von unserer Mitarbeiterin Evi Seeger

Lonnerstadt — Herbert Krafft von der Bürgerwindenergiegesellschaft Lonnerstadt ist überzeugt: Die Lonnerstadter Anlage mit fünf Windrädern ist eine der letzten Bürgerwindanlagen überhaupt. Ab 2017 müssten solche Anlagen EU-weit ausgeschrieben werden, erklärte er gegenüber dem FT. Das sei das Ende für so kleine Genossenschaften. "Die haben dann keine Chance mehr", ist sich Krafft sicher.
In der Sitzung des Lonnerstadter Gemeinderats ging es im wahrsten Sinne des Wortes darum, für die Windräder "den Weg freizumachen". Für die Verwaltung heißt das, die Wegenutzung, die Verlegung von Stromkabeln und die für den Wegebau notwendige Rodung von Bäumen zu regeln. Denn nach Kraffts Worten sollen die Anlagen schon im zweiten Quartal 2015 errichtet und im vierten Quartal in Betrieb genommen werden. Derzeit sei man in der Zeichnungs-Phase, erklärte Krafft auf Nachfrage des Fränkischen Tags. 60 Prozent des notwendigen Eigenkapitals wären bereits vorhanden, 40 Prozent sollen noch gezeichnet werden. Weshalb man sich auch über Lonnerstadt hinaus "geöffnet" habe. Das heißt, dass jetzt auch Bürger außerhalb Lonnerstadts die Möglichkeit haben, Anteile zu zeichnen.
Die von den Gemeinderäten gewünschten Änderungen in den Verträgen hält Krafft für unproblematisch. Sie könnten ohne Probleme nachgebessert werden. Einige Punkte hatten die Fachleute aus der Verwaltung moniert. Für VG-Kämmerer Tobias Weiß ist es "nicht plausibel", dass die Gemeinde Lonnerstadt hinsichtlich des Kündigungsrechts nicht mit der Betreibergesellschaft gleichgestellt werden soll. Anmerkungen zum Vertrag hatten auch VG-Bauamtsleiter Daniel Kammerer und Erwin Kopp vom Liegenschaftsamt. Dem Vertrag von Mühlhausen entsprechend, wurde eine Bankbürgschaft festgelegt, die nach Beschluss der Räte mit 50 000 Euro festgeschrieben werden soll.
Horst Gäck (SPD) hatte sich offensichtlich besonders intensiv mit den Verträgen beschäftigt und "ärgerte" sich über die Aussage, es handle sich in Lonnerstadt um den genau gleichen Vertrag wie in Mühlhausen. Dass das nicht zutrifft, unterstrich auch Bürgermeister Stefan Himpel (FW). Der Vertrag habe einen Passus weniger und könne daher kein Standardvertrag sein.
An den gewünschten Nachbesserungen dürften die Verträge aber nicht scheitern. Und ansonsten liegen nach den Worten des Bürgermeisters alle Genehmigungen vor, so dass dem Bau eigentlich nichts mehr im Wege steht.