Bis zuletzt wurde in den Ausstellungshallen für die Eröffnung eingerichtet, dekoriert und geputzt. Denn an einer traditionsreichen früheren Produktionsstätte für Polstermöbel in Ebersdorf eröffnet am Wochenende die Firma Delife ihren neuen Showroom. Auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern präsentiert das digitale Möbelhaus mit eigenem Lager die ganze Palette von Einrichtungs- und Wohn-ideen.

Vor 13 Jahren begann das Möbelhaus im Internet, so Maximilian Kirchner, der zusammen mit seinem Bruder Nicki die Geschäfte führt. In den vergangenen Jahren erzielte das Unternehmen jährliche Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent. An den drei Standorten in Ebersdorf beschäftigt Delife rund 100 Mitarbeiter. "Der Internet-Handel und der stationäre Möbelhandel ergänzen einander", ist er sich sicher. Die Kunden möchten nicht darauf verzichten, auf einem Sofa Probe zu sitzen, die Haptik von massiven hölzernen Tischplatten und die Qualität der Verarbeitung zu begreifen und zu erfühlen.

Die verschiedenen Möbelserien präsentiert das Unternehmen nun in seinem neuen Ausstellungsraum. "Wir haben in der Vergangenheit viel in unser Marketing investiert", stellt Maximilian Kirchner fest. Im eigenen Fotostudio entstehen sorgsam inszenierte Aufnahmen, die auch Styling- und Dekorationstipps geben. "Viele unserer Wohnlandschaften sind nach einem Modulsystem aufgebaut und können individuell und beliebig erweitert werden", erläutert Marketing-Managerin Anna Kratzert.

Glas, Stein und immer wieder massives Holz bestimmen die Produkte von Delife. Produzieren lässt die Firma in Asien und Osteuropa. "Das Design wird hier vor Ort in Ebersdorf entworfen", erklärt Maximilian Kirchner. Dabei kümmere sich die Firma auch um die ökologischen und sozialen Standards in den Herstellungsländern. Das verwendete Holz ist zertifiziert und berücksichtigt nach den Worten des Geschäftsführers nachhaltige Produktionsprozesse. "Dafür haben wir hier die Verantwortung." Einerseits beschäftigt Delife in diesen Ländern eigenes Personal, zum anderen sei man mehrmals im Jahr vor Ort.

Alle Möbelstücke durchlaufen nach der Ankunft in Ebersdorf eine strenge Qualitätskontrolle. Aktionswaren, also Stücke mit kleinen, oft nicht sichtbaren Schäden, werden von den Schreinern und Polsterern in der Ehrlicher Straße in Ebersdorf aufgearbeitet. "Retouren zu entsorgen, können und wollen wir uns nicht leisten", sagt Maximilian Kirchner. Die Masse der Möbelstücke könne auch gleich mitgenommen werden oder ist in dem 45 000 Quadratmeter großen Lager vorrätig und sofort versandbereit. Während der Hochphase der Corona-Pandemie im Januar und Februar dieses Jahres habe es auch im Möbelhandel Lieferverzögerungen gegeben. Inzwischen habe sich die Lage wieder normalisiert, sagte Maximilian Kirchner.

Der Ebersdorfer Bürgermeister Bernd Reisenweber erklärte auf Anfrage, "die Showroom-Eröffnung der Firma Delife gerade inmitten dieser schwierigen Zeiten lässt mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Als ehemalige Polstermöbelhochburg mussten wir hier in Ebersdorf in den letzten Jahrzehnten viele Firmenaufgaben oder Verlagerungen verkraften. Zuletzt mit der Firma Ewald Schillig die eines Traditionsunternehmens. Umso erfreulicher ist es, wenn die Firmenräume nicht leer stehen, sondern von einem jungen Unternehmen als Ausstellungsfläche für seine modernen Produkte genutzt werden. Von daher freue ich mich sehr, dass die Firma Delife in Frohnlach nicht nur ein neues Zuhause gefunden hat, sondern bin mir sicher, dass sich der Showroom auch als neues Aushängeschild unserer Gemeinde etablieren wird."