Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates ging es nach der Vereidigung und Besetzung der Ausschüsse gleich mit Sachthemen in die Vollen. Bürgermeister Jürgen Jäkel (MFG) legte dem Gremium neben einigen Bauanträgen auch ein Nachtragsangebot in Höhe von knapp 80 000 Euro vor, das im Gremium verständlicherweise nicht gerade für Begeisterung sorgte.

Aktuell wird das Baugebiet Nr. 15 erschlossen, das an der Bergstraße und an der Neuenbürger Straße entsteht. So musste bei den Baumaßnahmen an der Bergstraße auch in den Straßenkörper der Gemeindeverbindungsstraße nach Neuenbürg, einem Ortsteil des Marktes Weisendorf, eingegriffen werden. So bei der Verbindung zum Regenrückhaltebecken, Anbindung an die Wasserversorgung und dem Bau eines Gehweges entlang der Straße auf dem Gemeindegebiet Großenseebach.

Diskussion zur Vergabe

Die entlang der Straße verlegten Kabel und Leitungen führten zudem für längslaufende Aufbrüche. Die Straße ist zudem mit Rissen durchzogen, die einen nicht ausreichenden stabilen Untergrund vermuten lassen. Nach Auffassung der Verwaltung ist die Straße sanierungsbedürftig. Es würde sich anbieten, die Straße im Zuge der Erschließungsmaßnahme zu sanieren.

Im vertraglich vereinbarten Hauptangebot der Baufirma waren die Erneuerung der Fahrbahndecke der Neuenbürger Straße wie auch die Ertüchtigung der Fahrbahnränder nicht geplant, sie fehlten somit auch im Angebot. Die Verwaltung holte deswegen ein Nachtragsangebot für die zusätzlichen Straßenbauarbeiten ein.

Erwartungsgemäß führte dieses zu einer Diskussion im Gremium, das mehrheitlich die Dringlichkeit in Frage stellte. Eine separate Ausschreibung wurde gefordert. Andreas Seeberger (CSU) schlug vor: "Wir sanieren die Straße bis zur Gemeindegrenze. Und auch auf dem Gemeindegebiet wird ein Geh- und Radweg angelegt." Verwaltungsleiter Martin Hofmann erklärte dazu: "Der muss in Kooperation mit dem Markt Weisendorf gebaut werden." Ansonsten ende dieser nahezu im Nichts und Fußgänger sowie Radfahrer müssten wieder auf die Straße wechseln. Dieser Vorschlag sei der Gemeinde Weisendorf schon vor längerer Zeit gemacht worden. Allerdings, so Hofmann: "Aus dem Weisendorfer Rathaus erfolgte keine Reaktion."

Digitale Schule umsetzen

Da die Diskussion zu keinem Ergebnis führte, wurde ein Beschlussvorschlag zurückgestellt und der Vorschlag des Bürgermeisters zu einem Jour-Fix-Termin am 20. Mai angenommen, an dem sich Bürgermeister und die Vertreter der Fraktionen vom Zustand der Straße überzeugen.

In der April-Sitzung sprach Mathias Paulus (CSU) wegen der Corona-Pandemie die Auswirkungen auf den Betrieb der Grundschule an. Denn es könne davon ausgegangen werden, dass in den nächsten Monaten kein geregelter Schulbetrieb möglich sein wird. Deshalb sollte verstärkt auch auf einen digitalen Unterricht gesetzt werden, um keine größeren Lücken im schulischen Stoff entstehen zu lassen. Dem Vorschlag stand der Gemeinderat positiv gegenüber. Es sollen Gespräche mit der Schulleitung geführt werden. Dies hatte Bürgermeister Jürgen Jäkel gleich in den ersten Tagen seiner Amtszeit getan und mehrere Gespräche mit der Schulleitung, mit Elternvertretern und dem Elternbeirat sowie der Mittagsbetreuung geführt. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass sich die Thematik in den geführten Gesprächen als sehr komplex und schwierig erwiesen habe, aktuelle persönliche Notsituationen konnten aber nicht festgestellt werden. Sollte es zu Problemen kommen, werde er aber umgehend handeln. Die Handlungsweisen sollen zielorientiert abgewogen werden und bei den weiteren Beratungen und Entscheidungen sollen Schul-, Kindergarten- und Jugendausschusses eingebunden werden. Jedenfalls wird die Gemeinde am Ball bleiben und die Grundschule bei Bedarf digital aufrüsten.