"Man muss Vertrauen haben und nicht gleich bei jedem Problem auseinandergehen", das ist für Mathilde Baumann das Rezept für eine lange Ehe. Ihr Mann sitzt daneben und nickt. Das Limbacher Paar hat am Montag seine diamantene Hochzeit gefeiert, dazu gratulierte neben der Familie auch Bürgermeister Michael Ziegler.
Sie sind miteinander aufgewachsen. Zehn Jahre alt war Friedrich, als er nach Limbach zu seiner Tante zog. Früh hatte er seine Eltern verloren, dennoch erinnert er sich an eine schöne Kindheit zusammen mit der Cousine. Schon aus der Schule kannte er seine Mathilde, aber "gefunkt" hat es erst beim Tanz. "Damals gab es ja noch einen Tanzsaal hier in Limbach", erinnern sich die zwei. Bei ihrer Hochzeit in der Wallfahrtskirche vor 60 Jahren hat es ebenso geschneit wie gestern.


"An Weihnachten ist die Hölle los"

Fünf Kinder waren den Baumanns geschenkt, der Tochter folgten vier Söhne, die vergrößerten die Familie mittlerweile um zwölf Enkel und fünf Urenkelkinder. "An Weihnachten ist hier im Wohnzimmer die Hölle los", erzählt der stolze Opa schmunzelnd. Überhaupt zeichnen sich die Jubilare durch einen sonnigen Humor aus, der auch half, Krankheiten zu überstehen. "Insgesamt geht es uns recht gut", erklären sie.


Als Musiker und Fußballer aktiv

Friedrich Baumann lernte als Schuhmacher in Eltmann, ging dann aber zur Straßenmeisterei. 40 Jahre lang kümmerte er sich dort um die Verkehrssicherheit im Landkreis bis hin zum Winterdienst. Seine Frau arbeitete bei Kugelfischer, später bei Furnier Bühl und schließlich in der Metzgerei Hornung. Ihr Mann war begeisterter Musiker, wurde in den 80er-Jahren zum Vorsitzenden des Musikvereins Limbach gewählt und spielte die große Trommel, so lange es seine Gesundheit zuließ. Auch an die Zeit als aktiver Fußballer erinnert er sich gerne zurück.
Im Ruhestand hat er die Holzarbeiten für sich entdeckt. Möbel hat er gebaut, das Balkongeländer selbst angefertigt, und er schnitzt mit Begeisterung. Beim Hausbau der Kinder war er hochwillkommener Helfer. Das Bein will heute nicht mehr so, "aber wir können alle unsere Arbeit erledigen und kommen gut zurecht", erklärt Mathilde Baumann. Die 80-Jährige und ihr Mann "können nicht klagen". Ihr Rat für junge Paare: "Zusammenstehen auch in schweren Zeiten, denn gerade die schweißen zusammen."