klaus schmitt

Herrliches Winterwetter war den Menschen am Wochenende im Landkreis Haßberge und darüber hinaus beschert. Da muss man doch ins Freie! Aber: Da war doch was?

Ist ein Ausflug in die Winterlandschaft angesichts der Abstandsregelungen zur Eindämmung von Corona ohne weiteres möglich? Bilder von verstopften Straßen, Ansammlungen von rodelnden oder Ski fahrenden Menschen an Hängen und von Einheimischen, die schimpfen, dass sie von Tagestouristen überrollt werden - und hinterher deren Müll wegkehren müssen -, sind in den Köpfen.

Für den Landkreis Haßberge trifft das alles nicht zu. Solche Brennpunkte wie in den Alpen, im Sauerland, im Harz, in der Rhön oder im Fichtelgebirge gibt es hier nicht.

"Keinerlei Schwierigkeiten"

Unser Reporter hat sich am Samstag am Zabelstein umgeschaut, um zu sehen, was dort los ist. Ja, es sind vielleicht mehr Menschen unterwegs gewesen als an anderen Wochenenden, aber es ging geordnet zu. Es gebe "keinerlei Schwierigkeiten", bestätigte ein Sprecher der Polizei in Gerolzhofen, in deren Zuständigkeitsbereich der Zabelstein liegt.

Die Parkplätze an der Straße zwischen Fabrikschleichach und Hundelshausen, von denen aus man die gut zwei Kilometer zur Burgruine laufen kann, waren zwar voll, aber Behinderungen wegen möglicherweise zu vieler Autos waren nicht zu erkennen. Und auf dem Hauptweg zur Burgruine sowie den anderen Waldwegen verteilen sich die Spaziergänger, meist Familien mit Kindern, ohnehin.

Die Polizei in Gerolzhofen hat keinen besonderen Auftrag, das Areal am Zabelstein wegen eines möglicherweise stärkeren Ausflugsverkehrs als sonst verstärkt unter die Lupe zu nehmen. Im Zuge der Streifenfahrten schaut die Polizei hin und wieder vorbei, wie ein Sprecher der Dienststelle bestätigte.

Bei den Streifenfahrten

Ähnlich geht auch die Polizei im Kreis Haßberge vor. Orte, an denen besonders viele Ausflügler an einem Punkt zusammenkommen könnten, gibt es nicht. "Hotspots haben wir nicht", beschrieb ein Sprecher der Polizei in Haßfurt. Vorrang haben andere Orte; das sind zum Beispiel die Bahnhöfe oder die Bushaltestellen. Außerdem hilft der Polizei im Landkreis, dass nicht überall Schnee liegt. Rodeln und ähnliche Aktivitäten seien nur an wenigen Orten derzeit eventuell möglich, merkte ein Vertreter der Polizei in Ebern an.

Außerdem: Die Menschen, auch im Kreis Haßberge, sollen doch in die Natur. Dann ist es allemal besser, sie tun es in ihrer eigenen Umgebung, als Fahrten etwa in die Rhön, nach Thüringen, ins Fichtelgebirge oder zu noch weiter entfernten Regionen zu unternehmen.

Der Zabelstein jedenfalls präsentierte sich am Wochenende in einem herrlichen Winterkleid. Auf den Wegen zogen die Eltern ihre Kinder auf den Schlitten. Schneebälle flogen durch die Gegend, und viele bestaunten den neuen Aussichtsturm, der vor einigen Wochen auf dem Gelände der Burgruine fertiggestellt worden ist. Geöffnet ist der knapp 20 Meter hohe Turm allerdings noch nicht. Einen einigermaßen guten Ausblick hat man trotzdem, da den Bäumen das Laub im Winter fehlt.