Trockenheit und Hitze haben auch im Ermershäuser Wald ihre Spuren hinterlassen. Insgesamt mussten 3053 Festmeter Holz eingeschlagen werden, sagte Revierförster Wolfgang Meiners während der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Sportheim. Dies entspreche der 2,8-fachen Menge des üblichen Einschlags der vergangenen Jahre. Neben 70 Festmetern Buchenholz wurden fast 3000 Festmeter Fichtenholz gefällt, das besonders anfällig für Hitze und Borkenkäfer ist.

"Überall braune Bäume"

Bis zum Juni sei es ruhig gewesen, sagte Meiners. Ab August hätten "überall braune Bäume" gestanden. Auch die Buchen hätten ihre Blätter eingerollt, schilderte der Fachmann.

Die Einnahmen hätten sich am unteren Ende bewegt. Statt - wie in guten Zeiten - 50 Euro pro Festmeter Fichtenholz habe man nur zehn Euro erzielt. Von staatlicher Seite habe man einen Zuschuss in Höhe von 21 000 Euro für das "Käferholz" erhalten. Für Vertragsnaturschutz habe die Gemeinde 14 400 Euro bekommen. Dabei handelt es sich laut Meiners um alte Bäume mit Nisthöhlen, die für zwölf Jahre stillgelegt werden.

Keine neuen Fichten

Durch den Einsatz von Harvestern sei es gelungen, 80 Prozent der natürlichen Waldverjüngung (Jungpflanzen) zu erhalten. Als Ersatz für die Fichten seien 13 verschiedene Baumarten in die vorhandenen Bestände eingepflanzt worden. Es handle sich um Mischungen, die stabil gegen den Klimawandel sein sollen. Fichten wurden laut Wolfgang Meiners nicht mehr gesetzt. An ihrer Stelle wurden Douglasien und Tannen als Nadelhölzer gepflanzt.

Auf einer Fläche von einem halben Hektar wurden rumänische und deutsche Tannen gesetzt. Es handelt sich um ein bundesweites Forschungsprojekt, um herauszufinden, welche der beiden Baumarten sich besser entwickelt. Drei Informationstafeln wurden in diesem Jahr aufgestellt, die Besuchern die Besonderheiten des Ermershäuser Waldes erklären.

Schwarze Null

Unter dem Strich bleibe in diesem Jahr eine schwarze Null. Die Zeiten, in denen rund 100 Euro pro Hektar Wald verdient wurden, seien in Zukunft nicht mehr möglich, sagte Meiners. Dennoch sei man auf dem richtigen Weg, gab er sich zuversichtlich. Für das kommende Jahr soll die "Bundeswaldprämie" einen Einnahmenüberschuss von fast 30 000 Euro garantieren. Denn der Bund schütte aus einem Corona-Fonds einmalig 100 Euro pro Hektar Wald aus. Bei einer Waldfläche von 280 Hektar im Ermershäuser Forst komme die Gemeinde so auf einen Zuschuss von rund 28 000 Euro. Die nötigen ökologischen Auflagen werde man erfüllen, sagte Meiners.

Die Einnahmen bei der Holzernte im Jahr 2021 bezifferte er auf 26 000 Euro, die Ausgaben dafür auf 22 500 Euro. 20 000 Euro an Einnahmen plant er für den Vertragsnaturschutz ein. 10 500 Euro sollen für die Instandhaltung von Forstwegen ausgegeben werden. Bürgermeister Günter Pfeiffer forderte Interessenten für den Kauf von Brennholz auf, sich bis Jahresende bei ihm zu melden.

In seinem Jahresrückblick verwies Pfeiffer auf erfolgreich abgeschlossene Projekte wie die Teilsanierung des Kanalnetzes. Die Pfarrgasse wurde neu geteert, die Kneippanlage wurde ebenso saniert wie der Spielplatz. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei ungebrochen, sagte er. Allein im Dezember würden noch drei Kaufverträge geschlossen.

Die Gemeinde sei schuldenfrei und das Rücklagenkonto gefüllt. Günter Pfeiffer bedankte sich bei jedem, der sich für das Wohl der Gemeinde einsetzt.