis findet die Garage "eine tolle Idee". Durch Corona habe sich der Tourismus verändert. "Es kommen mehr Radtouristen und Tagesgäste. Die Garage entlastet die Situation am Marktplatz deutlich", erklärt sie.

Klar ist allerdings auch, dass die Garage in den ehemaligen Räumen des Marktfriseurs keine Dauerlösung sein kann. Denn nur so lange es keinen anderen Interessenten für den Laden gibt, dürfen die Räder darin geparkt werden. Langfristig müsse das Thema Fahrradstellplätze, erklärt Bürgermeisterin Astrid Glos, im Zuge des für die Zukunft vorgesehenen Innenstadtkonzepts gelöst werden.