Eine ganze Reihe von Beschlüssen war erforderlich. Einleitungsbeschluss, Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, die Billigung dessen Vorentwurfes - und die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Erst dann war es so weit: Der Gemeinderat machte bei seiner Sitzung am Dienstag den Weg für den Bau einer 9,36 Hektar großen Agrovoltaikanlage in Oberfüllbach frei. Das Landwirtsehepaar Marius und Silvia Steiner aus Rödental bekam somit einstimmig grünes Licht für sein besonderes Bauvorhaben. Agrovoltaik nennt sich diese Anlage, weil das Gelände auch landwirtschaftlich genutzt wird. Die Freifeldanlage bekommt einen erhöhten Abstand zum Boden und zwischen den Modulen, so dass dort Schafe weiden können. Etwa 100 Mutterschafe und ihre Lämmer wollen die Steiners dort halten (unsere Zeitung berichtete). "Die Idee ist sehr gut, zukunftsweisend in Richtung Energieversorgung und macht absolut Sinn", sagte Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG). Referent Sascha Sebald stellte das Vorhaben als langfristige landwirtschaftliche Betriebsperspektive mit Wertschöpfung in der Region dar. Das Projekt sei ein zusätzliches Standbein für die Landwirtschaft mit dem Ziel der CO2 -Neutralität.

Denn neben der Stromerzeugung ist ab 2025 auch die Wasserstoffproduktion vorgesehen. 7,2 MWp, so genannte Megawatt Peak (eine Leistungsbezeichnung für Solarenergie) werden erzeugt, was laut Sebald für 1798 Haushalte reicht. Ergebnis: 3888 Tonnen CO2 -Einsparung pro Jahr. Die Einbindung in die Landschaft sei vorgesehen durch einen grünen Zaun und durch eine Streuobst- und Kräuterwiese. Sebald: "Die Fläche ist von Oberfüllbach aus kaum sichtbar." Die Schafe lieferten zudem Bio-Fleisch, Fell und Wolle, sagte Marius Steiner. Der Baubeginn sei für 2021 vorgesehen. "Der Landwirt wird zum Energiewirt und Klimaretter."

Betreutes Wohnen

Ein privater Investor möchte im Bereich Rathausplatz eine Wohnanlage für betreutes Wohnen errichten. Dort ist aufgrund der unmittelbaren Nähe zum betreuten Wohnen ein Zusammengehen mit dem ASB angedacht. Beschlossen wurde deshalb die Aufstellung des Bebauungsplanes "Wohnpark am Lindlein".

Laptops für die Schule

Reisenweber teilte mit, dass die Gemeinde 22 000 Euro vom "Sonderbudget Leihgeräte" der Regierung von Oberfranken bekommen habe. Mit dem Geld werde die Grund- und Mittelschule mit Laptops ausgestattet.

Bernd Reisenweber hielt dann eine Rückschau auf das abgelaufene "außergewöhnliche" Jahr. So etwas habe wohl noch niemand erlebt. "Corona hatte und hat das öffentliche und private Leben fest im Griff." Auch wenn aufgrund der Pandemie die Gewerbesteuer um rund 1,5 Millionen eingebrochen sei, der Freistaat gleiche das aus. Einiges sei dennoch auf den Weg gebracht worden. Unter anderem an die Fertigstellung des betreuten Wohnens, die Freigabe der Parkplatzanlage am Bahnhof, die Inbetriebnahme der Tagespflege, die Erschließung von Neubaugebieten, die Errichtung einer Kinder-Großtagespflege und die Allianz B303+.

Reisenweber kritisiert Bürokratie

Herausforderungen seien immer komplexer und schwieriger zu lösen, auch durch überzogene gesetzliche Vorgaben und ein Übermaß an Bürokratie. Während Reisenweber dem Gemeinderat dagegen konstruktive Zusammengearbeitet bescheinigte, attestierte Dritter Bürgermeister Jürgen Heymann (CSU) dem Bürgermeister exzellente Arbeit.