Jochen Berger

Bunt geht es an diesem Abend zu auf der Bühne des Landestheaters. Denn neben den Profimusikern des Philharmonischen Orchesters in ihrer festlich schwarzen Dienstkleidung sitzen Nachwuchsmusiker in jeweils ganz individueller Garderobe. Mitmachkonzert lautet das Motto an diesem ganz besonderen Abend.
Bunt gemischt ist das Orchester zu diesem Anlass auch im Alter. Zwischen elf und 21 Jahren alt sind die Talente, die gemeinsam mit den Profis ein vielseitiges Programm zwischen Klassik, Moderne und Filmmusik gestalten.


Großer Auftritt

Enthusiasmus kann - im übertragenen Sinne - Berge versetzen. Enthusiasmus kann aber auch Musik faszinierend zum Klingen bringen, wie dieses Mitmachkonzert beweist. Das Konzept ist scheinbar einfach und bewährt sich doch seit Jahren in Coburg mit immer wieder verblüffendem Ergebnis. Junge Nachwuchsmusiker aus der Region studieren mit Unterstützung von Profis ein anspruchsvolles Programm ein und spielen schließlich zum Abschluss der Probenphase gemeinsam auf der Bühne des Coburger Musentempels.


Dominik Tremel dirigiert

"Zukunftsmusik" lautet in diesem Jahr das Motto für ein Programm aus Klassik und Gegenwart. Zukunftsmusik - das trifft auch auf die Nachwuchsmusiker zu, die allein schon mit ihrer Jugend für die Zukunft stehen. Filmmusik bildet den Auftakt. Calvin Custers Arrangement der Filmmusik zu "Stark Trek" bietet dem Mitmach-Orchester gleich zu Beginn die Gelegenheit, sein Leistungsvermögen zu demonstrieren. Mit sicherer Hand geleitet Dominik Tremel das Orchester durch die farbig instrumentierte, effektvoll arrangierte Partitur mit ihrem Breitwand-Sound. Bemerkenswert homogen klingt das Mitmach-Orchester dabei.


Erstaunlich souverän

Eine erstaunliche Leistung vollbringt dann Youwei Liu als Solistin in Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 488. Denn die zwölfjährige Jung-Pianistin bewältigt das gerade in seiner transparenten Struktur herausfordernde Werk nicht nur auswendig und technisch scheinbar unangestrengt und sicher. Verblüffend ist vielmehr vor allem die einfühlsame, fein differenzierte Gestaltungskraft, die sie hören lässt.
Selbstbewusst und zugleich musikalisch sensibel setzt sie gestalterische Akzente - in den raschen Ecksätzen ebenso wie in dem ausdrucksvoll singenden langsamen Satz. Das von Dominik Tremel umsichtig geleitete Orchester begleitet stets konzentriert und einfühlsam. Verständlich, dass es schon zur Pause heftigen Beifall gibt.
Zum spannenden Erlebnis für Musiker wie Zuhörer wird nach der Pause Terry Rileys "In C" - ein Stück, das als frühes Beispiel der sogenannten Minimal Music gilt. Das im Jahr 1964 entstandene Werk besteht aus 53 musikalischen Motiven, die jeder einzelne Musiker nach eigener Wahl spielt - bei Bedarf auch beliebig oft. Jede Aufführung wird auf diese Weise zu einer Art Uraufführung - unwiederholbar und neu.


Ausdauernder Beifall am Ende

Der ständig wiederholte Ton C, auf dem Flügel von Dominik Tremel angeschlagen, liefert den Puls für eine ständig an- und abschwellende Musik, vom Orchester mit großem Engagement interpretiert. Der verdiente Lohn: ausdauernder Beifall.