Ende der 50er Jahre bekamen die Muggendorfer Postboten ihr erstes Auto, einen Lloyd Kleintransporter. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten sie ihre Briefe und Päckchen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu ihren Empfängern in über 20 Ortschaften und Weiler transportieren. Der letzte Landzusteller dieser Art war der Muggendorfer, Franz Roller, ein gebürtiger Sudetenländer.

Heute schwärmen vom Muggendorfer Logistikzentrum täglich gelbe Postautos (zur Zeit sind es 16) aus, um ihre Kunden im Markt Wiesenttal und den umliegenden Gemeinden Gößweinstein, Waischenfeld und Heiligenstadt zu bedienen. Hermann Meißner hat die Muggendorfer Postgeschichte nachgeforscht und aufgeschrieben.

Im 19. Jahrhundert

Sie beginnt am 1. Mai 1859. Im Geschichtsblatt der Postagentur Muggendorf heißt es: "Mit Entschließung der Generaldirektion der königlichen Verkehrsanstalten wurde die Errichtung einer Brief- und Fuhrpostexpedition ohne Poststall in dem Marktflecken Muggendorf genehmigt. Dieselbe trat am ersten Mai 1859 in Wirksamkeit und wurde dem Gemeindevorsteher, Gastwirt und bisherigen Briefeinsammler Christian Arzberger übertragen."

Die Post war bis 1894 bei Gastwirt Arzberger untergebracht, bis 1917 bei Spenglermeister und Bürgermeister Erhard Oschatz, bis 1951 im Polizeigebäude (dem späteren Muggendorfer Rathaus), bis 1985 bei Waldemar Jacobsen (Nebengebäude Hotel "Sonne"), bis 1997 bei Robert Stein im Wiesentweg und bis 2010 als private Postagentur im Rewe-Markt Sponsel. Seit inzwischen neun Jahren ist die Postagentur nun in der Wiesenttaler Tourist-Info angesiedelt.

Posthalter waren nach dem Krieg Martha Mühlhäußer bis 1950, Hans Hofmann (Streitberg) bis 1952, Emil Brütting bis 1985, dazwischen Gerhard Wolf, Behringersmühle (1970 bis 1971), Manfred Sperling, Ebermannstadt bis 1993, Helga Vogler, Ebermannstadt bis 1996, Brigitte Knauer, Streitberg bis zur Schließung der Postfiliale 1997.

Bekannte Namen

Als Postboten waren in dieser Zeit unterwegs Pankraz Fichtel, Georg Wolf, Johann Trautner, Wilhelm Dicker, Georg Meyer, Franz Roller, Georg Sebald, Georg Distler, Wilhelm Wehrfritz,, Manfred Höfig, Hans Müller Trainmeusel, Hans Müller Albertshof, Walburga Stenglein und Sonja Dohlemann, um nur einige, in Erinnerung gebliebene Namen zu nennen.

1870 wurde in Muggendorf eine Telegraphenstation eingerichtet. 1903 gab es das erste Ortstelefonnetz. Als 1922 die Eisenbahn nach Muggendorf kam, wurde eine Kraftpostlinie von Muggendorf nach Pottenstein eröffnet.

Da sich die Kraftpostfahrten jedoch nicht lohnten, die Pferdepost aber nicht mehr bestand, wurde vom Poststallhalter Franz Zambelli aus Pottenstein auf der Strecke Pottenstein-Muggendorf eine Mauleselspost als Ersatz eingeführt, damit Briefe und Pakete von Pottenstein zum Bahnhof Muggendorf transportiert werden konnten.

Da Zambelli auch Müller war, hatte er natürlich auch einen Esel. Bekamen die Pottensteiner daher ihren Spitznamen?