Ein Gebäude mit acht Wohneinheiten ist in der Gemeinde Pommersfelden eher ungewöhnlich. Ein solches soll in der Steppacher "Fröschgass" entstehen, wie der Tagesordnung zur Gemeinderatssitzung zu entnehmen war. Wenn auch ohne Namensnennung, denn die Bauwerber werden aus Datenschutzgründen nicht mehr bekanntgegeben. Für das Bauwerk soll eine bestehende Scheune samt Nebengebäuden teilweise abgerissen werden. Bürgermeister Hans Beck (WBS) gab jedoch bekannt, dass dieser Bauantrag vertagt werden müsse. Es gebe in der Sache noch Klärungsbedarf.
Vor allem mit Bauangelegenheiten hatte sich das Ratsgremium zu beschäftigen. Sechs Bauanträge zeigten eine rege Bautätigkeit in der Gemeinde an. Vier der Anträge zielten auf die Errichtung von Einfamilienhäuser ab. Die Flurnummern wie auch die Genehmigungsfreistellung ließen darauf schließen, dass es sich um Bauvorhaben im neuen Sambacher Baugebiet "Hofleite" handelt, was Bürgermeister Beck auch bestätigte. Ja, in der Hofleite könne bereits gebaut werden, erklärte er. Es seien bereits alle Erschließungsleitungen einschließlich Glasfaserkabel (bis zur Haustüre) verlegt. Beck wartet nur noch darauf, dass das Tiefbauunternehmen die Straße fertigstellt. Gleiches gilt auch für das Steppacher Neubaugebiet Nord, Bauabschnitt zwei. In vier Wochen sollte alles abgeschlossen sein. Ein Großteil der Baugrundstücke in der Sambacher Hofleite sei bereits verkauft.
Ebenfalls im Genehmigungsbereitstellungsverfahren lag der Bauantrag für ein Zweifamilienhaus vor, das im zweiten Bauabschnitt des Steppacher Baugebiets "Nord" geplant ist. Zum Anbau und Umbau eines bestehenden Wohnhauses mit Errichtung einer zweiten Wohneinheit im Dachgeschoss in Steppach, Am Schmiedsgraben, wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.


Diskussion um Parkplätze

Mehr Zeit beanspruchte die Bauvoranfrage zur Errichtung einer Heilpraktikerpraxis in Steppach, Bodenäcker 1. Der Bauwerber beabsichtigt auf seinem Grundstück, ein separates Gebäude mit einer Höhe von 3,20 Metern und einem Flachdach zu erstellen. Dabei ging es vor allem um die Lösung der Stellplatzproblematik sowie eine Überschreitung der vom Bebauungsplan vorgegebenen Baugrenze. Nach Aussage der Gemeindeverwaltung müssten mindestens drei Stellplätze neu geschaffen werden. Das vorliegende Konzept wies jedoch nur einen zusätzlichen Platz aus. In Ermangelung einer Stellplatzsatzung könnten die zwei fehlenden Plätze auch nicht durch Zahlung an die Gemeinde abgelöst werden, informierte die Verwaltung.


Großzügige Regelung

Zweite Abweichung von der Bauleitplanung war eine deutliche Überschreitung der Baugrenze, die nach einer Änderung des Konzepts immer noch 2,85 Meter beträgt. Aus Sicht der Verwaltung gebe es keine grundsätzlichen Bedenken, dieser Abweichung zuzustimmen, sagte Geschäftsleiter Fedor Glinka. Allerdings wies er darauf hin, dass die Gemeinde in künftigen Fällen ebenso großzügig verfahren müsse.
Durch eine Steuerung der Behandlungstermine könne man die Parkplatzproblematik entschärfen, fand Zweiter Bürgermeister Helmut Schleicher. In der Diskussion wurde nach einem Weg gesucht, wenigstens einen zweiten Stellplatz unterzubringen, was schließlich auch gelang. Am Ende wurde der Bauvoranfrage zugestimmt unter der Voraussetzung, dass die beiden Stellplätze und eine bauliche Verbindung zwischen der Praxis und dem bestehenden Haus geschaffen werden. Auch der Abweichung von der Baugrenze stimmten die Räte zu.