Burgkunstadt/Stadtsteinach —  Gemütlich auf einem Hocker sitzen und zum bierseligen Gassenhauer "Kneipenhocker" gemächlich den Bass spielen - so kennt man Norbert Rösch. Der Musiker der heimischen Gruppe "Saitenwynd" kann auch andere Saiten aufziehen: Bereits lange vor seiner Zeit bei der Liedermachergruppe "Saitenwynd", deren Mitglieder aus den Landkreisen Lichtenfels und Kulmbach stammen, hatte der Stadtsteinacher, der 2015 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte, ein musikalisches Kind auf die Welt gebracht. Ein rockig-fetziges obendrein, das auf den Namen "Vampires" getauft worden war: Mit ihrem knackigen und anspruchsvollen Rocksound hatte sich die Gruppe in den 60er und 70er Jahren in so manchen Gehörgängen festgebissen, darunter auch dem von TV-Entertainer Thomas Gottschalk.

Seit 2015 macht Norbert Rösch wieder die heimischen Rockbühnen unsicher. Zusammen mit dem Burgkunstadter Bluesrockurgestein Jürgen "Berches" Bergmann, dem belgischen Meistergitarristen Jan van Springel und dem Schlagzeuger Gunnar Olson hat er die Gruppe "BC ‚69" ins Leben gerufen. Am Freitag, 17. Juni, sind die die vier altgedienten Recken ab 20 Uhr auf Einladung des Burgkunstadter Kleinkunstvereins "TECnet Obermain" im "TECnet Zentrum" in Burkersdorf bei freiem Eintritt zu erleben.

"Es ist eine Rückkehr zu meinen musikalischen Wurzeln. Nach langen Jahren der Abstinenz kann ich endlich wieder fetzigen Hard- und Bluesrock zum Besten geben. Dabei spiele ich viel druckvoller als bei ‚Saitenwynd‘", sagt der Musiker. Auch für Jürgen Bergmann ist die Zeit der Enthaltsamkeit und des Rock'n'Roll-Fastens vorbei. "Es ist so geil. Ich hätte nie gedacht, dass ich wieder einmal auf einer Bühne stehe", sprudelt es vor lauter Freude aus dem Burgkunstadter Musiker heraus.

Das musikalische Eisen, das Jürgen Bergmann einst für den Burgkunstadter Musicalkomponisten Udo Langer geschmiedet hatte, es ist noch immer heiß. Seine rauchige Stimme bebt, die Rhythmen, die Schlagzeuger Gunnar Olson und Bassist Norbert Rösch erzeugen, pulsieren bei den Konzerten druckvoll, während Jan van Springels Saiten glühen. Mit der Hardrockband "Killer" feierte der Belgier aus Antwerpen, der heute in Unterfranken lebt, von 1988 bis 1992 internationale Erfolge.

Norbert Rösch, der im August 1965 mit den "Vampires" im Kulmbacher Vereinshaus seinen ersten vielumjubelten Auftritt gegeben hatte, schwärmt von den guten alten Zeiten, als Thomas Gottschalk die Band vor ihren Auftritten angesagt hatte. "Wir hatten mit Rainer Beck aus Kulmbach denselben Manager. Er war es auch gewesen, der Gottschalk zu einem Sprecherwettbewerb beim Bayerischen Rundfunk anmeldete. Der Rest ist Geschichte, was unseren ‚Tommy der Nation‘ anbetrifft."

Über seine Mitstreiter von "BC ‚69" lernte Rösch auch einen Bandkollegen aus "Vampires"-Zeiten wieder kennen: Dieter Klier. Den Kulmbacher hatte es vor Jahrzehnten nach Unterfranken verschlagen, von wo aus er eine Popmusikerkarriere startete. "Er schrieb Songs für erfolgreiche Künstler wie Sally Oldfield oder Wolfgang Petry und heimste mit der Kapelle ‚Relax‘, bei der er Keyboard spielte, eine goldene Schallplatte für den unverwüstlichen Evergreen ‚Weil i di mog‘ ein", erinnert sich Rösch.

Kernig und kraftvoll

Die vier reiferen Herren spielen die Musik, mit der sie aufwuchsen und der sie auch ihren Bandnamen verdanken. "Das Woodstock-Jahr 1969 war mit Interpreten und Gruppen wie Jimi Hendrix oder den ‚Rolling Stones‘ ein guter Jahrgang. Wir lieben diese kernige und kraftvolle Musik", so Bergmann.