Eine Straße in Allertshausen, sie trägt den Straßennamen Herrengärten und die Flurnummer 37, beschäftigte den Marktgemeinderat Maroldsweisach und auch den dortigen Bauausschuss schon einige Male. Es handelt sich um die erste Ortsstraße, die aus Richtung Maroldsweisach kommend von der Staatstraße 2284 nach rechts in den Ort führt. Soll sie eingezogen bzw. entwidmet werden? Das ist dann der Fall, wenn eine Straße für den Ort keinerlei Erschließungs- oder Versorgungsfunktion mehr hat - und hat zur Folge, dass sich auch niemand darum kümmern muss. Die Meinungen im Gremium waren kontrovers, auch hatte ein Anlieger gegen die Einziehung Widerspruch eingelegt.


Kein Ermessensspielraum

Wie der Leiter der Marktgemeindeverwaltung, René Schäd, erläuterte, hat die Gemeinde keinen Ermessensspielraum, wenn die Straße jede Verkehrsbedeutung verloren hat. "Dann müssen wir die Straße einziehen." Es gebe nach Meinung der Verwaltung keinen Hinderungsgrund, auch der Einspruch eines Anwohners gehe ins Leere, da dessen Grundstück von mehreren Seiten erschlossen werden könne.

Da sich unterschiedliche Meinungen bildeten, machte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) deutlich, dass man sich bei der Entscheidung nicht von den Namen von Beteiligen leiten lassen könne. "Die haben bei unserer Entscheidung keine Rolle zu spielen." In der Diskussion gab es mehrere Lösungsvorschläge, so stellte Werner Thein (SPD) einen Antrag zur Geschäftsordnung, nur eine Teilentwidmung vorzunehmen, was aber mit knapper Mehrheit abgelehnt wurde. Mit 10: 5 Stimmen entschied das Gremium schließlich, die Herrengärten von der Liste der Ortsstraßen zu tilgen.

Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat, Wilfried Wolfsberger (SPD) als Mitglied in den Rechnungsprüfungsausschuss und als Stellvertreter in den Finanz- und Forstausschuss zu bestellen.


Asylkoordinatorin stellt sich vor

Zugestimmt wurde auch einer Vereinbarung zur Unterhaltung und Verkehrssicherungspflicht des Geh- und Radweges zwischen Maroldsweisach und Ermershausen. "Für den Geh- und Radweg zwischen Maroldsweisach und Ermershausen sind die betriebliche und bauliche Unterhaltung, Verkehrssicherungspflicht und der Winterdienst zu regeln", sagte Bürgermeister Thein. Dafür ist die Gemeinde zuständig. Entstehende Kosten werden ihr vom Staatlichen Straßenbauamt ersetzt.

Seit August dieses Jahres ist Kerstin Brückner in der VG Hofheim als Asylkoordinatorin für das Hofheimer Land tätig. Sie stellte ihre Arbeit im Marktgemeinderat Maroldsweisach vor. Zu ihren Aufgaben gehöre es, sich für die Flüchtlinge um Wohnungen, Arbeit und Mobilität zu kümmern, sagte Kerstin Brückner. "In diesem Aufgabenfeld kläre ich die Bedürfnisse der Flüchtlinge, die bei uns wohnen, ab und besuche sie deshalb auch alle in ihren Unterkünften." Ziel sei es, die Flüchtlinge möglichst vor Ort in Arbeit zu bringen und eine dezentrale Unterbringung zu erreichen.

Bürgermeister Wolfram The in wies noch darauf hin, dass er einen Förderbescheid in Höhe von 50 000 Euro für den Breitbandausbau entgegennehmen konnte. Weiter appellierte er an die "Leerstandslotsen" im Gemeinderat, ihre Aufgaben ernst zu nehmen und der Gemeinde Leerstände zu melden.