Eine Dampflok, deren Kessel unter Druck steht. Dieses Motiv steht für Dr. Thomas Banse, Chefarzt am Klinikum Kulmbach, im übertragenen Sinne für ein Krankheitsbild beim Menschen, das jahrelang unbemerkt bleiben kann. "Mit einem unbehandelten Bluthochdruck, auch arterielle Hypertonie genannt, läuft man immer an einem dampfenden Kessel vorbei", stellte der Experte im Martin-Luther-Haus fest.

Auf Einladung des Freundeskreises der evangelischen Akademie Tutzing referierte der Mediziner über die Volkskrankheit. Zu ihren Ursachen zählen Alter, Bewegungsarmut, erhöhte Blutfette, Rauchen, Stress, Übergewicht und Vererbung. Wie Banse betonte, ist Hypertonie ein Risikofaktor für Gefäßverschlüsse. Diese hätten schwerwiegende Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Funktionsschädigungen der Niere. Banse empfahl, sich regelmäßig sitzend und in Ruhe selbst zu messen. "Bei einem gesunden Menschen sollte der systolische Wert nicht über 140 und der diastolische, also der untere Wert nicht über 90 liegen." Für Menschen mit Risikofaktoren korrigierte der Mediziner die Zielvorgaben auf 130 zu 85. Den Blutdruck zu senken gelinge nicht nur mit Tabletten, sondern auch mit Gewichtsreduktion, weniger Salz, körperlichem Training (drei Mal 30 Minuten in der Woche), dem Verzicht auf Nikotin und der Vermeidung von zu viel Alkohol. stö