Mit weiteren neuen Teilprojekten soll Presseck als Wohnort und künftiges Naherholungsgebiet attraktiv gemacht werden. Dazu fasste der Gemeinderat am Dienstagabend zwei Beschlüsse. Zum einen wird das Leader-Freizeitprojekt "Radspitz - Knock" nun tatsächlich um ein zehntes Projekt, einen gut 40 Meter hohen Aussichtsturm, erweitert. Zum zweiten erhält das Schulhaus bei der anstehenden Generalsanierung eine zentrale Belüftungs- und Luftfilteranlage für alle Klassenräume nach bestem technischen Stand.

In beiden Fällen plädierte Bürgermeister Christian Ruppert (CSU) für eine "Vollausrüstung" und traf damit auch die Meinung des gesamten Gemeinderats. Wenn man möglichst sogar junge Familien für Presseck gewinnen wolle, dann müsse man ihnen auch etwas bieten. In den bereits vor Jahren und lange vor Corona erarbeiteten Sanierungsplänen für das Schulhaus war noch keine Belüftung vorgesehen. Kurzfristig konnte nun das Ingenieurbüro Wiegel in Kulmbach für eine entsprechende Plan-Ergänzung gewonnen werden, die mit den Bauarbeiten im Frühjahr 2022 mit umgesetzt werden kann.

Frank Wiegel stellte dem Gemeinderat dafür zwei Alternativen vor, mit denen die notwendige Luftqualität in den sechs Schulräumen erreicht werden kann: Einerseits jeweils ein Gerät mit Schwebstofffilter pro Raum zu 15 450 Euro, insgesamt also 92 700 Euro netto; andererseits eine hochmoderne zentrale Lüftungsanlage unter dem Dach, die die Klassenräume mit Frischluft versorgt, allerdings 166 000 Euro kosten würde. Ohne kontroverse Diskussion entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die teuerere Version. Deren Vorteil ist, dass sie einiges geräuschärmer ist als das Schranksystem und im jährlichen Unterhalt mit 5000 Euro nur die Hälfte kostet.

"Wenn, dann was g'scheits"

"Wenn, dann machen wir was g'scheits", argumentierte Rainer Heinz (FW), und Gerd Leinfelder (SPD) ergänzte: "Eine toll belüftete Schule ist in jedem Fall ein Plus." Ludwig von Lerchenfeld (CSU) schlug in die gleiche Kerbe: "Keine Kompromisse. Langfristig wird sich das auszahlen." Nach Abzug des Zuschusses wird die Belüftung die Gemeindekasse mit etwa 100 000 Euro belasten.

Auch beim zweiten Teilprojekt zeigte sich der Gemeinderat großzügig. Der hölzerne Aussichtsturm des Frankenwaldvereins hinter dem Gelände des TSV ist marode und deshalb gesperrt. In Zuge des Leader-Projekts "Radspitz - Knock" hatte der Gemeinderat deshalb im Mai erwogen, an gleicher Stelle einen neuen Turm zu bauen und sich für einen futuristischen Entwurf der Architekten Schöttner aus Wallenfels entschieden. Der Plan ist mittlerweile statisch geprüft. Die kalkulierten Kosten erstaunten die Gemeinderäte dann doch. Mit dem Bau des Turms werden sich die Gesamtkosten für das Projekt auf 4,5 Millionen Euro verdoppeln. Bei einer beiläufigen Rücksprache im Landratsamt, so der Bürgermeister, sei ihm dazu dennoch klar signalisiert worden: "Machen!"

Das Gremium war sich einig, dass man investieren muss, um eine touristische Aufwertung zu erreichen. Auch wenn das die Gemeindekasse abzüglich aller Zuschüsse mit einer Million Euro belastet.