Mit der Verstärkung des Vorstands der Wilhelm Kneitz AG haben die Gesellschafter der Textilien-Gruppe ein klares Bekenntnis zum Standort Wirsberg abgelegt. Michael Ocker heißt der Neue an der Seite der Vorstandsvorsitzenden Sibylla Naumann. Er ist seit 1. Februar im Amt.

Ralf-Herbert Kneitz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, hat in einem Pressegespräch deutlich gemacht, dass eine Verstärkung in der Vorstandsebene notwendig wurde, um die Herausforderungen der Zukunft besser meistern zu können. Zum einen wolle man das Tagesgeschäft mit der Automobilindustrie optimal bedienen, zum anderen neue Geschäftsfelder heranziehen.

Michael Ocker ist in Hof geboren und hat dort auch das Abitur abgelegt. Nach dem dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre in Karlsruhe arbeitete er unter anderem in England und im Münsterland. Er ist verheiratet und wohnt in Trebgast. Einigen Mitarbeitern im Unternehmen ist er bereits durch seine Tätigkeit in der Geschäftsleitung des Kaschierpartners Hofer Textilveredelungs GmbH bekannt.

Seine Schwerpunkte sieht der neue Vorstand in der Unterstützung und Umsetzung der Wachstumsstrategie "Kneitz 2030". Diese setze auch die Visionen der Gesellschafter um, "den Standort Wirsberg weiter auszubauen, ein attraktiver Arbeitgeber und weiterhin ein verlässlicher Partner für die Kunden zu sein".

"Kein allzu schwieriger Schritt"

Ocker sprach von einem beiderseitig aufgebauten Vertrauensverhältnis, denn die Hofer Textilveredelungs GmbH und die Wilhelm Kneitz AG hätten in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte gemeinsam beginnen können: "Deshalb war für mich der Schritt kein allzu schwieriger."

Für Ocker ist Kneitz ein inhabergeführtes, stabiles und gesundes Unternehmen, das bislang auch gut durch die Krise gekommen sei: "Diese Stärke und diese Struktur wollen wir auch für die Zukunft erhalten und darauf weiteres aufbauen."

Wachstum muss nach den Worten Ockers hart erarbeitet werden: "Gerade in der aktuellen wirtschaftlich schwierigen Phase überdenken die Automobilhersteller ihre Strategien und setzen die Zulieferkette unter großen Druck. Andere Textilhersteller bauen neue Märkte auf und wollen einen Teil unseres Kuchens." Für den neuen Vorstand steht es außer Frage, dass das Team in Wirsberg die Kompetenzen und die Qualität hat, sich im Wettbewerb weiterhin erfolgreich durchzusetzen.

"Wir brauchen Unterstützung, wir wollen nicht stagnieren, sondern weiterkommen", ergänzte Sibylla Naumann. Ziel aller Bemühungen sei, den Standort Wirsberg zu halten. Sie zeigte sich überzeugt, dass sich mit der verändernden Mobilität auch neue Chancen für das Unternehmen auftun. Wenn die Autos irgendwann einmal autonom fahren, dann werde der Innenraum auch wohnlicher werden. Naumann nannte hier stoffbespannte Armaturen, mit nachwachsenden Rohstoffen und umweltgerechten Materialien könne man dem Wohnraumcharakter in einer neuen Automobil-Ära gerecht werden.

Die Kneitz AG hat rund 125 Beschäftigte, für das laufende Geschäftsjahr wird mit einem Umsatz von rund 30 Millionen Euro gerechnet. Erklärtes Ziel für Vorstand Michael Ocker ist, diesen Umsatz zu steigern. Rei.