Oft ist Emil Ebert aus Unterpreppach vor seinem Haus auf der Gartenbank zu sehen. "Mein Garten und die Musik spielen in meinem Leben eine wesentliche Rolle", sagte er an seinem 90. Geburtstag, den er am Montag bei guter Gesundheit feierte. Drei Kinder, sieben Enkelkinder, zwei Urenkel sowie Verwandte und Bekannte gratulierten dem Jubilar.

Geboren ist Emil Ebert in Reutersbrunn, also gleich nebenan. Dort hat er die Schule besucht. "Acht Jahre mit allen Klassen zusammen und mit einer Lehrerin", grinst der 90-Jährige.

Im jugendlichen Alter von 17 Jahren musste er nach Italien in den Krieg. Nach einem halben Jahr in Kriegsgefangenschaft kam er im Oktober 1945 wieder zurück nach Reutersbrunn. Mit Holzarbeiten, vornehmlich auf Bahnhöfen wo das Holz verladen wurde, verdiente er einige Zeit seinen Lebensunterhalt. Später saß er acht Jahre auf Lkws, mit denen er Grubenholz transportierte. Gelernt hatte er Bürokaufmann bei der BayWa in Ebern. Seine Frau Olga hat er im Jahr 1949 geheiratet und seine weitere berufliche Tätigkeit bei der Firma Kugelfischer in Ebern bis zu seiner Rente im Jahr 1963 ausgeübt.


Mit Vorliebe Blasmusik

Blasmusiker war er "mit Leib und Seele" bei der Stadtkapelle in Ebern und bei der Kirchenmusik in Unterpreppach. Dort hat er auch Jungmusiker ausgebildet und 30 Jahre im Kirchenchor Unterpreppach musiziert. "Ich habe die Chronik für die Plakette ,Pro Musika', 110 Jahre Blasmusik Unterpreppach, erstellt", sagt der Jubilar stolz. Einige Alben füllen Fotos über die Blasmusik.

"Ich habe beim Bauen von 17 Häusern mitgeholfen", sagt Emil Ebert. Ob er beim "Häuslebauen" auch manchmal als Wünschelrutengänger, eines seiner Hobbys, nach Wasseradern gesucht hat? "Wenn das gewollt war, habe ich das gemacht", lacht der Jubilar, der vor Brunnenbohrungen oft seine Einschätzung abgab und meist richtig lag.

Ein weiteres Hobby von ihm ist das Dichten von Liedern. "Zwei meiner Lieder stehen im Liederbuch für Seniorenarbeit der Diözese Würzburg", freut sich Ebert. 20 Jahre war der Jubilar im Vorstand des Seniorenkreises Unterpreppach. Neben dem Musikverein ist er im Sportverein, bei den Reservisten und im Kolpingverein Mitglied.

Zufrieden ist Emil Ebert mit seinem Leben. "Der Opa lässt sich nicht unterkriegen", sagt seine Enkelin Eva Ludewig und beantwortet damit die Frage, was er sich wünscht. Zu seinem Geburtstag gratulierte stellvertretender Landrat Oskar Ebert. "Der ist mir nicht verwandt oder verschwägert", scherzt der Jubilar. Für die Stadt Ebern waren Zweiter Bürgermeister Harald Pascher und als Stadtteilvertreterin im Stadtrat, Gabriele Rögner, als Gratulanten gekommen.