Die Deutsche Fachwerkstraße führt künftig durch Höchstadt - zumindest wenn es nach der örtlichen CSU geht. In einem Antrag an die Stadt fordert die Stadratsfraktion, Gespräche über einen Beitritt Höchstadts zu dieser Initiative aufzunehmen. Gleichzeitig möge der Stadtrat die Gründung eines Arbeitskreises unter Bürgerbeteiligung beschließen, der eine Bewerbung zum Beitritt ausarbeitet.

In einem an Bürgermeister Gerald Brehm gerichteten Schreiben weisen Fraktionssprecher Alexander Schulz und Stadträtin Regina Enz darauf hin, dass man die Stadt in Bezug auf Tourismus breiter aufstellen müsse. Die Bedeutung von innerdeutschem Tourismus ist demnach in den letzten zehn Jahren kontinuierlich angestiegen. Als Gründe hierfür nennen sie zum einen den demografischen Wandel mit Angeboten für ältere Reisende und zum anderen ein steigendes Bewusstsein für die Umwelt mit dem Verzicht auf Fernreisen - "Tourismuskonzepte, die wir auch in Höchstadt gut bedienen könnten", so Schulz und Enz. In der Vergangenheit habe es bereits einige Ansätze bezüglich der Installation von Tourismusangeboten als einen Baustein der Stadtentwicklung gegeben.

Aus Sicht der CSU-Fraktion sei die Stärkung von Tourismus jedenfalls ein sinnvolles Ziel, auch wenn man sich im Klaren darüber sei, dass Höchstadt kein klassischer Tourismusmagnet wie Bamberg oder Rothenburg ob der Tauber ist.

Und weiter: "Tourismusmarketing ist aber kein Selbstläufer. Entscheidend ist ein starkes Netzwerk, und ein solches bilden sogenannte Themenstraßen. Gerade bei deutschen Touristen besonders populär ist die 1990 gegründete Deutsche Fachwerkstraße." Diese verbinde 100 Fachwerkstädte in ganz Deutschland. Hier werde aktuell eine fränkische Regionalstrecke entwickelt, die letztlich aus Mainfranken über Mittel- und Oberfranken nach Thüringen führen soll.

"Wir sehen durch einen Beitritt Höchstadts die Möglichkeit, uns in ein funktionierendes touristisches Netzwerk von nationaler Bedeutung zu integrieren", heißt es in dem Schreiben. Dies könnte das bisher erfolgreiche, aber nur regional bedeutsame Wirken von Karpfenland Aischgrund unterstützen.

Als weiteren positiven Aspekt nennen die Antragsteller das Engagement der Deutschen Fachwerkstraße für leisen Tourismus. Dazu zählen das Ausarbeiten von Wander- und Radl-Angeboten ebenso wie die sinnvolle Steuerung von Campingangeboten. red