Höhere Kanalbenutzungsgebühren, ein größeres Gewerbegebiet, schnelleres Surfen, keine Beteiligung am Windpark. So lesen sich im Schnelldurchgang die Beschlüsse des Gemeinderates Ebelsbach, der am Mittwochabend tagte. Und: Das Thema Flüchtlinge und Asyl kam zur Sprache.

Seit Beginn dieses Schuljahres steht das Schloss in Gleisenau leer, die Grundschule ist in die Gebäude nach Ebelsbach umgezogen. Kann das Schloss Asylbewerbern als Unterkunft dienen? Hierzu gab es eine Anfrage des Landratsamtes, eine Begehung folgte. Ergebnis: Das Schloss könnte vorübergehend maximal 40 Personen für etwa sechs Wochen als Aufenthalt dienen, bis ihnen Wohnungen vermittelt werden können.
"Wir stehen in der Pflicht", erklärte Bürgermeister Walter Ziegler (BNL), "und werden die Asylanten mit offenen Armen aufnehmen." Ob das Vorhaben realisiert wird, steht indes noch nicht fest.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung lautete: Änderung der BGS zur EWS Ebelsbach. Was fremd klingt, meint die Kanalbenutzungsgebühr für die Gemeinde Ebelsbach (ohne Rudendorf). Diese weist einen Kostendeckungsgrad von lediglich 75 Prozent auf. Deshalb wurde die Gebühr kalkuliert. Vorgeschlagen wurden Änderungen beim pauschalen Gießwasserabzug, die Einführung einer Grundgebühr und der Ausgleich des Defizits aus Vorjahren. Die Räte taten sich schwer, aus diesen drei Parametern eine neue Gebührensatzung zu erstellen. Ziel war, künftig Defizite zu vermeiden. Beschlossen wurde, das aufgelaufene Defizit der Vorjahre zu fünf Prozent in die Kalkulation einzubeziehen. Der bisherige pauschale Abzug für Gießwasser wurde für Gärten bis 500 Quadratmeter auf sechs Kubikmeter gesenkt (bisher 15 Kubikmeter), über 500 Quadratmeter auf zehn Kubikmeter (bisher 25). Zudem wurde eine Grundgebühr von 24 Euro pro Jahr eingeführt. Daraus ergibt sich eine Gebühr von 2,75 Euro pro Kubikmeter Abwasser, was einer Steigerung um 17 Cent entspricht.

Das Gewerbegebiet "Lohwiese" kann um 1,278 Hektar erweitert werden. Der Flächennutzungsplan wurde hierauf bereits angepasst, allerdings müsste ein gültiger Bebauungsplan aufgestellt oder der bestehende Bebauungsplan "Gewerbegebiet Lohwiese" erweitert werden. Der Gemeinderat beschloss die Erweiterung des Gewerbegebietes einstimmig. Er schuf damit die planlichen Voraussetzungen, damit sich weitere Gewerbebetriebe ansiedeln können.

Soll sich die Gemeinde Ebelsbach am Projekt Bürgerwindpark Sailershäuser Wald beteiligen? Zu dieser Frage entspann sich eine lebhafte Diskussion. Die Befürworter sahen eine Chance, die Energiewende mitzugestalten und sich bei einem Projekt für die Zukunft zu beteiligen, zudem müssten die Kommunen wahrscheinlich immer mehr für ihre Energieversorgung aufkommen. Die Gegner sahen die Prioritäten in Energieeinsparungen oder in Investitionen in eine Kraft-Wärme-Kopplung für die Schule. Schließlich standen drei Vorschläge über die Höhe einer Beteiligung zur Abstimmung. Da kein Vorschlag eine Mehrheit fand, wurde eine Beteiligung der Gemeinde abgelehnt.

Informationen gab es zum Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen (Breitbandrichtlinie). Als auszubauendes Erschließungsgebiet wurde das gesamte Gemeindegebiet definiert. In geringen Teilen von Ebelsbach werden Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s erreicht. In den Ortsteilen sind lediglich Downloadraten von maximal sechs Mbit/s verfügbar. Außerdem ist in Ebelsbach, Gleisenau und Steinbach Internet über die Firma "Kabel Deutschland" möglich.

Für den Ausbau der Erschließungsgebiete bewerben sich fünf Firmen. Bürgermeister Walter Ziegler sah Ebelsbach bezüglich des Breitbandausbaus landkreisweit vorne dabei. Als Erschließungsgebiete wurden Teile von Ebelsbach und Steinbach sowie die Gemeindegebiete von Schönbach, Schönbrunn und Rudendorf festgelegt. Ebelsbach kann einen Förderhöchstbetrag von 630 000 Euro bei einem Fördersatz von 90 Prozent erreichen. may