Ein Neuanfang im Zeichen der Globalisierung. Klaus Quintela Barbosa hat in der Adam-Riese-Straße in Ebern einen etablierten Bäckerladen übernommen. Doch er versieht ihn mit einem speziellen südamerikanischen Anstrich. "Panificadora" nennt er seinen deutsch-brasilianischen Backshop.

Von der Kultur begeistert

Gepackt hat es den deutschen Bäcker vor etwa vier Jahren. Damals hat er im Bundesstaat Amazonas in Brasilien Urlaub gemacht. "Ich war fasziniert vom Umgang der Menschen miteinander, vom guten Essen und der ganzen Kultur", berichtet er. Und dieses brasilianische Feuer hat ihn nicht mehr losgelassen. Heute hat er einen brasilianischen Nachnamen, eine brasilianische Frau (Augusta), Kinder (Tiago und Marina) und einen deutsch-brasilianischen Backshop - er lebt Brasilien durch und durch.

Früher Bäckerei Müller, dann Bäckerei Köhler und jetzt Panificadora: Die
Eberner müssen sich wahrscheinlich noch an den Namen gewöhnen, doch ist die Versorgung Backwaren am Steinberg wieder sicher gestellt.
Klaus Quintela Barbosa betreibt den Laden zusammen mit seiner Frau. Tagtäglich steht er selbst in der Backstube und stets ist ein Stück Brasilien dabei. "Die Samba-Musik läuft im Hintergrund", erzählt der Bäckermeister. Im Laden helfen zwei Servicekräfte mit Dienstkleidung in den Farben Brasiliens.

Brasilien bis ins Detail

Jeder der schon mal Brasilien bereist hat, kann in dem Tante-Emma-Laden die Erinnerungen an das vielfältige Land wieder aufleben lassen. Auch wenn das Wandgemälde des Amazonas-Gebietes noch fehlt, der Ladentisch spricht Bände: Klar gibt es da auch die typisch deutschen Bäckereiangebote.

Aber mit Pão de Queijo (Käsebrötchen), Bolo de Coco (Kokoskuchen) und Schokotrüffeln will die Familie Quintela Barbosa ihre Kunden zusätzlich für brasilianische Genüsse begeistern. Dazu gibt es Kokosmilch, Melone und brasilianische Wurst. "Bei Obst und Gemüse werden wir durch zollrechtliche Einfuhrregeln eingeschränkt", erklärt der Ladenbetreiber. Bei Sonderwünschen können die Kunden in einem Katalog mit über 400 brasilianische Artikeln von Lebensmittel über Kosmetik bis zu Kleidung wählen. Diese werden dann bei Bedarf extra bestellt.

Zeit und ein Lächeln

Brasilianisch ist auch die Gastfreundschaft und die Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen: "Die Leute kommen lächelnd und sollen auch wieder lächelnd aus dem Laden gehen", beschreibt Klaus Quintela Barbosa seine Philosophie. "Wir nehmen uns Zeit für den Kunden, dazu gehört auch, dass wir mal eine Tasse Kaffee trinken."
Seine Motivation für den Laden in der Adam-Riese-Straße ist eindeutig: "Die Liebe am Backen, die Liebe an Brasilien und die Liebe daran, den Leuten etwas Gutes zu tun."

Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) zeigt sich spontan von dem neuen Angebot in seiner Stadt begeistert: "Ich freue mich, dass in diesen Laden wieder Leben einzieht."